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Türkei will internationale Firmen für Image-Werbung einspannen

Berlin (ots) - Unternehmen sollen Bekenntnis zum Standort Türkei ablegen / Ziel der Image-Kampagne ist es, in mehr als 14 Ländern ein "unrichtiges und voreingenommenes" Bild der ausländischen Medien zu korrigieren / Daimler AG dementiert Beteiligung an Kampagne / Zudem stehen Siemens, Bosch, Samsung, Hyundai, Toyota, Ford und Citibank auf Kandidatenliste

Nach dem verhinderten Putsch im Juli will die türkische Regierung internationale Konzerne im Land einspannen, um für Investitionen zu werben. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins 'Capital' (Ausgabe 10/2016, EVT 15. September) rekrutiert Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci derzeit Firmen-Chefs für die Werbekampagne "Discover Your Turkey Story". In Videobotschaften und Mailings sollen die CEOs oder Türkei-Statthalter von Unternehmen wie Fiat, Axa oder Vodafone ein Bekenntnis zum Standort Türkei ablegen. Auch deutsche Konzerne sollen sich beteiligen.

Präsident Recep Tayyip Erdogan greift damit zu ungewöhnlichen Mitteln - aus Furcht davor, dass die angespannte innenpolitische Lage nach dem Putschversuch ausländische Investoren abschrecken könnte. Der Ausblick für Wachstum und Kreditwürdigkeit des Landes ist wegen der anhaltenden Verunsicherung gedämpft. Die Verhaftungswelle, mit der die Regierung auf Kritiker zielt, macht auch vor der Wirtschaft nicht halt. Unter deutschen Unternehmen in der Türkei sieht nach einer Umfrage jedes dritte das Geschäft beeinträchtigt.

Die Image-Kampagne will nun in mehr als 14 Ländern ein "unrichtiges und voreingenommenes" Bild der ausländischen Medien korrigieren, heißt es bei der Turkish Exporters' Assembly (TIM). Ziel sei es, Zuversicht in die türkische Demokratie und Wirtschaftsstärke zu vermitteln. Als Unterstützerin der Kampagne hat Wirtschaftsminister Zeybekci in einem Interview unter anderem die Türkei-Chefin von Mercedes-Benz, Britta Seeger, genannt. Auf Anfrage widersprach ein Konzernsprecher: Die Daimler AG und Mercedes-Benz Türk seien "an der Kampagne des Wirtschaftsministeriums nicht beteiligt". Nicht äußern wollte sich die Siemens AG, die ebenso wie Bosch auf der Kandidatenliste steht. Weitere Firmen sind unter anderem Samsung, Hyundai, Toyota, Ford und Citibank.

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