Deutsche Film- und Medienbewertung

Prädikat besonders wertvoll für Lars von Triers umstrittenes Meisterwerk ANTICHRIST

    Wiesbaden (ots) - Mitte September startet der lang erwartete ANTICHRIST in den deutschen Kinos, den die Filmbewertungsstelle (FBW) als ein "mutiges Werk über die Abgründe der menschlichen Natur" mit dem höchsten Prädikat auszeichnete. Regisseur Lars von Trier habe mit seiner eigenwilligen, symbolischen Bildsprache einen filmischen Albtraum inszeniert, der zwar nichts für zarte Gemüter sei, aber ein beeindruckendes Filmwerk. "Innovativ, überwältigend, verstörend", so die FBW zur Begründung.

    Zeitgleich laufen in den deutschen Kinos an: der hochaktuelle und packende Politthriller STURM - Prädikat besonders wertvoll - und das historische Drama BERLIN '36 - Prädikat wertvoll. Die FBW vergab die höchste Auszeichnung für die internationale Koproduktion von Regisseur Hans-Christian Schmid: "STURM ist ein gefühlvoller und wachrüttelnder Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte." BERLIN '36 sei neben den aufschlussreichen Einblicken in die NS-Kriegspropaganda auch wegen der deutschen Nachwuchstalente Karoline Herfurth und Sebastian Urzendowsky besonders sehenswert.

    Außerdem zu sehen ist ab dieser Woche das außergewöhnliche Drama TEARS OF APRIL - DIE UNBEUGSAME, das von der Filmbewertungsstelle das begehrte Prädikat besonders wertvoll erhielt. Diese spannend inszenierte Geschichte um den finnischen Bürgerkrieg 1918 erhielt die Annerkennung der FBW durch die "Tiefe und Vielschichtigkeit der Charaktere und ihre beinahe nüchterne Inszenierung, das perfekt aufgebaute Drehbuch ohne Sentimentalität und die zum Teil fast dokumentarisch wirkenden Bilder".

    Prädikatsfilme vom 03.09. - 10.09.2009

    TEARS OF APRIL - DIE UNBEUGSAME (03.09.2009 / Venus Film)

    Die willensstarke Anführerin eines Roten Frauenbataillons überlebt den Angriff und die sexuellen Misshandlungen durch bürgerliche Weißgardisten mit Hilfe eines jungen Soldaten, der sie vor ein ordentliches Gericht bringen möchte. Doch der Richter entpuppt sich als gefährlicher Zyniker. Basierend auf historischen Ereignissen um das Jahr 1919 schildert diese eindrucksvolle Geschichte das menschliche Verhalten in Ausnahmesituationen. Die Tiefe und Vielschichtigkeit der Charaktere und ihre beinahe nüchterne Inszenierung, das perfekt aufgebaute Drehbuch ohne Sentimentalität und die zum Teil fast dokumentarisch wirkenden Bilder erzeugen eine besondere Wirkung, die noch lange nachhallt. Ohne Einschränkung besonders empfehlenswert!

    ANTICHRIST (10.09.2009 / MFA+ FilmDistribution)

    ANTICHRIST ist ein mutiges Werk über die Abgründe der menschlichen Natur. Nach dem Unfalltod ihres Sohnes ziehen sich die Eltern in eine Waldhütte zurück, wo der Mann als Therapeut seine Frau von ihren Schmerzen befreien und durch ihre Angstzustände hindurch führen will. Von Beginn an wird der Betrachter von einem unheilvollen Sog in die Geschichte gezogen, der das unvermeidliche Drama vorwegnimmt: einen existentiellen Kampf, der sich bis zum Äußersten steigert. Regisseur Lars von Trier konstruiert mit eigenwilliger symbolischer Bildsprache und einer Untermalung von bedrohlichen Klängen einen filmischen Albtraum, aus dem der Zuschauer mit großem Schrecken erwacht. Nichts für zarte Gemüter, aber ein beeindruckendes Filmwerk: innovativ, überwältigend, verstörend.

    BERLIN '36 (10.09.2009 / X Verleih)

    Das politische Klima zur Olympiade 1936 in Berlin brodelt. Sportler wie Gretel Bergmann, die jüdische Favoritin im Hochsprung, und Marie, ihre Konkurrentin mit bitterem Geheimnis, werden von den NS-Mächten bereits für ganz andere Zwecke instrumentalisiert. Regisseur Kaspar Heidelbach fügt die unbegreiflichen und doch wahren Begebenheiten um zwei Außenseiter, die unabhängig sein und ihre sportlichen Leistungen unter Beweis stellen möchten, zu einem ebenso berührenden wie aufschlussreichen Einblick auf eine etwas andere Facette der Kriegspropaganda zusammen. In diesem auf Tatsachen basierenden Spielfilm beweisen die beiden deutschen Nachwuchstalente Karoline Herfurth und Sebastian Urzendowsky darüber hinaus ihr großes Können in ihren komplexen Rollen.

    STURM (10.09.2009 / Piffl Medien)

    Der packende Politthriller erzählt die authentische Geschichte einer ambitionierten Staatsanwältin, die einem jugoslawischen Kriegsverbrecher, der zahllose Frauen auf dem Gewissen hat, am internationalen Gerichtshof in Den Haag den Prozess machen will. Trotz dessen unbestrittener Schuld bauen sich extreme Widerstände gegen eine Anklage auf. Dieser aufwühlende Film zeigt die politischen Verstrickungen und die Machtlosigkeit der Menschen, die Gerechtigkeit fordern. Durch seinen starken dokumentarischen Ansatz, unterstreicht er noch die beklemmend aktuelle Brisanz. Fröstelnd blasse und kühle Bilder illustrieren die Gleichgültigkeit der politischen Maschinerie und die düstere Stimmung vermittelt eine passende, beunruhigende Atmosphäre. STURM ist ein gefühlvoller und wachrüttelnder Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Pressekontakt:
Filmbewertungsstelle (FBW)
Rheingaustraße 140, 65203 Wiesbaden
Telefon: 0611-966004-0
Telefax: 0611-966004-11
e-mail:  film@fbw-filme.de
http://www.fbw-filme.de

Original-Content von: Deutsche Film- und Medienbewertung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Deutsche Film- und Medienbewertung

Das könnte Sie auch interessieren: