Neschen AG

EANS-Zwischenmitteilung: Neschen AG
Zwischenmitteilung

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Zwischenmitteilung nach § 37 WpHG

Kennzahlen zum 3. Quartal 2009:

|                          |3. Quartal  |kumuliert   |3. Quartal  |kumuliert   |
|                          |2009        |2009        |2008        |2008        |
|EBITDA-Marge              |-2,2%       |-0,5%       |1,0%        |5,1%        |
|EBIT-Marge                |-6,0%       |-4,3%       |-1,9%       |2,4%        |
|Umsatzrendite vor Steuern |-10,3%      |14,5%       |-9,3%       |-3,7%       |
|Rohertragsmarge           |41,5%       |42,2%       |43,1%       |44,5%       | 

Zur Lage des Unternehmens:

Anhaltende Nachfrageschwäche im wichtigsten Absatzmarkt der Neschen AG, der grafischen Industrie

Der Neschen Konzern hat im 3. Quartal 2009 einen Umsatz in Höhe von 22,9 Mio. Euro erzielt. Der Umsatz liegt 19,5 % unter dem des Vorjahres (28,4 Mio. Euro) Per 30.09. beläuft sich der konsolidierte Umsatz auf 73,1 Mio. Euro, das entspricht einem Rückgang zum Vorjahreszeitraum von 20,3% (per 30.9.2008: 91,7 Mio. Euro).

Die rückläufige Umsatzentwicklung bei der Neschen AG ist im Wesentlichen zurückzuführen auf die anhaltende Nachfrageschwäche in der grafischen Industrie und der Werbemärkte. Der Geschäftsbereich "Graphics" repräsentiert annähernd 90% des Umsatzes der Gruppe. Die Kunden haben zwar zwischenzeitlich ihren nachfragebedingten Lagerabbau abgeschlossen, die gesamte Industrie leidet jedoch nach wie vor unter stark reduzierten Marketingbudgets. Als Indikator sei verwiesen auf die rückläufigen Umsatzzahlen im Bereich der Messen, der Events und der LKW-Beschriftung.

Der Umsatz des Geschäftsbereiches "Documents" dagegen liegt bereinigt um den Verkauf der Archivcenteraktivitäten auf Vorjahresniveau.

Der schwache Geschäftsverlauf hat sich entsprechend negativ auf das operative Ergebnis der ersten drei Quartale 2009 ausgewirkt. Das EBIT liegt bei -3,1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum +2,2 Mio. Euro). Das Unternehmen weist als Ergebnis nach Steuern einen Gewinn in Höhe von 10,5 Mio. Euro aus (Vorjahreszeitraum - 3,8 Mio. Euro). Hierin enthalten ist als außerordentliches Ergebnis der Darlehensverzicht von J.P. Morgan in Höhe von netto 15,9 Mio. Euro. Vor diesem Einmaleffekt liegt das Ergebnis nach Steuern bei -5,4 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum -3,8 Mio. Euro). Aufgrund zahlreicher Maßnahmen zur Kostenreduzierung in nahezu allen Unternehmensbereichen konnte vermieden werden, dass der Umsatzrückgang vollumfänglich auf das Unternehmensergebnis durchschlägt.

Bei der Rohertragsmarge muss die Neschen AG im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang hinnehmen. Im 3. Quartal 2009 konnte eine Marge von 41,5 % erzielt werden (Vorjahr 43,1 %). Kumuliert stehen einer Marge von 42,2 % für die ersten drei Quartale des Jahres 44,5 % im Vorjahr gegenüber. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf den hohen Preisdruck im Markt sowie auf die deutlichen Verschiebungen im Produktmix zurückzuführen. Im Zuge der Krise wird es immer schwieriger, technisch hochwertige Produkte mit guten Margen abzusetzen. Der Trend geht zu so genannten "Economy-Produkten", die bei leicht reduzierten technischen Anforderungen ebenfalls für bestimmte Anwendungen einsetzbar sind und aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität nur über eine geringere Rohertragsmarge verfügen.

Der erzielte Rohertrag liegt im Berichtszeitraum bei 9,5 Mio. Euro (Vorjahr 12,2 Mio. Euro), kumuliert per 30.09. bei 30,8 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum 40,8 Mio. Euro).

Im Bereich der Personalkosten haben sich die zu Jahresbeginn durchgeführten Maßnahmen positiv ausgewirkt. Per 30.09. beläuft sich der Personalaufwand bei der Neschen AG auf 17,5 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr konnte somit eine Einsparung in Höhe von ca. 2,7 Mio. Euro (- 13 %) erzielt werden. Die Reduzierung ist in erster Linie aus dem zu Jahresbeginn vorgenommenen Mitarbeiterabbau in den USA sowie einschneidenden Tarifanpassungen bei der Neschen AG (Wegfall des 13. Monatsentgeltes, Absenkung der Arbeitszeit bei entsprechender Tarifabsenkung) zurückzuführen.

Der Sachaufwand beträgt in den ersten drei Quartalen 13,7 Mio. Euro, dies entspricht einer Reduzierung von ca. 14% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum (16,0 Mio. Euro).

Aufgrund der reduzierten Restlaufzeit der Betriebsimmobilie Werk 1 in  Bückeburg
erhöhen sich die Abschreibungen um 0,3 Mio. Euro auf 3,0 Mio. Euro.

Deutliche Einsparungen können im Zinsergebnis verzeichnet  werden  (-  2,4  Mio.
Euro). Im Vorjahreszeitraum lag das Zinsergebnis noch bei - 5,5 Mio.  Euro.  Die
Gründe dafür sind zum einen der Verzicht von  J.P.  Morgan  auf  das  Mezzanine-
Darlehen, zum anderen das allgemein gesunkene Zinsniveau.

Mit  großen  Anstrengungen  hat  das  Unternehmen  die  Warenbestände   an   das 

reduzierte Umsatzniveau angepasst. Per 30.09. liegen die Vorräte im Konzern bei 14,6 Mio. Euro und damit 5,5 Mio. niedriger als ein Jahr zuvor.

Aufgrund der Anpassungen im "Working Capital", der Reduzierung der Warenbestände, der sehr geringen Investitionen sowie der deutlichen Kosteneinsparungen und der mit J.P. Morgan Bank vereinbarten Zinsstundung konnte trotz des deutlichen Umsatzrückgangs ein ausgeglichener Cash-flow erzielt werden.

Neschen führt weitere Maßnahmen zur Kostenreduzierung durch

Im ersten Quartal 2009 sind wir, wie viele Unternehmen in der Branche, davon ausgegangen, dass sich der Markt nach dem massiven Umsatzeinbruch im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 wieder erholt und kurzfristig mit einer deutlichen Nachfragebelebung zu rechnen sei. Dies ist nicht eingetreten und aus heutiger Sicht kurzfristig auch nicht zu erwarten. Wir müssen heute davon ausgehen, dass sich die anhaltende Nachfrageschwäche fortsetzen wird. Zielsetzung ist es daher, das Unternehmen auf das aktuelle Umsatzniveau von ca. 100 Mio. Euro auszurichten. Alle Maßnahmen zielen darauf ab, bei diesem Umsatzniveau einen positiven Cash-flow und ein positives EBIT zu erzielen.

Die Verwaltung hat daher im Sommer beschlossen, im Konzern insgesamt ca. 65 Mitarbeiter abzubauen, davon entfällt auf die Neschen AG ein Stellenabbau von ca. 30 Stellen. Im September ist mit dem Betriebsrat ein Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart worden. Mittlerweile ist die Maßnahme vollumfänglich umgesetzt. Mit einer Reihe von Mitarbeitern konnten Sondervereinbarungen geschlossen werden, so dass am Ende in Bückeburg nur 23 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden mussten. Der Stellenabbau betrifft im Wesentlichen die Bereiche Vertrieb, Logistik und Verwaltung. In der Produktion

ist  aufgrund  der  zufriedenstellenden  Auslastung  nahezu  kein   Stellenabbau
notwendig gewesen.

Der   Stellenabbau    im    Ausland    verteilt    sich    auf    nahezu    alle 

Auslandsgesellschaften. Diese Maßnahmen werden bis Jahresende 2009 ebenfalls umgesetzt sein. Insgesamt führt der Stellenabbau im Geschäftsjahr 2010 zu einer weiteren Reduzierung der Personalkosten in der Größenordnung von annähernd 4,0 Mio. Euro.

Im Sachkostenbereich wird der eingeschlagene Weg fortgesetzt und werden die Kostenreduzierungspotentiale ausgeschöpft. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Marketing, Rechts- und Beratungskosten sowie die externe Unterstützung bei Entwicklungsprojekten. Letzteres ist möglich, da wesentliche Projekte, wie z. B. die Eigenfertigung InkJet und Produkte für die Möbelindustrie, inzwischen erfolgreich technisch abgeschlossen werden konnten.

Wir gehen daher davon aus, im Jahr 2010 gegenüber dem laufenden Geschäftsjahr weitere Kostenreduzierungen im Bereich der Sachkosten in Höhe von ca. 3,0 Mio. Euro realisieren zu können.

Fokussierung der Vertriebsaktivitäten

Der für Neschen größte Absatzmarkt, die grafische Industrie, erfährt derzeit einen deutlichen strukturellen Wandel ausgelöst durch die Finanzmarktkrise und die damit einhergehende weltweite Rezession. Aufgrund der bereits im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen im Bereich der InkJet-Medien sowie der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Neschen im Bereich so genannter "Commodity-Produkte" (einfache Schutzfolien sowie unbeschichtete InkJet-Medien) ist das Unternehmen in der Lage, mit einem wettbewerbsfähigen Produktportfolio auf die veränderten Marktbedingungen sachgerecht zu reagieren.

Die Ausrichtung des Vertriebs wurde "nachjustiert". Dies bedeutet, dass sowohl im Inlandsgeschäft als auch im Export ein deutlicherer Fokus auf Großkunden gelegt wird. Kleinkunden im Inland werden künftig nahezu ausschließlich über Telefonverkauf, unterstützt durch das Internet, betreut. Die Verkaufsmannschaft konzentriert sich auf die so genannten A- und B- Kunden sowie Kunden mit Wachstumspotential. Verstärkt werden auch die Aktivitäten im Bereich der Private Label / OEM-Kunden. Für diese Kunden werden selbstklebende Produkte und InkJet-Medien gefertigt, die diese unter ihrer Eigenmarke vertreiben. In diesem Bereich ist es schon in 2009 gelungen, wichtige Neukunden zu gewinnen.

Insgesamt verläuft das Neukundengeschäft vor dem Hintergrund der Marktlage zufriedenstellend. Per 30.09. konnte allein die Neschen AG mit in 2009 gewonnenen neuen Kunden einen Umsatz von ca. 1,4 Mio. Euro generieren.

Innerhalb des Geschäftsbereiches "Graphics" ist eine umfangreiche Sortimentsbereinigung vorgenommen worden. Annähernd 20% der Standard- Preislistenartikel wurden aus dem Programm herausgenommen. Diese notwendige Produktbereinigung ist insofern unproblematisch, da Neschen nun den überwiegenden Teil der angebotenen InkJet-Medien im Rahmen eines intelligenten Baukastensystems selbst fertigt. Weiterhin dient die Sortimentsbereinigung der Fokussierung des Unternehmens und der Vereinfachung der Arbeitsabläufe, die eine wichtige Voraussetzung für den erfolgten Personalabbau waren.

Die Produktausrichtung von Neschen geht zum einen weiterhin in den Bereich spezialisierter, hochqualitativer Nischenprodukte. Hierzu gehören insbesondere die beschichteten InkJet-Medien, die hochwertigen Schutz- und Aufziehfolien sowie Panel-Produkte für Werbedisplays. Zum anderen wird die in 2008 begonnene, mittlerweile sehr erfolgreiche Strategie im Bereich "Commodity-Produkte" (einfache Schutzfolien sowie unbeschichtete, selbstklebende Medien) weiter verfolgt. Inzwischen konnte Neschen in diesem Bereich Marktanteile hinzugewinnen. Aufgrund der deutlichen Volumensteigerung im Bereich der "Commodity-Produkte" ist die Auslastung der Produktion bei der Neschen AG zufriedenstellend. In beschichteten Quadratmetern liegt der Rückgang mit ca. 7% gegenüber Vorjahr deutlich niedriger als der Umsatzrückgang.

Im Bereich "Technical Coatings" wurden in dem für Neschen neuen Bereich der Möbelindustrie die ersten Umsätze realisiert. Das für 2009 angepeilte Budget

wird annähernd erreicht. Die Zahl der konkreten  Anfragen  und  Projekte  konnte
deutlich   erhöht   werden.   Erste   Umsätze    konnten    im    Bereich    der
Verpackungsindustrie erzielt werden.


Ausblick

Die weltweite konjunkturelle Lage  hat  Neschen  in  eine  schwierige  Situation 

gebracht. Mit den im ersten Quartal beschlossenen Maßnahmen zur Personal- und Sachkostenreduzierung wurde sehr schnell auf die Krise reagiert. Dies war in Anbetracht der lang anhaltenden Nachfrageschwäche jedoch nicht ausreichend. Daher wurden im Sommer weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Personal- und Sachkosten beschlossen und umgesetzt.

Wir gehen davon aus, dass die Nachfrageschwäche auch im vierten Quartal 2009 anhalten wird. Damit wird der Umsatz im Konzern im laufenden Geschäftsjahr eher unter 100 Mio. Euro liegen als darüber. Für 2010 erwarten wir nur eine geringe Belebung der Nachfrage. Weiterhin gehen wir davon aus, dass sich die Mixverschiebungen im Produktprogramm, d. h. Erosionen der Nischenprodukte bei Wachstum der "Commodity-Produkte" weiter fortsetzen werden. Wir planen daher für das Geschäftsjahr 2010 nicht mit einem Umsatzwachstum. Aufgrund der eingeleiteten und teilweise bereits realisierten Kostenreduzierungen werden im kommenden Geschäftsjahr die Personalkosten ca. 8 Mio. Euro und die Sachkosten ca. 7,5 Mio. Euro niedriger liegen als noch im Geschäftsjahr 2008 bei einem Personalstamm von ca. 420 bis 430 Mitarbeitern. Damit werden auch bei stagnierenden Umsatzerlösen in 2010 eine deutliche Verbesserung des EBITDA und ein positives EBIT erreicht.

Wir gehen davon aus, dass wir mit den im Laufe des Jahres 2009 getroffenen Maßnahmen das Unternehmen neu ausgerichtet haben auf das nun realistische Umsatzniveau in der Größenordung von ca. 100 Mio. Euro. Spätestens ab 2011 erwarten wir bei einem moderaten Umsatzwachstum die Rückkehr in die Gewinnzone.

Rechtliche und wirtschaftliche Risiken:

Es sei verwiesen auf die im Geschäftsbericht 2008 ausführlich beschriebenen rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken des Unternehmens. Im Vergleich zu der Veröffentlichung des Geschäftsberichtes haben sich keine nennenswerten Veränderungen ergeben.

Ende der Mitteilung                               euro adhoc
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Rückfragehinweis:


Branche: Verarbeitende Industrie
ISIN: DE0005021307
WKN: 502130
Index: CDAX
Börsen: Hannover / Geregelter Markt
Berlin / Freiverkehr
Hamburg / Freiverkehr
Stuttgart / Freiverkehr
Düsseldorf / Freiverkehr
Frankfurt / Regulierter Markt/General Standard

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