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Weltweite PwC-Umfrage zur IT-Sicherheit: Zahl der Hackerangriffe auf Unternehmen steigt kontinuierlich

Frankfurt am Main (ots) - Studie "Global State of Information Security Survey 2015" zeigt: Finanzielle Schäden durch Hackerangriffe deutlich gestiegen / Budgets werden dennoch gekürzt / Geheimdienste werden als Bedrohung empfunden

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Sicherheit von Unternehmen ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen. Dies ist das Ergebnis des Global State of Information Security Survey, einer weltweiten Erhebung, welche die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC jährlich zusammen mit den Fachmagazinen CIO und CSO durchführt. Dazu wurden im Frühjahr 2014 rund 9800 IT-Verantwortliche in über 154 Ländern und quer durch alle Branchen befragt, darunter rund 3300 europäische und 434 Unternehmen aus Deutschland. Es ist die größte Umfrage ihrer Art.

Das zentrale Ergebnis: Im Jahr 2013 ist die Gesamtzahl der Angriffe auf die IT-Sicherheit von Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent auf 42,8 Millionen angestiegen. Dies entspricht 117.330 Angriffen pro Tag. Seit 2009 ist die Zahl damit sogar um 66 Prozent angestiegen. Trotz der zunehmenden Anzahl an Sicherheitsvorfällen sinken die Ausgaben für IT-Sicherheit. Zwar gaben 48 Prozent der Studienteilnehmer an, dass sie IT-Sicherheitsrisiken stärker wahrnehmen. Im Jahr 2011 hatten dies nur 39 Prozent gesagt. Demgegenüber sanken die Ausgaben für IT-Sicherheit gegenüber dem Vorjahr jedoch um 4 Prozent.

"Trotz knapper Budgets gilt: Informationssicherheit beschäftigt nicht länger nur die IT-Verantwortlichen und Sicherheitsexperten - bei den meisten Unternehmen ist das Thema inzwischen Chefsache, was nur natürlich ist angesichts der massiv gestiegenen Schäden in diesem Bereich. Der Markt für Informationssicherheit ist und bleibt daher ein wachsender Markt. Gerade der Boom bei Smartphones und Tablets verlangt von den Firmen eine Reaktion im Bereich IT-Sicherheit. Auch versichern sich Organisationen heute häufiger gegen Cyber-Schäden", sagt Derk Fischer, PwC-Experte für Informationssicherheit.

Milliardenschaden durch Verlust von Geschäftsgeheimnis

Der Studie zufolge entstand 2013 weltweit ein Verlust von geschätzten 2,7 Millionen Dollar pro Angriff, das ist zum Vorjahr ein Anstieg von 34 Prozent. Dabei sind große Verluste zunehmend an der Tagesordnung: Die Zahl der Fälle mit einem Verlust von mehr als 20 Millionen Dollar stieg 2013 sogar um 92 Prozent. In der Summe betrug der Schaden, der durch den Verlust von Geschäftsgeheimnissen entstand, zwischen 749 Milliarden und 2,2 Billionen Dollar. Da viele Angriffe nicht gemeldet werden, liegt die Dunkelziffer der globalen Kosten durch Cyberkriminalität jedoch wohl um einiges höher.

Insbesondere in Europa haben die Befragten einen signifikanten Anstieg von Cyberkriminalität beobachtet: So ist hierzulande 2013 die Zahl der aufgedeckten Angriffe um 41 Prozent gestiegen. Wie die Umfrage weiter ergeben hat, werden große Firmen (Bruttoumsatz von mehr als 1 Milliarde Dollar) häufiger angegriffen als kleine Firmen. Für Hacker interessant sind vor allem Handelsstrategien, geistiges Eigentum (Produktdesigns) und große Mengen an Kundendaten, die verkauft oder sogar für militärische Vorteile genutzt werden können. Ebenso angestiegen sind die Angriffe auf vernetzte Verbrauchergeräte wie Baby-Phones oder Fernseher - ein Umstand, der das "Internet of Things" deutlich zurückwerfen könnte.

Mitarbeiter sind manchmal auch Täter

Wie die Studie weiter ergeben hat, stehen am häufigsten Insider - derzeitige und ehemalige Mitarbeiter - hinter der Cyberkriminalität. Dabei geschehen jedoch viele Vorfälle unabsichtlich, z.B. durch den Verlust von mobilen Endgeräten, oder weil die Mitarbeiter Opfer von Phishing-Angriffen werden. Darauf sind jedoch viele Firmen nicht vorbereitet. "Viele Organisationen übersehen gerade die Bedrohungen, die aus ihrem eigenen geschäftlichen Ökosystem stammen. Als Folge davon verfügen die wenigsten Unternehmen über eine geeignete Früherkennung und sind nicht in der Lage, auf den Ernstfall, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintreten wird, angemessen und schnell zu reagieren", sagt Fischer.

Zugenommen haben überdies die Angriffe auf Händler. Bei 467 Datenpannen bei Händlern weltweit waren in 95 Prozent der Fälle die Kredit- und Bezahlkartendaten das Hauptziel. Auch der Diebstahl von geistigem Eigentum ist 2013 angestiegen - um 19 Prozent. Besonders betroffen war die Luftfahrt- und Verteidigungsbranche, wo ein Anstieg von 97 Prozent beim Diebstahl von "handfestem" geistigem Eigentum wie strategischen Geschäftsplänen, Vertragsdokumenten und sensiblen finanziellen Daten zu verzeichnen war, und 66 Prozent bei "virtuellem" geistigen Eigentum wie Prozessen und Betriebskenntnissen.

Inlandsgeheimdienste: eine neue Sorgenquelle

Ebenfalls in die Höhe ging es mit Angriffen durch Geheimdienste von Nationalstaaten. Hier stieg die Fallzahl um 86 Prozent an, verursacht unter anderem durch geopolitische Ereignisse in Osteuropa und dem Mittleren Osten. Als Folge der Snowden-Leaks sind zudem Nationen, Firmen und die Gesellschaft insgesamt skeptischer geworden gegenüber inländischen Geheimdiensten und dem möglichen Einfluss auf Datenschutz und Datensicherheit. 59 Prozent der Befragten sagten, dass ihre Führungskräfte besorgt sind mit Blick auf die Regierungsüberwachung. Besonders hoch sind die Bedenken in China (93 Prozent), Indien (83 Prozent) und Brasilien (77 Prozent). Rund 42 Prozent der Befragten überprüfen daher den Verkauf ihrer Produkte in verdächtige Staaten; 29 Prozent verkaufen deshalb sogar weniger in diese Länder.

Weitere Informationen unter: www.pwc.de/gsiss2015

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