DIE ZEIT

Popmusiker Rufus Wainwright besucht Wagner-Festspiele

Hamburg (ots) - Der amerikanische Popmusiker Rufus Wainwright ist für die ZEIT als Berichterstatter nach Bayreuth gefahren, auf den Spuren des von ihm verehrten Komponisten Richard Wagner. "Ich habe Wagner zum ersten Mal verstanden, als ich aus der Drogenklinik kam", schreibt Wainwright "und die Oper, die mich damals am meisten faszinierte, war Tannhäuser. Ich mochte die Geschichte des umherirrenden Ritters, der die verbotenen Versuchungen des Venusbergs gekostet hatte - wie er kämpfte ich verzweifelt darum, ein gutes, sauberes Leben zu führen, trotz eines Egos so groß wie der Everest."

In Bayreuth sah sich Wainwright Stefan Herheims aus seiner Sicht "verblüffende" Parsifal-Inszenierung an: "In meinem Geisteszustand aber war es für mich am wichtigsten, dass riesige Hakenkreuzflaggen herabgelassen wurden, während der berühmten Szene, in der Parsifal den Speer fängt - und für einen Moment, gerade lang genug, dass sich das Bild auf der Netzhaut einbrennen konnte, blieben sie da, bevor sie plötzlich zu Boden fielen und ein deutliches Raunen durchs Publikum ging. Keiner der verklemmten Bayern wagte es, nach dem Ende des zweiten Aktes Buh zu rufen."

Der amerikanische Popstar beendet seine Bayreuth-Betrachtung in melancholischer Stimmung: "Wie sich die Dinge doch geändert haben! Früher war das Theater der Ort, an dem wir der wirklichen Welt entfliehen und unsere Sorgen begraben wollten in schönem Schein und Luxus; heute versuchen wir uns im schönen Schein und Luxus zu begraben und gehen ins Theater, um die wirkliche Welt zu verstehen."

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Den kompletten ZEIT-Beitrag der ZEIT Nr. 35 vom 21. August 2008
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