VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger

VDZ-Präsident Dr. Hubert Burda: "Printmedien haben Meinungsführerschaft übernommen"

    Berlin (ots) -
    
    Bundeskanzler Gerhard Schröder begrüßt Entscheidung gegen
EU-Tabakwerbeverbot: "Was legal hergestellt wird, muss auch legal
beworben werden dürfen"
    
    Im Rahmen der heutigen Generalversammlung des Verbandes Deutscher
Zeitschriftenverleger e.V. (VDZ) betonte VDZ-Präsident und Verleger
Dr. Hubert Burda in Berlin die Meinungsführerschaft der Printbranche
im globalen Wettbewerb in der Informationsgesellschaft. "Print
bestimmt die entscheidenden gesellschaftlichen Themen. Wir sind eine
treibende journalistische und wirtschaftliche Kraft in Deutschland",
sagte der Verlegerpräsident.
    
    Dr. Burda dankte dem anwesenden Bundeskanzler Gerhard Schröder für
sein Engagement gegen das Tabakwerbeverbot der EU. Er betonte: "Ohne
Werbung können Medien nicht existieren". Medien seien der Motor der
Wirtschaft und hätten die Automobilbranche in dieser Funktion bereits
überholt. Dr. Burda prognostizierte bis 2002 einen Zugewinn von über
einer Million Arbeitsplätzen durch die Medienbranche. "Medien sind
die Jobmaschine der Zukunft", sagte Dr. Burda. Weiterhin begrüßte der
VDZ-Präsident die Initiative der Bundesregierung für die Boombranche
Internet und E-Commerce, kritisierte allerdings die geplante Änderung
des Betriebsverfassungsgesetzes, das den Einfluss von Betriebsräten
auch in kleinen Unternehmen gesetzlich verstärken soll.
Bürokratisierung und jede Einschränkung unternehmerischer Entfaltung
seien in der Zeit der "new economy"  nicht zeitgemäß. Dr. Burda
erneuerte vor rund 300 Führungskräften der Verlagsbranche seine
Forderung, publizistisch tätige Start-Up-Unternehmen in den Verband
aufzunehmen.  
    
    Bundeskanzler Gerhard Schröder betonte in seiner Rede, er halte
nach wie vor ein Verbot der Tabakwerbung für nicht sinnvoll. "Was
legal hergestellt wird, muss auch legal beworben werden dürfen",
unterstrich der Bundeskanzler. Schröder plädierte gegen eine
einheitliche Regelung durch die EU und setzte sich dafür ein, dass
jedes Land der EU gemäß dem Subsidiaritätsprinzip eigenständig über
die Tabakwerbung in Printmedien entscheiden solle. Der Regierungschef
verdeutlichte nachdrücklich die Bedeutung der Medien für die
wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Schröder kündigte an, das
ursprünglich Ende diesen Jahres auslaufende Gesetz zur
Beschäftigungsförderung zu entfristen. Damit könnten Arbeitgeber
weiterhin flexibel reagieren und befristete Arbeitsverträge über zwei
Jahre abschließen. Schröder forderte allerdings, keine
    
    Kettenverträge aneinanderzureihen. Zu der von Dr. Hubert Burda
kritisierten Änderung des Betriebsverfassungsgesetzes sagte der
Kanzler, es werde keine Änderung des Tendenz-schutzes geben, der den
betrieblichen Eingriff in unternehmerische Entscheidungen
ausschließt.
    
    VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner unterstrich die
Spitzenposition der Printmedien im Wettbewerb innerhalb der
Informationsgesellschaft. "Print hat starke Marken, attraktiven
Content und modernste Technik", sagte Fürstner. Dies seien die
Stärken der Printbranche und sicherten ihr langfristig den ersten
Platz im Medien-Wettbewerb.
    
    In der Debatte um die wichtigste deutsche Medienstadt maß
Professor Christoph Stölzl, Senator für Wissenschaft und Kultur, der
Hauptstadt durch die "Bilder der Geschichte" ein starkes Gewicht bei.
"Bilder, die Welt bewegen, kommen aus Berlin", sagte der Senator.
    
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