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‚Capital'-Studie zu den Kosten der EU-Ost-Erweiterung: EU-Ost-Erweiterung wird für Deutschland teurer als geplant / Deutschlands Finanzierungsanteil mittelfristig bei 8,5 Milliarden Euro pro Jahr

Köln (ots) - Die EU-Ost-Erweiterung wird für die Europäische Union teurer als bisher geplant. Damit kommt auch auf Deutschland eine wesentlich höhere Belastung zu. Nach einer Studie des renommierten Osteuropa-Instituts für das Wirtschaftsmagazin ‚Capital' (Ausgabe 8/2001, EVT 6. April) werden sich die Kosten der EU-Ost-Erweiterung insgesamt auf mindestens 420 Milliarden Euro erhöhen, von denen Deutschland nach dem bisherigen Beitragsschlüssel rund 118 Milliarden Euro aufbringen müsste. Die Studie wird auch Inhalt des von ‚Capital' und dem TV-Sender "arte" neu entwickelten Wirtschaftsformat im Rahmen des TV-Nachrichtenmagazins ARTE-INFO sein, das am morgigen Mittwoch, 4. April 2001 um 19.50 Uhr gesendet wird. Diese Zahlen stehen aber im krassen Gegensatz zu den offiziellen Daten der Europäischen Union, die eine EU-Unterstützung bis 2004 von jährlich zwölf Milliarden Euro und bis 2006 von weiteren rund 18 Milliarden Euro für die neuen Mitglieder vorsehen. Darüber hinaus sind für die Beitrittsstaaten nach den Beschlüssen des Berliner Gipfels von 1999 zunächst keine weiteren Beihilfen vorgesehen. Zudem sollen die Summen, die für die EU-Ost-Erweiterung ausgegeben werden, weitgehend im Westen eingespart werden - eine Illusion, wie der Wirtschaftswissenschaftler und Autor der Studie Wolfgang Quaisser glaubt: "Die Kosten der EU-Ost-Erweiterung werden die EU an den Rand ihrer finanziellen Solidität bringen." Deshalb drohe den Steuerzahlern ein zweiter Solidaritätszuschlag. Wie der Osteuropa-Experte Quaisser für ‚Capital' herausfand, steigen die Transferzahlungen von 2004, dem Jahr der ersten Beitritte, bis 2008, wenn voraussichtlich alle zwölf Kandidaten in der EU sind, stufenweise bis auf 34 Milliarden Euro im Jahr an. Dieses 2008 erreichte Stützungsniveau müsste nach den Erfahrungen mit früheren EU-Erweiterungen und der deutschen Einheit mindestens zehn Jahre, wahrscheinlich sogar 20 Jahre beibehalten werden, schätzt Quaisser die Folgen der EU-Ost-Erweiterung ein. Die EU-Finanzplanung Agenda 2000 bis 2006 geht nur von insgesamt 44,4 Milliarden Euro aus. Selbst diese Zahlen liegen laut Osteuropa-Institut um sieben Milliarden Euro zu niedrig, da bis zum Ende dieser Finanzperiode zehn neue Mitglieder beigetreten sein werden und damit vier mehr als geplant. Außerdem werden die Agrarkosten deutlich höher ausfallen als angenommen, da auch die Bauern in Mittel- und Osteuropa Einkommenszuschüsse gewährt werden. ots Originaltext: Capital Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Norbert Mühlberger, Redaktion ‚Capital', Tel. 0221/4908-164, Fax 0221/4908-594 Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

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