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Wie die Welt um 1,1 Billion Dollar reicher würde ...

Frankfurt am Main (ots) - Kaum ein anderes Land bringt so viele junge Menschen in Arbeit wie Deutschland, zeigt der "Young Workers Index" von PwC // Duales Ausbildungssystem als Schlüssel für hohe Beschäftigungsquote // Flexibilisierung des Arbeitsmarkts zahlt sich aus // Würden alle westlichen Industrieländer den "deutschen Weg" gehen, ließe sich die Wirtschaftsleistung OECD-weit um 1,1 Billionen Dollar steigern

Deutschland taugt als weltweites Vorbild, wenn es darum geht, junge Menschen in Arbeit zu bringen. Zu diesem Ergebnis kommt der "Young Workers Index" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Mit einem Wert von 66,1 Punkten belegt Deutschland hinter der Schweiz (67,7 Punkte) Rang zwei unter den 35 OECD-Staaten. Dahinter folgen mit bereits deutlichem Punkteabstand Österreich, Island und Norwegen, während es die USA lediglich auf Platz zehn und Großbritannien sogar nur auf Platz 21 schaffen.

Als einen Schlüssel für das starke Abschneiden Deutschlands identifizierten die PwC-Ökonomen das duale Ausbildungssystem - also die hierzulande übliche Kombination aus praktischer Lehre bei gleichzeitigem Besuch einer Berufsschule. "Der Übergang von der Schulzeit ins Berufsleben gehört zu den schwierigsten Herausforderungen im Leben überhaupt. Unsere Untersuchung zeigt, dass sich das duale Ausbildungssystem hervorragend dazu eignet, jungen Menschen diesen Übergang zu erleichtern", sagte Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PwC in Deutschland.

Italien und Spanien weit abgeschlagen

Der "PwC Young Workers Index" basiert aufs insgesamt acht Indikatoren, zu denen - zum Beispiel neben der Arbeitslosenquote oder der Schulabbruchsrate - vor allem die sogenannte NEET-Quote gehört. Das englische Kürzel steht für "Not in Education, Employment or Training", umfasst also junge Menschen, die nicht mehr in der Ausbildung sind, aber auch noch keiner regulären Beschäftigung nachgehen und auch keiner Fördermaßnahme angehören.

Hierzulande gehören gerade einmal 10,1 Prozent der 20- bis 24-Jährigen zu dieser Gruppe - wobei in diese Zahl auch junge Mütter oder Väter eingerechnet werden, die sich um ihr Kind kümmern und darum aktuell gar nicht auf Arbeitssuche sind. In den USA liegt die NEET-Rate bei 17,5 Prozent, während in Spanien 29,0 Prozent und in Italien sogar 35,0 Prozent der jungen Erwachsenen betroffen sind. "Die außergewöhnliche gute NEET-Quote hat, abgesehen vom guten deutschen Ausbildungssystem, natürlich auch mit der seit Jahren stabilen Konjunktur hierzulande zu tun. Daneben zeigen sich aber auch die positiven Folgen der Arbeitsmarktflexibilisierung, von der junge Leute besonders stark profitieren", so Winkeljohann.

Bessere Kooperation zwischen Schulen und lokalen Betrieben

Abgesehen von der dualen Ausbildung nach deutschem Vorbild nennt die PwC-Studie weitere Rezepte, wie sich junge Erwachsene besser in Arbeit bringen lassen. Eine Empfehlung lautet, die Lehrpläne noch stärker auf solche Fächer auszurichten, die im täglichen Arbeitsleben besonders von Belang sind - Mathematik zum Beispiel. Helfen würde auch eine bessere Kooperation zwischen Schulen und Betrieben. So könnten sich lokale Unternehmer etwa als Mentoren einbringen. Zudem raten die PwC-Fachleute zu formelleren Einstellungsverfahren. Denn solche führen, wie Untersuchungen zeigen, zu besseren Karrierechancen für junge Menschen aus schwächeren sozialen Schichten.

Daneben rechnen die PwC-Fachleute vor, wie hoch die globalen Wohlstandsgewinne wären - gelänge es anderen Ländern, ihre NEET-Quote bei den 20- bis 24-Jährigen durch politische Reformen auf das Niveau Deutschlands zu drücken. In Großbritannien zum Beispiel ließe sich das Bruttoinlandsprodukt langfristig um 2,3 Prozent steigern, in Spanien um 6,4 Prozent und in Italien sogar um 8,4 Prozent. Alles in allem würde die Wirtschaftsleistung im OECD-Raum um einen Wert von grob gerechnet 1,1 Billionen Dollar wachsen.

Über PwC:

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