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Jürgen Flimm: Noch mehr Kommerz mache ich nicht mit

Hamburg (ots) - Jürgen Flimm verlängert seinen Vertrag als Intendant der Salzburger Festspiele nicht, weil er dem Druck zu einer weiteren Kommerzialisierung der Festspiele nicht nachgeben will. Die Tendenz des Kuratoriums sei, die Festspiele in noch höhere Einnahmen zu treiben, sagte er der ZEIT. "Ich habe das Gefühl, dass die Festspiele sich weiter kommerzialisieren sollen, und das mache ich nicht mit." Wichtige Aufführungen wie Luigi Nonos Oper oder eine Uraufführung von Rihm seien dann nicht mehr möglich.

Für sein Leben nach Salzburg habe er mehrere Optionen: "Ich gehe wieder an eine Institution - Theater, Oper. Oder als Regisseur und Lehrer nach Amerika, nach New York. Oder in die Kulturpolitik." Kurz vor Weihnachten, "dann wird das Päcken ausgepackt".

Flimm wehrte sich in dem ZEIT-Interview auch gegen den Vorwurf, seinen Schauspielchef Thomas Oberender von seinem Posten weggemobbt zu haben: "Es waren organisatorische Probleme. Sein Vertrag sieht vor, dass er sein Programm in Übereinstimmung mit dem Intendanten macht - nicht als Befehlsempfänger, sondern als Partner. Diese Art der Zusammenarbeit wollte er nicht; er empfand jegliches Gespräch, wie es im Theater gang und gäbe ist, als Einmischung. Die Meinungsverschiedenheiten über die Programmgestaltung sind dann bis zu dem Punkt eskaliert, wo ich ihm erklärte, es gehe nicht weiter mit uns beiden."

Flimm weiter: "Herr Oberender hatte sich davor in Bochum beworben, und wir hatten uns geeinigt, über die Trennung Stillschweigen zu bewahren, um seine Chancen in Bochum nicht zu schmälern." Er fuhr fort: "Oberender wollte schon immer Intendant werden. Schon vor unserer ersten Spielzeit, im Herbst 2006, hatte er mit dem Berliner Senat über die Intendanz des Deutschen Theaters verhandelt ... Ich habe ihn sogar in dem Bochumer Versuch tatkräftig unterstützt. Ich habe Telefongespräche für ihn geführt, Termine mit Entscheidern organisiert."

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 52 vom 17. Dezember 2008
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