DIE ZEIT

Paul Weller: Musik machen ist mein Leben

Hamburg (ots) - Der Sänger, Musiker und Komponist Paul Weller, 50, Vorbild für viele jüngere Musiker, träumte schon als Kind davon, eine Band zu gründen. Dem ZEITmagazin LEBEN sagt er: "Ich wollte Gitarre spielen, Lieder schreiben und singen. Ich sah die Beatles im Fernsehen, hörte die Kinks im Radio - und dachte, so muss es sein, wenn ich groß bin. Ich bedrängte meine Eltern, bis sie mir meine erste Gitarre schenkten, eine knallrosa Plastikgitarre aus dem Spielzeugladen. Auf ihr übte ich Rockstar-Posen und sang dazu die Top Ten in meinem Zimmer nach. Da war ich zehn Jahre alt." Mit 15 Jahren gab er mit seiner Band kleine Konzerte in Pubs in Surrey, mit 18 trat er zum ersten Mal in London vor hundert Leuten auf: "Es war großartig. Seit diesem Abend gab es keinen Weg zurück mehr. Ich wusste: Musik zu machen, das wird jetzt mein Leben."

Seine beiden Söhne wollen Musiker werden wie ihr Vater. "Das macht mich stolz, aber ich denke auch darüber nach, welche Bedeutung Musik in ihrem späteren Leben haben wird. Wahrscheinlich werden sie Lieder auf noch merkwürdigeren Apparaten hören als heute. Es wird noch mehr mediale Ablenkungen geben. Schon heute scheint mir unsere Kultur sehr auf den Moment fixiert zu sein. Denken Sie nur an Internet, Videospiele und Handys. Die technischen Möglichkeiten machen Jugendliche faul. Sie konzentrieren sich nicht mehr auf eine Sache. In meiner Jugend feierten wir auch, aber nicht so häufig, und wir verfolgten unsere Ziele mit mehr Ehrgeiz."

Er versuche, seinen Söhnen seine Werte zu vermitteln: "Aber ihre Welt sieht völlig anders aus als meine damals, in den siebziger Jahren. Sie verstehen mich nicht. Wir wollten für die Musik leben und sterben. Die Jugendlichen heute aber sagen: Wenn das mit der Musik nicht klappt, mache ich eben etwas anderes."

Gerade ist Paul Wellers Solo-Album "22 Dreams" erschienen.

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