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Streit um verschwundene Rehberger-Kunst eskaliert: Clubbesitzer bezichtigen Deka-Bank der Falschaussage

Berlin (ots) - Klage beim OLG Frankfurt eingereicht

Berlin, 23. April 2015 - Der Streit zwischen Frankfurter Club-Betreibern und der Deka-Bank um eine verschwundene Installation des renommierten Künstlers Tobias Rehberger geht in die nächste Runde. Wie das Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 5/2015) berichtet, beschäftigt sich das Oberlandesgericht Frankfurt nun mit der Wiederaufnahme des Verfahrens. Der Streitwert liegt bei 2,95 Millionen Euro. In erster Instanz wurde die Klage der Gebrüder Zeleke abgewiesen. Die Kläger präsentierten dem Oberlandesgericht nun neue Zeugen und Beweise, die angeblich belegen sollen, dass in erster Instanz Falschaussagen gemacht wurden. Ein Zeuge relativierte bereits seine Aussage aus dem Prozess. Für die Deka bedeutet das eine Fortsetzung eines peinlichen Prozesses.

Aus dem Frankfurter Szene-Club NuSoul war nach einer Räumungsklage der Deka, der Besitzerin der Immobilie, im Frühjahr Jahr 2012 die Rauminstallation verschwunden. Die hat den Klägern zufolge einen beträchtlichen Wert, denn sie wurde von Tobias Rehberger entworfen. Rehberger ist Gewinner des Goldenen Löwen der Kunstbiennale in Venedig und Prorektor an der Städelschule. Er hatte eine Installation aus Licht, Möbeln und Deko für den Club gestaltet.

In dem Prozess geht es darum, ob die Gebrüder Zeleke, drei stadtbekannte Event-Manager äthiopischer Herkunft, innerhalb der Räumungsfrist versucht haben, die Installation abzubauen. Sie behaupten, sie hätten mehrmals versucht, Kontakt sowohl mit dem Hausmeister als auch dem Asset-Manager aufzunehmen, um einen Termin zu vereinbaren. Die beiden Zeugen bestritten jedoch vor dem Landgericht, dass es eine wie auch immer geartete Kontaktaufnahme gegeben habe. Der Richter glaubte ihnen.

Die Kläger behaupten, die Zeugen hätten "dem Richter ins Gesicht gelogen". Und das wollen sie nun durch Einzelverbindungsnachweise ihrer Telefone und neue Aussagen beweisen können. Einer der Zeugen aus dem ersten Prozess hat seine Aussage bereits relativiert. In dem Schreiben der Deka-Anwälte heißt es: "Der Zeuge kann und will heute nicht mehr ausschließen, von irgendeinem der Kläger angerufen worden zu sein."

Die Kläger glauben, dass die Kunst "unter der Hand" verkauft worden sei. Und das solle vertuscht werden. Auch dafür gebe es Zeugen. Wo die Kunst abgeblieben ist, ist bis heute unklar. Ein Sprecher der Bank gibt sich dennoch optimistisch: "Die Vorwürfe der Kläger gegen die Deka sind falsch und deshalb hat das Landgericht die Klage zu Recht abgewiesen. Es steht der Gegenseite frei, dagegen Rechtsmittel einzulegen - auch die Berufung hat jedoch keinerlei Grundlage und wird keinen Erfolg haben."

Die Fortführung des Prozesses vor dem OLG Frankfurt wird im Juni erwartet.

Pressekontakt:

Jens Brambusch, Reporter 'Capital',
Tel. 030/220 74-5127, Mobil 0176/647 02 338
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