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Vor dem Klimagipfel in Bonn: Niederländischer Umweltminister Pronk will Kompromissvorschlag zur Rettung des Klimaschutzabkommens von Kyoto vorlegen

    Köln (ots) -
    
    "Capital": Für nur zehn Euro je EU-Bürger pro Jahr könnte der CO2
    Ausstoß bis 2010 um acht Prozent gesenkt werden
    
    Der niederländische Umweltminister Jan Pronk will die USA mit der
Vorlage eines Kompromissvorschlags auf dem Klimaschutzgipfel in Bonn
doch noch zum Einlenken auf das Klimaschutzabkommen von Kyoto
bewegen. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe 15/2001, EVT
12. Juli) berichtet, kommt Pronk den Amerikanern in drei zentralen
Punkten entgegen. Erstens sieht der Pronk-Vorschlag vor,
Industrieländern künftig zu erlauben, sich Umweltprojekte in der
Dritten Welt unbegrenzt auf ihr CO2-Kontingent anrechnen zu lassen
und nicht wie bisher von der EU gefordert nur zu 50 Prozent.
    
    Der zweite Punkt des Pronk-Papiers beinhaltet die siebenprozentige
Gutschrift durch Aufforstungen. Der dritte Punkt sieht laut "Capital"
die Möglichkeit vor, nicht erfüllte CO2-Normen auf einem
Schuldenkonto anschreiben zu lassen, um erst zu einem späteren
Zeitpunkt den Verpflichtungen nachzukommen. So will Pronk es
schaffen, die Ratifizierungsvorgabe des Kyoto-Protokolls von 55
Ländern mit insgesamt mindestens 55 Prozent der globalen CO2-Emission
zu erfüllen.
    
    Die EU könnte nach exklusiv für "Capital" erstellten Berechnungen
des deutsch-niederländischen Beratungsinstituts Ecofys, ihr
CO2-Versprechen mit jährlichen Investitionen von lediglich rund 3,7
Milliarden Euro erfüllen. Laut Ecofys, das am EU-Klimaschutzprogramm
beteiligt war, könnte mit dem Einsatz von zehn Euro je EU-Bürger pro
Jahr, der CO2-Ausstoß bis 2010 um acht Prozent gesenkt werden. Diese
Summe liegt laut Ecofys deshalb so niedrig, da sich die Investitionen
der Industrie durch die damit verbundenen Einsparungen bei den
Energiekosten schnell refinanzierten.
    
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