DIE ZEIT

ZEIT: André Guelfi offenbar nicht zur Ausssage vor Leuna-Untersuchungsausschuss bereit

    Hamburg (ots) - Die für den kommenden Montag anberaumte Tagung des
Untersuchungsausschusses des Bundestages in Paris droht zu scheitern.
Der Geschäftsmann André Guelfi will nicht vor den Abgeordneten
aussagen. Seine Anwälte Isabelle Thomas-Werner und Francis Chouraqui
sagten gegenüber der Wochenzeitung DIE ZEIT: "Wenn Herr Sirven nicht
vom Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages vernommen werden
kann, sieht Herr Guelfi nicht die Notwendigkeit, sich befragen zu
lassen."
    
    Vergangene Woche war die Anhörung des Ex-Elf-Managers Alfred
Sirven, der Schlüsselfigur in der Leuna/Elf-Affäre, unwahrscheinlich
geworden, nachdem sich Pariser Untersuchungsrichter dagegen
ausgesprochen hatten. Der Untersuchungsausschuss erhofft sich, durch
die Anhörung Sirvens und Guelfis Aufschlüsse über mögliche
Schmiergeldzahlungen an deutsche Parteien oder Persönlichkeiten im
Zusammenhang mit dem Kauf der ostdeutschen Raffinerie Leuna durch den
französischen Ölkonzern Elf-Aquitaine zu bekommen. Guelfi hatte seine
Firma Nobelpac für Überweisungen zur Verfügung gestellt.
      
    Guelfis Anwälte begründen den Vorbehalt ihres Mandanten so:
"Sirven hat eine viel wichtigere Rolle in der Affäre gespielt als
Guelfi, der nur seine Firma Nobelpac für die Geldflüsse zur Verfügung
gestellt hat." Das Verfahren erscheine ihrem Mandanten nicht stimmig,
so die Anwälte, wenn nur die Person mit der unbedeutenderen Rolle
vernommen würde. "Sobald es aber zu einem späteren Zeitpunkt zu einer
Befragung Sirvens kommen sollte, ist Herr Guelfi gern bereit, auf
Fragen zu antworten", so Thomas-Werner und Chouraqui zur ZEIT.
    
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 38/2001 mit
    Erstverkaufstag am Mittwoch, 12. September 2001, ist unter
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