DIE ZEIT

Daniel Libeskind in der ZEIT: Das Jüdische Museum ist kein Holocaust-Themenpark - es ist ein Emblem der Hoffnung

    Hamburg (ots) - Kurz vor der großen Eröffnung des Jüdischen
Museums in Berlin hat der Architekt Daniel Libeskind Kritik an seinem
Gebäude scharf zurückgewiesen. Es sei schlicht nicht wahr, sagte er
in einem Gespräch in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT,
dass die Ausstellungen des Museums durch die Architektur behindert
würden. Nie habe er eine nackte Bauskulptur errichten wollen.
Deshalb freue er sich, dass sich die Räume nun mit Leben füllten.
Durch die Leere sei das Gebäude bisher in seiner Wirkung viel zu sehr
auf die Auslöschung der jüdischen Kultur festgelegt gewesen, sagte
Libeskind. "Es ist ja kein Holocaust-Museum."
    
    Bereits das leerstehende Gebäude war von rund 350 000 Menschen
besichtigt worden, ein Erfolg, den Libeskind vor allem mit der
Emotionalität und Ernsthaftigkeit seines Baus begründete: "Ich kenne
keinen Besucher, der meine Architektur als unglaubwürdig erlebt
hätte." Unterstellungen, es handele sich bei dem Jüdischen Museum um
einen Holocaust-Themenpark, wies er zurück: "Das sind doch zynische
Vorwürfe! Wer meint, sich über die Vermarktung des Holocaust
beschweren zu müssen, der übersieht, dass sehr viele Menschen sich
für die Schoah interessieren."
    
    Auch die oft wiederholte Behauptung, er habe mit seinem Bau einen
zerborstenen Davidstern oder einen Blitz nachformen wollen,
dementierte Libeskind. "Das sind alles Symbole, die gar nicht
existieren. Die haben sich manche Leute zurechtgelegt, weil sie die
Offenheit und Zeichenlosigkeit meiner Architektur nicht ertragen."  
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 36/2001 mit
    Erstverkaufstag am Donnerstag, 30. August 2001, ist unter
    Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der
    Wortlaut des ZEIT-Interviews kann angefordert werden.
                
                
ots Originaltext: Die Zeit
Im Internet recherchierbar: http://presseportal.de

Für Rückfragen steht Ihnen
Elke Bunse,
ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(Tel. 040/ 3280-217, Fax -558,
e-mail:bunse@zeit.de) gern zur Verfügung

Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: DIE ZEIT

Das könnte Sie auch interessieren: