Redaktionsservice Verhütung: Stillen? Aber sicher!
WHO/UNICEF-Initiative Babyfreundliches Krankenhaus leistet wertvolle Unterstützung bei der Stillförderung

München (ots) - Noch Mitte des 20. Jahrhunderts schien Stillen aus der Mode gekommen zu sein. Mittlerweile hat sich das Blatt wieder gewendet und das Stillen erlebt seit den 1980er Jahren eine regelrechte Renaissance. Neben den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind genießen viele Mütter die besondere Nähe und Verbundenheit, die sie beim Stillen empfinden. Die WHO/UNICEF-Initiative "Babyfreundliches Krankenhaus" hat sich zum Ziel gesetzt, diese erste Lebensphase ganz besonders zu schützen und das Stillen zu fördern. Ebenso wichtig ist, dass in der aufregenden und manchmal turbulenten Zeit nach der Geburt die Verbundenheit zum Partner - und damit auch das gemeinsame Liebesleben - nicht zu kurz kommt. Gut, wenn frau sich in dem häufig stressigen neuen Familienleben auf ihre Verhütungsmethode verlassen kann. Sicheren Verhütungsschutz und Flexibilität bei der Einnahme bietet die östrogenfreie Pille. Da sie ohne Östrogene auskommt, ist sie eine optimale Verhütungsmethode für die Stillzeit.

Babyfreundliches Krankenhaus

1950 stillten nur noch knapp 60 Prozent der Frauen ihr Kind in den ersten Lebenswochen*. Industriell hergestellte Babynahrung und die veränderten Lebensgewohnheiten machten das Stillen in den Augen vieler Frauen unpraktisch und überflüssig. Durch eine Vielzahl von Studien, die die positive Wirkung des Stillen nachgewiesen haben, hat sich die Einstellung zum Stillen in den letzten Jahren deutlich geändert: Aktuell beginnen in Deutschland knapp 90 Prozent der Mütter mit dem Stillen**. Häufig gibt es jedoch Anfangsschwierigkeiten. Dann ist es besonders wichtig, dass Mutter und Kind schon in der Geburtsklinik unterstützt werden und das Stillen gefördert wird. In der sogenannten "Innocenti Declaration" wurden deshalb 1990 "Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen"* in Entbindungskliniken festgelegt. Seit 1992 gibt es die WHO/UNICEF-Initiative auch in Deutschland (seit 2006 unter dem Namen "Babyfreundliches Krankenhaus") und umfasst dort inzwischen 33 Frauenkliniken und die weltweit erste zertifizierte Kinderklinik. Die Auswirkungen der Initiative auf die Stillraten in Deutschland sind sehr positiv. Zu den vereinbarten Maßnahmen gehören z. B. das Ermöglichen des ununterbrochenen Hautkontakts zwischen Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt und das sogenannte 24-Stunden-Rooming-in, das heißt Mutter und Kind bleiben Tag und Nacht zusammen. So wird die Verbindung zwischen Mutter und Kind gefestigt und das Stillen erheblich erleichtert.

Entspanntes Liebesleben im turbulenten Familienalltag Wenn sich die erste Aufregung gelegt und das Leben mit dem neuen Familienmitglied allmählich eingependelt hat, stellt sich bei den meisten Paaren wieder die Lust auf Sex ein - laut einer deutschen Studie*** im Durchschnitt nach etwa acht Wochen. Auch in der Stillzeit ist dann eine geeignete Verhütungsmethode nötig, da eine zu frühe erneute Schwangerschaft nicht nur eine zusätzliche Belastung, sondern auch gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind birgt. Stillen bietet nur dann einen sicheren Verhütungsschutz, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind: Die Menstruation hat noch nicht wieder eingesetzt, die Frau stillt ausschließlich (d. h. mindestens alle vier Stunden) und das Baby ist nicht älter als sechs Monate*. Tabu sind in der Stillzeit Kombinationspräparate wie z. B. die klassische Pille, da Östrogene die Zusammensetzung und Menge der Muttermilch beeinflussen und die Entwicklung des Babys beeinträchtigen können. Als Alternative eignet sich besonders die östrogenfreie Pille. Das darin enthaltene Gestagen Desogestrel hat keinerlei Einfluss auf die Milchmenge und die in der Muttermilch enthaltenen Nährstoffe.

Sicher und flexibel verhüten mit der östrogenfreien Pille Anders als die herkömmliche Minipille unterdrückt die östrogenfreie Pille zuverlässig den Eisprung und wirkt damit so sicher wie die Kombinationspille. Sie kann auch noch in Ausnahmefällen zwölf Stunden nach dem eigentlichen Termin eingenommen werden, wenn sie einmal vergessen wurde - im Gegensatz zu herkömmlichen Minipillen, die jeden Tag exakt zum gleichen Zeitpunkt angewendet werden müssen (+/- drei Stunden). Gerade im Trubel der ersten Monate mit dem frischen Familienzuwachs ist dies oft eine große Erleichterung für Mütter. Natürlich kann die Verhütung mit der östrogenfreien Pille auch nach der Stillzeit fortgesetzt werden.

   Referenzen:
   *   Abou-Dakn M, Bauer Z. Die Stillende Frau in der 
       gynäkologischen Praxis, Schopfheim, 2007 
   **  Kohlhuber M, et al. Breastfeeding rates and duration in  
       Germany: a Bavarian cohort study. British Journal of Nutrition
       2007      
   *** Buhling KJ, et al. Rate of dyspareunia after delivery in 
       primiparae according to mode of delivery. Eur J Obstet. 
       Gynecol Reprod Biol 2006; 124:42-46 

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