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Bundeswirtschaftsministerium will künftig umgekehrte Online-Auktionen auch bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen zulassen
Neues Sparinstrument für staatliche Einkäufer

Köln (ots) - Das Bundeswirtschaftsministerium will die für das Internet-Zeitalter wenig taugliche öffentliche Ausschreibungspraxis neu gestalten. Wie das Wirtschaftsmagazin ‚Capital' (Ausgabe 14/2001, EVT 28. Juni) berichtet, verkündete der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Alfred Tacke, am vergangenen Donnerstag auf einer Fachtagung in Bonn: "Wir wollen umgekehrte Auktionen künftig zulassen." Damit würde das bisherige Vergaberecht, das jedem Bewerber die Abgabe nur eines Angebots und dem Staat keine Nachverhandlungen erlaubt, endlich dem heutigen Stand der Möglichkeiten angepasst. Außerdem plädierte Tacke für eine stärkere Bündelung der staatlichen Nachfrage: "Es macht keinen Sinn, dass jeder seine Bleistifte getrennt kauft." Mit "umgekehrten Auktionen" im Internet, bei denen sich Lieferanten solange unterbieten können, bis keiner mehr ein neues Angebot abgibt, könnten Bund, Länder und Kommunen erhebliche Einsparpotenziale bei der Beschaffung von Materialien nutzen. Nach Einschätzung des Wirtschaftsprofessors und E-Government-Experten Birger Priddat von der Universität Witten/Herdecke könnte der Staat bei seinen Ausgaben von 228 Milliarden Mark im Jahr für Waren, Dienstleistungen und Investitionen rund 15 Prozent sparen, wenn er die Nachfrage stärker bündeln und Internet-Plattformen nutzen würde. Online-Auktionen würden mit ihrer hohen Transparenz zudem den "besten Korruptionsschutz" bieten, meint Priddat. Die Unternehmensberatung KPMG rät, umgekehrte Auktionen zuerst bei den staatlichen Hochschulen einzuführen, die dann endlich einen Wettbewerbsnachteil weniger gegenüber privaten Unis hätten. Noch im Laufe dieses Sommers wird das Kartellamt entscheiden, ob die Einkaufsgemeinschaft von zwei Dutzend städtischen Krankenhäusern mit rund 20.000 Betten zulässig ist. ots Originaltext: Capital Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen: Henning Baethge, Redaktion ‚Capital', Tel. 0221/4908-255, Fax 0221/4908-594 Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

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