DIE ZEIT

Erstmalig berichten Falun-Gong-Anhänger gegenüber der ZEIT über erlittene Folter in chinesischen Arbeitslagern

    Hamburg (ots) - Über das Verschleppen und die Folterungen von
Mitgliedern der buddhistisch-taoistischen Sekte Falun-Gong berichtet
die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer jüngsten Ausgabe. Seit dem Verbot
der Sekte im Juli 1999 seien über 10 000 Sektenanhänger in
Arbeitslager gesteckt worden, mindestens 125 Menschen sollen im
sogenannten Behördengewahrsam ums Leben gekommen sein. Dies
bestätigen amnesty international und andere
Menschenrechtsorganisationen. Die Sekte nennt weitaus höhere Zahlen.
Aus Sicht der Pekinger Regierung bedürfen die Anhänger dieser Sekte
der "besonderen Hilfe durch Umerziehung im Arbeitslager".
    
    Augenzeugen berichteten der ZEIT erstmalig von den Foltermethoden
eines Lagers für Frauen in der Provinz Jilin. Mit Elektroschocks
würden die Frauen gezwungen, sich gegen Sekten-Führer Li Hongzhi
auszusprechen. "Mit dem Elektrostock suchen die Umerzieherinnen nach
der sensibelsten Stelle der Häftlinge ... An dieser Stelle lassen sie
den Stock dann, bis eine Brandwunde entsteht", sagten zwei Frauen der
ZEIT. Eine andere Falun-Gong-Anhängerin sei auf einer Polizeistation
nahe des Platzes des Himmlischen Friedens an einen Balken gebunden,
aufgehängt und geschlagen worden, bis sie endlich sagte, woher sie
stammt. Dazu käme die Folter durch Arbeit: von morgens um vier bis
abends um zehn haben sie zu zwölft arbeitend auf dem nackten
Betonfußboden sitzen müssen. Da in den Zellen kein Platz zum Trocknen
der Wäsche vorhanden war, hätten sie im mandschurischen Winter
tagelang ihre feuchte Kleidung getragen.
    
    Die Wirklichkeit der Lager steht im krassen Widerspruch zu Chinas
kürzlich reformiertem Rechtssystem. Für die "Umerziehung" im
Arbeitslager bedarf es keines Gerichtsurteils, sondern nur der
Beschlüsse einer Behörde. Bis zu drei Jahren kann der Aufenthalt in
diesen Lagern dauern.
    
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 16/2001 mit
    Erstverkaufstag am Mittwoch, 11. April 2001, ist unter
    Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der
    Wortlaut des ZEIT-Textes kann angefordert werden.
                                                                        
                                                    
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