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Aktuelle Pressemitteilung von ZEIT ONLINE: Public Viewing: Berliner Veranstalterin nimmt Rechtsstreit mit Fifa in Kauf

Hamburg (ots) - Vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika könnte es in Sachen Public Viewing zu einem juristischen Präzedenzfall kommen. Die Veranstalterin des Bundespressestrandes Johanna Ismayr will die Spiele der WM auch ohne offizielle Fifa-Lizenz zeigen, sagte sie ZEIT ONLINE. Unter der Überschrift "Private Viewing zur Fußball-WM 2010" wirbt sie auf der Internetseite des Beachclubs für eine "Funmeile". "Es kann doch nicht sein, dass ein Fußballverband sagt, Du darfst den Fernseher in der Öffentlichkeit anschalten und Du nicht. Ich will nun die Probe aufs Exempel!", sagte Ismayr. Für den Fall, dass die Fifa ihr "den Laden dicht machen will", hat die Berlinerin bereits eine Schutzschrift vorbereitet. Wenn dieses Schreiben beim Gericht hinterlegt wird, hätte die Fifa keine Chance, eine gerichtliche Verfügung gegen sie zu erwirken.

Nachdem Ismayr ihr Public Viewing im Februar auf der Website der Fifa angemeldet hatte, hatte der Fußballverband ihr verboten, Spiele öffentlich zu zeigen. In Berlin gebe es schon ein Fifa-Fan-Fest. Deshalb könnten "keine weiteren Public Viewing Lizenzen ausgestellt werden", heißt es in der ZEIT ONLINE vorliegenden Absage. Zumindest in Teilen entsprechen diese von der Fifa nach Schweizer Recht aufgestellten Regeln nicht der juristischen Realität in Deutschland, sagte Rechtsanwalt Fabian Reinholz, der Ismayr vertritt, zu ZEIT ONLINE: "Das Recht, jemandem das eintrittfreie öffentliche Fußballgucken zu verbieten, hat niemand in Deutschland." Reinholz bezieht sich auf das deutsche Urhebergesetz (UrhG § 87). Die Fifa teilte hingegen auf Anfrage von ZEIT ONLINE mit: "Die Fifa-Richtlinien für Public Viewings sollten nach unseren Erkenntnissen auch im Einklang mit deutschem Recht sein. Die Fifa behält sich in allen Fällen das Recht vor, gegen Zuwiderhandlungen vorzugehen, nötigenfalls mit rechtlichen Schritten." Dem Fußballverband liegen momentan nach eigener Aussage allein für kommerzielle Public Viewings weltweit mehr als 1000 Anträge vor. Die Gebühren bewegen sich zwischen 1000 und 14.000 Dollar, je nach Größe der Veranstaltung.

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