Haare führen Tagebuch, Glatzen schlagen auf die Seele, und Beethoven starb an Bleivergiftung -Aktuelle News aus der Welt der Haare
Hamburg (ots) - Wenn Haare sprechen könnten Können sie. Behauptet zumindest Reinhold Bergler. Der Nürnberger Universitätsprofessor untersuchte vor drei Jahren, was Frauenhaare ihrer Umwelt mitteilen wollen. Jetzt nahm er die Männerschöpfe genauer unter die Lupe. Fazit: Das starke Geschlecht liebt sein Haar über alles. Mit gepflegtem Haar verbinden die meisten das Gefühl, leistungsfähiger, jünger und gesünder zu sein. Kein Wunder, dass der Gedanke an eine Glatze für knapp die Hälfte der Befragten (44 Prozent) einem Albtraum gleichkommt. 55 Prozent können sich sogar vorstellen, depressiv zu werden. Und was las Bergler aus der männlichen Lockenpracht? Er ermittelte fünf Kommunikationstypen: den Provokateur (elf Prozent), den Sympathischen (11,3 Prozent), den ewig Jugendlichen (20 Prozent), den Eleganten (19 Prozent) und den Selbstbewussten (38,7 Prozent).
Zu Besuch beim virtuellen Barbier Frauen ist es ein inneres Bedürfnis, Männern lästige Alltagspflicht. Sie müssen mal wieder zum Friseur. Waschen, Schneiden, Legen - fürs starke Geschlecht eher Qual, denn Entspannung und Wohlbefinden. Die mulmige Angst vor dem Ergebnis, die unsensiblen Kommentare der Friseuse plus diesem Gefühl des Ausgeliefertseins lassen den Gang zum Figaro schnell zur Paranoia werden. Jetzt ist Abhilfe in Sicht. Im virtuellen Frisiersalon können sich Traumatisierte selbst austoben, ohne dauerhaften Schaden anzurichten. Nachdem ein Frauenmagazin bereits eine Styling-Software für das perfekte Image auf den Markt gebracht hat, zieht jetzt der Topos-Verlag mit einem ausgeklügelten Programm nach. Virtual Hairstyle heißt die Haarkunst aus dem Cyberspace. Für etwa 30 Mark bietet das Programm mehr als 500 verschiedene Frisuren für Frauen, Männer und Kinder sowie 250 Haarfarben und Töne an. Diese können dann mit Schere, Pinsel und Kamm ganz individuell in Länge, Farbe und Form angepaßt werden. Nähere Infos und aktuelle Trends zum Download unter www.perfect-look.de.
Die Pille gegen Haarausfall - Neue Hoffnung seit über einem Jahr Schluss mit dem Leidensdruck bei erblich bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie): Seit über einem Jahr bietet ein neues Medikament wirkungsvolle Hilfe beim drohenden Kahlschlag auf dem Kopf. In Deutschland vertrauen bereits mehr als 60.000 Männer auf Propecia(r) (Wirkstoff: Finasterid 1 mg), dessen Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. In klinischen Studien hat Propecia(r) erblich bedingten Haarausfall bei sechs von sieben Betroffenen gestoppt. Bei zwei Drittel der Patienten wuchsen sogar neue Haare. Mit der Pille, die täglich eingenommen werden muss und rund 110 Mark im Monat kostet, wächst die Hoffnung tausender Männer auf volles Haar. Aktuellen Umfragen zufolge leiden Männer enorm unter dem drohenden Haarschwund. Selbstzweifel, Kontaktschwierigkeiten und peinliche Gefühle machen den meisten das Leben schwer. Die Symptome des erblich bedingten Haarausfalls zeigen sich bereits bei jedem dritten Mann unter 30.
Wenn die Glatze auf die Seele schlägt Der Leidensdruck kennt häufig keine Grenzen. Denn Haarausfall stellt für viele Betroffene eine schwere Belastung dar, die nicht selten auf die Seele schlägt. Aus diesem Grund haben zahlreiche Haut- und Universitätskliniken spezielle Haarsprechstunden eingerichtet. Dort stehen Experten mit offenem Ohr zur Seite, beraten, helfen mit Gesprächen Tipps und Anregungen und spüren den wahren Ursachen der ausgehenden Haare auf. Weil Haare für die menschliche Psyche von solch immenser Bedeutung ist, erscheint deren Verlust für die Leidtragenden um so schlimmer.
Zahlenspiele: 20 Zentimeter Haare führen zwei Jahre Tagebuch Unsere Haare bringen es an den Tag: versteckte Krankheiten, schleichende Vergiftungen, falsche Ernährungsweise. Tief verborgen unter der Haut wird penibel Tagebuch geführt. Jede der etwa 100.000 aktiven Haarwurzeln in unserer Kopfhaut steht in Kontakt zu Blutgefäßen. Und so gelangen nicht nur lebenswichtige Nährstoffe, Mineralien und Spurenelemente in die Haarzellen, sondern auch Stoffe, die von außen ins Blut gelangt sind wie Drogen, Nikotin oder Umweltgifte. Je länger ein Haar ist, desto weiter lassen sich Belastungen auf den Organismus zurückverfolgen. Da ein Haar pro Monat ungefähr einen Zentimeter wächst, können bei einem 20 Zentimeter langen Haar Substanzen nachgewiesen werden, die ca. zwei Jahre zuvor dorthin geraten sind.
Haarige Beweise im Zeugenstand Beethoven starb weder an einem Leberleiden noch an Wassersucht. Die wahre Diagnose lautet: Bleivergiftung. Die zog er sich zu, weil er zu viel Fisch aß, der ökologisch verseucht war. Ein einziges, 15 Zentimeter langes Haar des berühmten Komponisten genügte für diesen wissenschaftlichen Befund. Forscher eines Institutes in Chicago analysierten anhand der Musiker-Locke die DNS-Struktur des ganzen Körpers. Eine extrem hohe Konzentration an Blei fand man auch im Haar des Dichters Heinrich Heine. Und selbst die Expedition von Sir John Franklin auf der Suche nach Nordwestpassage war bleivergiftet. Zwanzig Mal höher als der Normalwert lag der Gehalt des heimtückischen Giftes, wie die einzelnen Autopsieproben ergaben. Insbesondere die genaue Untersuchung der Haare zeigte, dass die Vergiftung erst auf der Reise eingetreten sein konnte. Schuld am qualvollen Tod waren Konservendosen, deren Blei-Zinn-Lötmasse den Inhalt verseucht haben muss. Auch in der Gegenwart dienen Haare immer häufiger als Beweisstück vor Gericht oder helfen einen Tatverdächtigen zu überführen bzw. zu entlasten.
ots Originaltext: Merck Sharp and Dohme
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