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Napolitano: Fußballkrawalle sind nicht Italien

    Hamburg (ots) - Der italienische Staatspräsident Giorgo Napolitano fordert die Bundesbürger auf, die Fußballkrawalle in Italien nicht mit der Situation im ganzen Land zu verwechseln. "Was Sie dort lesen, ist nicht Italien. Und dies ist auch nicht Ausdruck sozialer Unzufriedenheit! Es handelt sich um subversive Gewalt, um einen Angriff gegen die Institutionen, eine Ablehnung der Regeln", sagt Napolitano eine Woche vor seinem Staatsbesuch in Deutschland der ZEIT. Die Polizei schreibe die Gewalt "sowohl einer rechtsextremen als auch einer anarchistischen Gruppierung zu", sagt der Politiker.

    Napolitano kritisiert eine in Italien weit verbreitete egoistische Haltung und fordert von der gesamten italienischen Gesellschaft eine "Rückbesinnung auf Solidarität und gemeinsame Verantwortung". Das Gegenteil des Mottos "Jeder muss tun können, was er will", sei richtig: "Dies ist keine Freiheit in einem Rechtsstaat, sondern der Verlust jeglichen zivilen Bewusstseins, die Entfesselung unverantwortlicher egoistischer Impulse."

    Der italienische Staatschef lobt dagegen "das Klima der gemeinsamen Akzeptanz von Werten und grundsätzlichen Regeln in Deutschland, von dem sich der politische Kampf in der Bundesrepublik hat leiten lassen ... Dies ermöglicht es unter anderem, auf günstige Bedingungen zählen zu können, um Phasen - wenn auch ausnahmsweise und vorübergehend - einer Großen Koalition, einer generellen politischen Zusammenarbeit anzugehen." Deutschland sei ein "absolut vertrauenswürdiger Partner", fügt er hinzu.

    Der Staatspräsident fordert, Europa müsse beweisen, "dass es den notwendigen Druck ausüben kann, um den Zugang des Irans zur Atomwaffe zu verhindern. Und zugleich muss es zeigen, dass es verantwortungsbewusst handelt, ohne sich der Idee von überstürzten militärischen Schlägen gegen Iran anzuschließen".

    Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 48 vom 22. November 2007 senden wir Ihnen gerne zu.

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