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'Capital'-Soliditätstest unter Lebensversicherern: Lebensversicherte müssen mit hohen Einbußen bei Auszahlungen rechnen

    Köln (ots) -
    
    Lebens- und Rentenversicherungen müssen Gewinnbeteiligungen
    erheblich kürzen / Finanznot der Versicherer wird Übernahmen zur  
    Folge haben
    
    Bei 83 Millionen Policen von Lebensversicherten stehen zum
Jahreswechsel erhebliche Kürzungen der Gewinnbeteiligungen bevor.
"Alle Lebensversicherungen müssten ihre Überschussbeteiligungen
senken", erklärt Heijo Hauser, Geschäftsführer des
Versicherungsberaters Tillinghast-Towers Perrin, gegenüber dem
Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 22/2001, EVT 18. Oktober).
Anlass sind deutlich schlechtere Kapitalerträge aufgrund von
Wertverlusten am Aktienmarkt, schwachen Immobiliengeschäften und
anhaltend niedrigen Zinsen. Zugleich sind die Ausgleichspolster in
den stillen Reserven rapide geschrumpft. 'Capital' hat in seiner
aktuellen Ausgabe die 73 wichtigsten Lebensversicherer einem
Soliditätstest unterzogen. Das Ergebnis: 21 der 73 untersuchten
Unternehmen gaben 2001 höhere Zinsen auf Kundenbeiträge weiter, als
sie selbst mit ihren Kapitalanlagen netto erwirtschafteten. Eine
Umfrage unter den Gesellschaften ergab, dass die meisten
Lebensversicherer daher darüber diskutieren, die Verzinsung für
Policen zu kappen. Einige Anbieter haben bereits beschlossen, die
Gewinnbeteiligung der Kunden zu reduzieren: die Spanne reicht von
-0,75 Prozentpunkten bei der Continentale bis zu -1,75 Prozentpunkten
bei der Hannoversche LV.
    
    Laut 'Capital' rächt sich in diesen mageren Zeiten, wenn die
Kunden den prog-nostizierten Auszahlungsbetrag als Versprechen nahmen
und nicht als bloße Hochrechnung. Auf Nummer sicher geht, wer nur mit
der Garantieleistung von 3,25 Prozent auf seine Beiträge kalkuliert.
Die Abschläge der Branche werden im Durchschnitt "um einen
Prozentpunkt pendeln", schätzt  der Geschäftsführer des
Versicherungsberaters Tillinghast-Towers Perrin, Heijo Hauser. In
diesem Fall fehlen einem Kunden, der seit fünf Jahren in einen
15-Jahres-Vertrag einzahlt und mit 400.000 Mark rechnet, am Ende
31.000 Mark. Längerfristig müssen sich die Versicherten nach
Expertenschätzung auf nur noch rund 6,5 statt bis zu acht Prozent
Verzinsung einstellen.
    
    Für Versicherer in akuter Finanznot sucht das Bundesaufsichtsamt
für das Versicherungswesen dem Vernehmen nach wirtschaftlich starke
Partner, die die Bestände der Wackelkandidaten übernehmen. "Es wird
mit Sicherheit Übernahmen geben", prophezeit Hauser. Auch der Chef
der Hannoverschen Leben, Eckart von Uckermann, sondiert: Natürlich
könne man allein weitermachen - "aber es könnte sein, dass wir es mit
einem Partner besser fänden."
    
    Mit dem 'Capital'-Policen-Check können Lebensversicherte jetzt
prüfen, ob ihr Vertragsunternehmen erste Wahl ist. Unabhängige
Versicherungsberater erkennen, was die Police heute noch wert ist und
helfen, die Rendite zu steigern. Der Policen-Check wird vom
Bundesverband der Versicherungsberater angeboten und kostet 150 Mark.
Teilnahme-Coupons finden sich in der aktuellen 'Capital'-Ausgabe.
    
ots Originaltext: Capital
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