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Franzen plant Roman, in dem "Deutschland eine wichtige Rolle spielt"

Hamburg (ots) - Der amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen plant einen Roman, "in dem Deutschland eine wichtige Rolle spielt". Er wisse "sogar schon recht genau, wie er aussehen soll". Deshalb reise er im April nach Berlin, wo er Gast der American Academy ist. Im Gespräch mit dem Literaturmagazin der ZEIT sagte Franzen, er spreche noch ausreichend gut Deutsch, um sich in Berlin auch sprachlich wohlzufühlen: "Was ich an Berlin liebe, ist insbesondere seine Leere, auch die Nähe zur Natur Brandenburgs, diese wundervollen Parks, die außer an Sonntagen menschenleer sind. Dort werde ich viele Stunden an den Teichen verbringen und Vögel beobachten."

In seinem Wohnort New York habe er hingegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise täglich vor Augen. Die Stadt gleiche "einem Comic-Helden, der über die Klippe geschubst wurde, aber noch nicht aufgeprallt ist". Er selbst versuche beim Schreiben, die Krise auszublenden: "Die Möglichkeiten zum Eskapismus sind heute ja viel größer und reichhaltiger als in der Krise 1929 - und so könnte es gut sein, dass diese Krise von vielen Individuen als weniger schmerzhaft empfunden wird."

Barack Obama sei der erste Präsident in seinem Leben, zu dem Franzen einen persönlichen Zugang finden könne: "Der erste Präsident, von dem ich mir vorstellen kann, wie es ist, er zu sein. Ein offenbar hochintelligenter Mensch, ein wirklich guter Schriftsteller mit einem modernen Selbstbewusstsein, er hat all die Vorabendserien der sechziger und siebziger Jahre in seiner Kindheit gesehen, die Lachschleifen haben sich in sein Hirn gebrannt, wirklich, ich kann mich mit ihm identifizieren."

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 12 vom 12. März 2009 senden
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