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Löw kämpft mit Formschwächen in der Nationalmannschaft

Hamburg (ots) - Zehn Tage vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft ist die deutsche Nationalmannschaft noch nicht in Topform: Bundestrainer Joachim Löw sagt im ZEITmagazin LEBEN, er wolle den Leistungsstand einzelner Spieler nicht kommentieren, "die Anzahl der Schwierigkeiten ist allerdings recht hoch". Er setze darauf, dass bis zum Turnierbeginn alle "ihre optimale Leistung abrufen können".

Zur Nominierung von Torhüter René Adler anstelle von Timo Hildebrandt erklärt Löw, man habe "seine konstante und gute Leistung in dieser Saison honoriert". Man könne es allerdings so sehen, dass es im Augenblick mit Jens Lehmann eine Nummer eins und hinter ihm vier "Nummern drei" gäbe, nämlich neben Adler und Hildebrandt noch Robert Enke von Hannover 96 und den Schalker Keeper Manuel Neuer. "Mein Vertrauen in diese vier ist ungebrochen", sagt der Bundestrainer.

Mit Blick auf die Entwicklung der Nationalspieler in der Bundesliga rügt Löw das Leistungsniveau in der höchsten Spielklasse. Der Bundestrainer erklärt, es sei eine Tatsache, "dass wir seit Jahren in den europäischen Wettbewerben keine entscheidende, schon gar keine dominierende Rolle mehr spielen". Er wolle die Liga nicht kritisieren, fährt Löw fort, als Bundestrainer habe er aber "ein Interesse daran, dass sich das ändert".

Fakt sei, "dass in der Bundesliga, im Vergleich zu England oder Italien, in der Summe weniger gelaufen wird. Fakt ist außerdem, dass bei uns das Spiel in der Summe langsamer ist, die Zeit zwischen Ballannahme und Weiterleitung ist länger. Darüber lässt sich nicht diskutieren, man kann das alles messen, die Zahlen liegen schwarz auf weiß auf dem Tisch. Da besteht, ich sage es mal so, die Möglichkeit zur Optimierung."

Eine "belegbar hohe Zahl an Toren" entstehe nach Freistößen für die gegnerische Mannschaft, sagt Löw. Daher müsse es gelingen, "bei der Balleroberung in Strafraumnähe nicht Foul zu spielen". Dies werde in der Nationalmannschaft "sehr intensiv" trainiert. Unter anderem, in dem man sich an anderen Sportarten, wie dem Basketball, orientiere: "Diese Aggressivität in Verbindung mit Selbstbeherrschung werden wir üben und dabei auf Trainingsmethoden aus dem Basketball zurückgreifen". Fußball sei "kein Kampfsport, sondern ein Kampfspiel".

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 23 vom 29. Mai 2008 senden
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