dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

dpa weiter im Vorwärtsgang - Geschäftsführung sieht neue Chancen im Internetzeitalter

Berlin (ots) - Die dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH hat sich im Jahr ihres 50jährigen Bestehens gut behauptet. Obwohl die vor allem durch das Internet ausgelösten Strukturveränderungen auf den Informationsmärkten immer deutlicher in Erscheinung traten, nahm der Umsatz des Unternehmens wie im Vorjahr um 1,3 Prozent oder 2,5 Mio. Mark auf 198,2 Mio. Mark zu. Der Jahresüberschuss 1999 (nach Steuern) betrug 1,33 Mio. Mark (Vorjahr 1,2 Mio Mark). "Wir haben unsere Flexibilität deutlich verbessert und uns neue Marktchancen erschlossen", betonte der Vorsitzende der dpa-Geschäftsführung, Walter Richtberg, am Dienstag auf der Gesellschafterversammlung in Berlin bei der Vorlage des Geschäftsberichts 1999. Die Investitionen des Unternehmens betrugen 1999 10,3 Mio. Mark. Der Cashflow belief sich auf 15,2 Mio. Mark (Vorjahr 14,4 Mio. Mark). Hauptumsatzträger der Agentur in Deutschland blieb weiterhin der Nachrichtendienst, allerdings bei leichten Umsatzeinbußen vor allem aufgrund von Auflagenrückgängen bei Zeitungen. Diese konnten durch wachsende Verkäufe bei den Online- und Selektionsdiensten überkompensiert werden. Als besonders erfreulich bezeichnete Richtberg die Entwicklung der Erträge im Bildbereich mit einem Plus von 8,2 Prozent. Das Wachstum habe hier allerdings nicht der Bildfunk gebracht, sondern sei der Bilddatenbank und den Reportdiensten zuzurechnen. Zu den Besonderheiten im vergangenen Geschäftsjahr zählte der Umzug des Bonner dpa-Büros nach Berlin im Herbst 1999. In dem neuen Hauptstadtbüro arbeiten mehr als 100 festangestellte Mitarbeiter. "Alle Redaktionen sind dort auf einer Ebene untergebracht und können multimedial zusammenarbeiten", erklärte Chefredakteur Wilm Herlyn. "Dabei handelt es sich um das Bundesbüro, die Landesdienste Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie den dpa/Rufa-Audiodienst und die Fotoagentur Zentralbild." Mit Leipzig wurde zum ersten Mal seit Gründung der dpa vor 50 Jahren wieder ein neues Landesbüro eröffnet. Zu den weiteren Veränderungen im redaktionellen Bereich zählten eine tiefgreifende Strukturreform in der Hamburger Zentrale mit der Einrichtung des Ressorts Vermischtes/Modernes Leben, die Ausweitung der Online-Dienste und die verfeinerte Umsetzung des Regionalisierungskonzeptes. Außerdem wurde der Internationale dpa-Dienst in Englisch unter anderem durch die Verstärkung des Netzes englischsprachiger Mitarbeiter in Europa weiter ausgebaut. Als außerordentlich erfreulich bezeichnete der Vorsitzende der Geschäftsführung die Entwicklung der Tochterunternehmen: "Alle haben im Berichtsjahr schwarze Zahlen geschrieben." Besonders erfolgreich sei die news aktuell GmbH. Über Plan habe erneut auch die für die Bildberichterstattung in Ostdeutschland zuständige Fotoagentur Zentralbild GmbH gelegen. Mitte des Jahres 1999 wurde die dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH gegründet, an der dpa mit 50 Prozent, die Londoner Wirtschaftsagentur AFX News Ltd. mit 30 Prozent und die Frankfurter Teledata-Börsen-Informations-GmbH mit 20 Prozent beteiligt sind. "dpa-AFX konnte sich mittlerweile zum führenden Anbieter für Wirtschaftsnachrichten im deutschsprachigen Internet entwickeln", betonte Richtberg. Die dpa-Firmengruppe erreichte 1999 einen Konzernumsatz von 218 Mio. Mark (+2,1%). Die Zahl der festangestellten Mitarbeiter betrug 1096, davon 917 bei der Muttergesellschaft. In der Gesamtschau, so Richtberg, habe sich die dpa 1999 erneut positiv entwickelt. Ein weiteres Kostensenkungsprogramm zeige bereits deutliche Erfolge. Auch mit Einführung eines sogenannten Etatmanagements - einer dezentralisierten Etatverantwortung - und einer Weiterentwicklung der Planung und des Controllings sei die wirtschaftliche Feinsteuerung noch verbessert worden. Mit der weiteren Entwicklung des Medienmarktes sieht Walter Richtberg sowohl Risiken als auch Chancen auf die Agentur zukommen: "Die Risiken ergeben sich vor allem aus der Tatsache, dass das Geschäft mit den klassischen Agenturdienstleistungen tendenziell stagniert und in Zukunft leicht rückläufig sein dürfte. Trotz steigender Kosten sind ferner die Preisüberwälzungsmöglichkeiten enger geworden." Andererseits werde der Informationsbedarf im Online-Zeitalter aus anderen Bereichen größer. Hier seien die Umsätze vor allem mit Online-Anbietern gestiegen. Als Zielgruppen nannte er Websites, Portale und auch Intranets. Sehr erfolgreich sei dpa mit zusätzlichen Online-Angeboten für Sport (SportsLine), Ratgeber (ServiceLine) und Entertainment (StarLine). Das Internet biete außerdem bessere technische Verbreitungsmöglichkeiten, insbesondere auch im Ausland. Gleiches gelte für mobile Kommunikation wie WAP-Anwendungen, sagte Richtberg. Insgesamt profitiere dpa bei all ihren Produkten und auch im Internet von ihrem guten Namen, der für Qualität, Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit und Aktualität bürge, versicherte Richtberg. Mit der Internet-Tochter dpa-info.com GmbH, die sich zur Zeit in Gründung befinde, reagiere dpa auf die neuen Online-Märkte. Richtberg: "Sie erfordern eine hohe Kundennähe vor allem in technischer Hinsicht und ein flexibles Content-Management." Mit solchen Ausgliederungen bei neuen Aktivitäten habe dpa bisher gute Erfahrungen gemacht. "Auch diese Neugründung", so Richtberg weiter, "ist Ausdruck der Tatsache, dass wir mit hoher Flexibilität und Anpassungsbereitschaft den Märkten folgen. Da wir uns darauf einstellen, bin ich sicher, dass in Zukunft für uns die Chancen größer sind als die Risiken." ots Originaltext: dpa Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Ansprechpartner: Wolfgang Duveneck dpa Presse und Kommunikation Tel. (040) 4113-2510 Fax (040) 4113-2539 E-Mail: Duveneck@hbg.dpa.de Original-Content von: dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, übermittelt durch news aktuell

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