BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

BDU-Präsident Redley: Bundesregierung mit Licht und Schatten

    Bonn (ots) -
    
    Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. lobt Wegfall
von Rabattgesetz und Zugabeverordnung, aber äußert harsche Kritik an
neuem Betriebsverfassungsgesetz
    
    Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. begrüßt
die Initiative der Bundesregierung, das Rabattgesetz und die
Zugabeverordnung, beide inzwischen weit über 60 Jahre alt,
abzuschaffen bzw. marktgerecht anzupassen. Als positive Folge der
Aufhebung sieht BDU-Präsident Rémi Redley aber nicht nur eine
kundennähere Preispolitik. Auch die drei anderen wesentlichen
Faktoren moderner Unternehmensstrategie - Kommunikation, Vertrieb und
Produktgestaltung -  werden stärker in Bewegung geraten. "Die
Phantasie der Firmen wird wachsen. So werden beispielsweise
Lieferungen zum Kunden, Kombinationen von Gratisgeschenken,
Kombiangebote in Zahl und Ausgestaltung deutlich zunehmen. Also: Ein
richtiger Schritt, den Standort Deutschland attraktiver zu machen",
so Redley.
    
    Um so ärgerlicher ist nach Einschätzung des BDU-Präsidenten, dass
diesem Schritt nach vorne mit der nahezu zeitgleichen Novellierung
des Betriebsverfassungsgesetzes ein Knüppel zwischen die Beine
geworfen wird. Denn die darin geplante Absenkung der Schwellenwerte
bei der Betriebsratsgröße und der Freistellung von
Betriebsratsmitgliedern belastet vor allem die mittelständische
Wirtschaft mit zusätzlichen Kosten. Im Vergleich zur bisherigen
Regelung soll zum Beispiel bei einem Betrieb mit 1000 Beschäftigten
der Betriebsrat statt aus elf nun aus dreizehn Mitgliedern bestehen.
Und bei Betrieben mit 101 bis 150 Mitarbeitern wird sich die Zahl der
Betriebsräte um 40 Prozent erhöhen. Das Institut der deutschen
Wirtschaft fürchtet nicht ohne Grund Mehrkosten für die Betriebe
durch die Reform in Höhe von 2,7 Milliarden Mark jährlich.  
    
    Das vorgesehene Mehrheitswahlverfahren in Kleinbetrieben mit 21
bis 50 Arbeitnehmern verhindert darüber hinaus Betriebsratsmandate
der Mitglieder kleinerer Gewerkschaften und unabhängiger
Wahlbewerber. Auch bei der Freistellung von Betriebsräten kann nun
die Mehrheit im Betriebsrat über alle freizustellenden
Betriebsratsmitglieder entscheiden. "Ein wenig demokratisches
Verfahren, dass offenbar das Ziel hat, das Funktionärswesen in den
Betrieben zu zementieren", kritisiert Redley.
    
    Statt das Betriebsverfassungsgesetz, das sich in den letzten 30
Jahren eigentlich bewährt hat, derart zu verschärfen, hätte die
Bundesregierung einer weiterer Flexibilisierung der Arbeitswelt den
Weg ebnen sollen. Die gute Chance, beispielsweise betriebliche
Bündnisse für Arbeit gesetzlich fest zu verankern, wurde so
leichtfertig vertan.
    
    Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sind zur
Zeit rund 16.000 Unternehmensberater und Personalberater organisiert,
die sich auf über 500 Management-, IT- und Personalberatungsfirmen
verteilen. Die Mitgliedsunternehmen erzielten 2000 einen Gesamtumsatz
von ca. sechs Milliarden DM (1999: 5,3 Milliarden DM). Der
Marktanteil konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut
werden und liegt inzwischen bei  25 Prozent.
    
    
ots Originaltext: BDU Bundesverb. Dt. Unternehmensberater
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