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BGH droht MH17-Privatermittler Ordnungshaft an

Berlin (ots) - Josef Resch verweigert Aussage / "Die Behörden gefährden mein Leben"

Der Lübecker Privatermittler Josef Resch und seine Mitarbeiter fürchten um ihr Leben. Sie sollen vor dem Bundesgerichtshof (BGH) ihre Erkenntnisse zu dem Abschuss der Passagiermaschine MH17 vor zwei Jahren über der Ost-Ukraine preisgeben. Bei einer Vernehmung am 6. September wurde ihnen Ordnungshaft angedroht, sollten sie nicht kooperieren. Der Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins 'Capital' sagte Resch: "Der BGH gefährdet mein Leben." Sollte er auspacken, müssten er und seine Familie mit dem Schlimmsten rechnen. Das hätten seine damaligen Auftraggeber klar gemacht. Um wen es sich dabei handelt, ist auch Resch nicht bekannt. Kommuniziert wurde ausschließlich über einen Schweizer Mittelsmann. Bei dem Absturz der MH17 am 17. Juni 2014 waren alle 298 Insassen ums Leben gekommen, darunter vier Deutsche.

Resch hatte im September 2014 zunächst 30 Millionen Euro Belohnung für Belege ausgelobt, die zu den Verantwortlichen des Abschusses der Maschine führen. Später erhöhte er die Summe um weitere 17 Millionen Euro für Hinweise darauf, wer die Tat vertuscht. Resch und seine Auftraggeber waren der Ansicht, dass Nachrichtendienste versuchten, den wahren Tathergang zu verschleiern. Im Juni vergangenen Jahres sagte Resch gegenüber 'Capital', seine Auftraggeber hätten die Informationen bekommen, die sie erhalten wollten. Angeblich hätte ein Insider gegenüber einem Mittelsmann seiner Auftraggeber ausgepackt - in seinem Privathaus.

Im Frühjahr 2016 wurde die Generalbundesanwaltschaft aktiv, nachdem die niederländischen Behörden um Amtshilfe gebeten hatten. Reschs Haus wurde durchsucht und ein Schließfach in der Schweiz geöffnet. Die Behörden ermitteln gegen Unbekannt wegen des Verdachts eines Kriegsverbrechens. Resch und sein Mitarbeiter werden als Zeugen geführt. Beide berufen sich auf ein Aussageverweigerungsrecht, weil sie sich bedroht fühlen. Der BGH erkennt das nicht an, da Resch bereits in mehreren Zeitungsartikeln und einem Buch über seine Ermittlungen gesprochen habe, allerdings ohne Details zu nennen. Dass die Behörden aber auch von einer Bedrohungslage ausgehen, belegen Unterlagen, die 'Capital' vorliegen. Aus einem Beschluss des BGH geht hervor, dass einem Mitarbeiter von Resch die Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm angeboten wurde, der jedoch ablehnte. "Ich werde weiterhin schweigen", versicherte Resch. "Lieber gehe ich in Beugehaft, als meine Familie zu gefährden."

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