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Jerusalem Friedensmal - erschaffen zur Würde und Freiheit des Menschen

Bensheim (ots) - Der DGB Ortsverein Bensheim unterstützt ausdrücklich das Jerusalem Friedensmal im Ortsteil Hochstädten in seiner jetzigen Form. Aufgeschreckt durch die Ankündigung des Kreises Bergstraße, das Kunstwerk teilweise wieder entfernen zu lassen, wollten die Gewerkschafter vor Ort den "Stein des Anstoßes" in Augenschein nehmen. Bei dem Treffen mit dem Initiator und Künstler Thomas Zieringer, vermittelt durch Franz Apfel (BfB), konnten sie sich ein Bild des Objektes machen. Das von Zieringer vor 8 Jahren gekaufte Grundstück weist großflächig einen mit Steinen gefassten Kreis auf, in dessen Mitte als universelles Friedenssymbol ein sechseckiger Stern auf einer "Weißen Rose" liegt.

Der endgültigen Konzeption des Friedensmals ging ein langer Prozess voraus, erläuterte Zieringer. Es sei schwierig gewesen ein Denkmal als Zeichen für die Würde und Freiheit des Menschen zu entwickeln, das auch jüngere Generationen verstehen lässt, warum das Gedenken an die dunklen Kapitel deutscher Geschichte wichtig ist. Obwohl es dem engagierten Künstler um eine achtsame Art des Umgangs mit der deutschen Geschichte ging, die von einer eigenen positiven Verantwortung für das Leben heute und nicht von einer Kollektivschuld spricht, wurde dieses Friedensmal wenige Tage nach seiner Einweihung im Oktober 2012 erstmals geschändet. Schon damals war der heute vom Abriss bedrohte Gedenkstein einigen Passanten ein Dorn im Auge.

Entspricht auch das Friedensmal einer völlig neuen Konzeption und unterstreicht es, wie Menschen in all ihrer Verschiedenheit friedlich miteinander umgehen können, so erfolgt der Umgang damit auf Behördenseite in gewohnt bürokratischer Manier. Anstatt ihn zu unterstützen, hat Zieringer viel Widerstand erfahren. Der Künstler hat am Europäischen Fernwanderweg oberhalb von Hochstädten nicht nur einen Platz zum Innehalten und Meditieren geschaffen. Längst überfällig setzte er außerdem auf der Gedenkstätte für den Frieden den ehemaligen Zwangsarbeitern und Häftlingen aus Konzentrationslagern, die im Tal unterhalb in Stollen im Dritten Reich schuften mussten, einen Gedenkstein. Das geschah nun fast 70 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus!

Dieser Gedenkstein, kaum einen Meter hoch und nur wenig breiter, soll nun auf dem Privatgelände wieder weichen. Begründung: dafür sei keine Genehmigung erteilt worden. Zieringer weist darauf hin, dass sich durch eine weitere Genehmigung der Behörde im Umfeld des Denkmals die Landschaft verändert hatte. Seine Gestaltung hätte in der neuen Umgebung überladen und bedrückend gewirkt und sie hätte kaum ihren Sinn noch erfüllt. Statt das Projekt fallen zu lassen, fand er aber eine Möglichkeit den Ort wieder zu entlasten und baute dort tatsächlich 21 Gedenksteine weniger hin als es ihm nach der Genehmigung erlaubt war.

Anklagepunkt der Behörde ist nun, dass heute 1 Gedenkstein neben dem Denkmalkreis steht, statt darin. Dass dadurch aber überhaupt die künstlerische Gestaltung in ihrer Formensprache wieder funktioniere, finde noch keine Anerkennung bei der Behörde, so Zieringer. Die Ausnahmegenehmigung für das Denkmal in der Größe von 535 qm im Außenbereich konnte aber überhaupt nur deshalb erteilt werden, weil man bei der Genehmigung den Nutzen eines funktionierenden Denkmalkonzeptes für das Allgemeinwohl als wichtiger ansah als die ernstzunehmenden Belange des Landschaftsschutzes.

Die Veröffentlichung des Abrissvorhabens löste Häme und einen nicht zu beschreibenden Spott und Hohn in der rechten Szene aus. Das kann kein Politiker im Kreis Bergstraße wollen, so die DGB-Vorsitzende Jutta Mussong-Löffler. Zum einen ist ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus an diesem Ort längst überfällig. Das ehemalige Außenlager in Hochstädten war dem KZ Natzweiler-Struthof zugeordnet und ist in der Israelischen Gedenkstätte Yad Vashem aufgeführt. Von den politisch Verantwortlichen wurde bisher nichts in diese Richtung unternommen. Zum Anderen ordnet die Baubehörde den Abriss an, weil keine Genehmigung vorliegen würde und nimmt billigend in Kauf, revanchistischen, antisemitischen und nationalistischen Kräften zuzuspielen.

Der DGB Bensheim ist sicher, dass es bei der Vorgeschichte einen Ermessensspielraum für die Verwaltungsbeamten gibt. Es müsste im Interesse der Kreispolitik sein, fortschrittliche, dem Frieden verpflichtende Kunstwerke zu unterstützen. Man stelle sich vor: in Bensheim gibt es das erste Jerusalem Friedensmal, und der Kreis Bergstraße macht es platt. Das kann niemand nachvollziehen. Vor eineinhalb Jahren schrieb der Frankfurter Rabbiner Andrew Steiman in seinem Grußwort zur Einweihung "...und Bensheim kann damit auch in Jerusalem sein, wenn es will".

Pressekontakt:

Ansprechpartner: Thomas Zieringer, zieringer@friedensmal.de, Tel.
06251 860 91 77 , Handy: 0151 4160 3140 , Web: http://friedensmal.de
Facebook: http://www.facebook.com/jerusalempeacememorial

Verantwortlich für den Inhalt der Pressemeldung: Jutta
Mussong-Löffler, DGB-Vorsitzende Bensheim, Drususstr.11, 64625
Bensheim

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