DIE ZEIT

DIE ZEIT: Forscher arbeiten an Impfstoff gegen Drogenabhängigkeit

Hamburg (ots) - Weltweit versuchen Forscher Therapien gegen die Drogensucht zu entwickeln. Am Scripps Research Institute in Kalifornien ist es jetzt gelungen, die erste Schutzimpfung gegen Kokain herzustellen. Das berichtet die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer jüngsten Ausgabe. Der Impfstoff wurde bisher an Ratten getestet und zeigte erste positive Ergebnisse. Mit Hilfe der Impfung lässt sich die Droge neutralisieren: körpereigene Antikörper erkennen das Rauschgift im Blut und spalten es in zwei inaktive Substanzen. Die Impfung hält zwei Monate vor und soll bald an Menschen getestet werden. "Theoretisch können wir auch Impfstoffe gegen Nikotin und andere Drogen herstellen", erklärte die Neuropharmakologin Rosio Carrera. Auch an der Universität Tübingen werden neue Therapien gegen die Drogensucht getes-tet. Hier gibt es eine Forschergruppe, die das weltweit einzige Patent zur Heilung von Suchtkranken erhalten hat. Studien der Universität ergaben, dass jede Sucht Resultat eines Lernvorgangs ist, der sich aber wieder rückgängig machen lässt. Mit Hilfe von synthetischen Hormonen, den Kortikoiden, wird dem Gehirn eine neue Reaktion auf Drogen eingeprägt. Es soll die Erfahrung speichern, dass die Droge keine Belohnung mehr, sondern eine Last ist. Die Wissenschaftler sind zwar zuversichtlich, warnen aber zugleich vor der Vorstellung, ein Medikament allein könne die Sucht heilen. Niemand weiß, welchen Anteil die genetische Veranlagung hat. Pharma- und Psychotherapie müssen ineinandergreifen, um die Rückfallquoten der Süchtigen dauerhaft zu senken. Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 13/2001 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 22. März 2001, ist unter Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der Wortlaut des ZEIT-Textes kann angefordert werden. ots Originaltext: Die Zeit Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht Ihnen Elke Bunse, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Tel. 040/ 3280-217, Fax -558, e-mail: bunse@zeit.de) gern zur Verfügung. Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Das könnte Sie auch interessieren: