Capital, G+J Wirtschaftsmedien

Chefin der umstrittenen Schiedsgerichte wirft Kritikern Unkenntnis vor - Meg Kinnear: "Das Ganze ist sehr aufwändig und fair"

Berlin (ots) - 20. August 2015 - Die Chefin der umstrittenen Schiedsgerichte zwischen Staaten und Unternehmen, Meg Kinnear, hat ihren Kritikern Unkenntnis und Fehlinformationen vorgeworfen. "Es gibt eine Menge falscher Vorstellungen, was wir hier eigentlich machen. Das Ganze ist sehr aufwändig und fair", sagte Kinnear in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 9/2015). Die Kritik, die Schiedsgerichte seien "eine Veranstaltung, um Geld zu machen", sei ungerechtfertigt. Keines der Gerichte entscheide darüber, ob "eine bestimmte Politik gut oder schlecht ist". Das sei nicht ihre Aufgabe. Vielmehr gehe es "allein um die Frage, ob eine Regierung ein in einem Vertrag gemachtes Versprechen gebrochen" habe.

Private Schiedsgerichte stehen insbesondere seit den Vorhandlungen um das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) schwer in der Kritik. Kinnear leitet das Internationale Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) zwischen Staaten und Unternehmen in Washington.

Die öffentliche Aufregung könne sie nicht nachvollziehen, sagte sie. Ihre Institution sei heute so notwendig wie nie zuvor in der mittlerweile 50-jährigen Geschichte. "Die Investitionen über Grenzen hinweg haben immens zugenommen. Das schafft mehr Konfliktpotenzial", sagte sie 'Capital'. Insgesamt habe sich die Zahl internationaler Investmentverträge seit den 90er Jahren vervierfacht und liege heute bei 3.200. Die Deutschen seien 1959 sogar die ersten überhaupt gewesen, die einen internationalen Vertrag über Investitionssicherheit und Entschädigungen eingefordert hätten.

Pressekontakt:

Timo Pache, Chefredaktion 'Capital',
Tel. 030/220 74-5125
E-Mail: pache.timo@capital.de
www.capital.de

Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Capital, G+J Wirtschaftsmedien

Das könnte Sie auch interessieren: