Deutsche Film- und Medienbewertung

Junges deutsches Kino stark mit FBW-Prädikaten/Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung für Kinderfilm RICKY - NORMAL WAR GESTERN und das Suizid-Drama UND MORGEN MITTAG BIN ICH TOT

Wiesbaden (ots) - Wiesbaden, 5. Februar. Für die kommenden zwei Wochen empfiehlt die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zwei Kinofilme, die innerhalb ihres Genres durch ihre Qualitäten hervorzuheben sind.

Als Kind hat man es schon schwer genug im Leben, auch ohne ältere Geschwister. Und trotzdem wird der zehnjährige Ricky ständig von seinem großen Bruder geärgert. Bei den "großen Jungs" mitspielen darf er natürlich erst recht nicht. Und so träumt sich Ricky bald eine Fantasiewelt herbei, in der er von einem Kung-Fu-Kämpfer die Kunst der Selbstverteidigung lernt. Als er dann aber der 13jährigen Alex begegnet und sich mit ihr anfreundet, wendet sich das Blatt. Denn auch sein Bruder mag Alex. Und braucht jetzt Ricky, um ihr Herz zu gewinnen. Eine kleine Geschichte vom Kindsein und Erwachsenwerden erzählt Kai S. Pieck in RICKY - NORMAL WAR GESTERN (Start: 6. Februar). Neben dem gut gewählten Hauptdarsteller und der sympathischen Erzählperspektive lobte die Jury die originäre Idee und die schön bebilderte Fantasiewelt des kleinen Helden. Zusätzlich hob sie die Bedeutung des Films innerhalb seines Genres hervor: "Im Genre Kinderfilm bietet der Film immer wieder trotz des Abenteuers auch Szenen der Entspannung, ohne seinen Rhythmus zu verlieren." Dies zeichne den Film aus, der außerdem "dem jungen Publikum Wege des Miteinanders aufzuzeigen vermag". Hierfür vergab die FBW-Jury dem Film das Prädikat "wertvoll".

Vor zwei Wochen gewann Liv Liesa Fries im Rahmen des Max-Ophüls-Filmfestivals den Preis als beste Nachwuchsdarstellerin für ihre Rolle in dem bewegenden Suizid-Drama UND MORGEN MITTAG BIN ICH TOT. In der kommenden Woche startet der Film nun auch offiziell in den Kinos. Lea, eine junge Frau, die seit ihrer Kindheit an Mukoviszidose leidet, beschließt, ihr Leben selbstbestimmt zu beenden. Sie reist in die Schweiz und lädt ihre Familie ein, mit ihr noch einmal gemeinsame Zeit verbringen. Mit sehr viel Feingefühl inszeniert Regisseur Frederik Steiner die Geschichte von Lea, die Liv Liesa Fries mit einer bemerkenswerten und eindrucksvollen Stärke verkörpert. Die FBW-Jury zeigte sich tief beeindruckt von dem berührenden Drama und schreibt in ihrem Gutachten: "Leas Geschichte zu erleben, ihren Todeswunsch zu verstehen, mit ihr zu leiden, so weit das überhaupt möglich sein kann, und dennoch den Film nicht völlig niedergeschlagen zu verlassen, machen diesen Film zu einem besonderen Ereignis." Das vollständige Gutachten findet sich auf der Homepage der FBW unter www.fbw-filmbewertung.com.

Prädikatsfilme vom 6. bis 13. Februar 2014

Ricky - normal war gestern

Spielfilm, Kinder-/Jugendfilm. Deutschland 2013. Filmstart:

Ricky ist zehn Jahre alt und träumt davon, einmal ein berühmter unbesiegbarer Kung-Fu-Meister zu werden. Im Moment jedoch ist das leider noch nicht der Fall, denn nie hat er eine wirkliche Chance gegen seinen größeren Bruder Micha und dessen beste Freunde, die ihn immer wieder ärgern. Doch dann zieht plötzlich die 13jährige Alex ins Dorf. Micha verliebt sich Hals über Kopf in sie, doch es ist Ricky, der sich zuerst mit ihr anfreunden kann. Die beiden Jungs machen einen Deal: Ricky muss Alex für Micha ausspionieren. Und erhält dafür "Personenschutz" vom großen Bruder. Neben der Geschichte von Ricky erzählt der Film von Kai S. Pieck noch viel mehr. Es geht um die ganz "normalen" Probleme des Größerwerdens, die erste Liebe, Geschwisterrivalität, Probleme der Eltern, Identitätssuche und andere Konflikte, die jedes Kind aus der eigenen Erfahrungswelt kennt. Kindgerecht und für die Zielgruppe angemessen werden diese Konflikte vermittelt, der erhobene Zeigefinger bleibt unten und das Happy End wirkt nicht gekünstelt, sondern authentisch und nachvollziehbar. Gut aufgelegte Kinder- und Jugendunterhaltung.

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/ricky_normal_war_gestern

Und morgen mittag bin ich tot

Spielfilm, Drama. Deutschland 2013 Filmstart: 13.02.2014

Lea will nicht mehr. Seit ihrer Kindheit leidet sie an Mukoviszidose. Ohne Atemgerät kann sie sich nicht bewegen und jede Anstrengung schneidet ihr die Luft ab. Und so hat die junge Frau eine Entscheidung getroffen: Sie möchte sterben, einen kontrollierten Freitod. Sie reist in die Schweiz, nach Zürich, wo genau dies möglich ist. An ihrem Geburtstag soll es soweit sein. Noch weiß niemand davon. Doch Lea will unbedingt ihre Familie bei sich haben. Auch wenn sie weiß, dass sie nicht auf viel Verständnis hoffen kann. Die Chance auf Selbstbestimmung, bis in den Tod. Das ist die Botschaft des beeindruckenden Debütfilms von Frederik Steiner. Lea, wundervoll gespielt von Liv Liesa Fries, ist jung, eine fröhliche und aufgeweckte Frau, der man wünscht, das Leben zu lieben. Doch nach und nach begreift der Zuschauer durch die bedrückend authentische Inszenierung, dass Leas Leben von Schmerz und Qual bestimmt ist. Doch Steiner blickt auch auf Leas Mutter und Schwester (großartig: Sophie Rogall und Lena Stolze) und lässt den Zuschauer an deren Gefühlen teilhaben. Verzweifelt kämpfen beide gegen die Trauer und die Gewissheit, Lea zu verlieren und lernen doch, durch ihre Liebe loszulassen. Steiner ist es gelungen, ein Drama mit großer tragischer Tiefe zu inszenieren, voller menschlicher und nachhallender Augenblicke. Ein bewegendes, mutiges und in seiner Ruhe so kraftvolles Plädoyer für die Freiheit des Einzelnen, über das eigene Leben zu entscheiden. Bis zuletzt.

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/und_morgen_mittag_bin_ich_tot

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