Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth: Euro-Schuldenkrise hat Investitionen in Energienetze befördert
"Pensionsfonds und Versicherungen mit im Boot"/ Energiewende im Zeitplan
Hamburg (ots) - "Wir laufen nicht in ein zweites Stuttgart 21 hinein"
Hamburg, 17. Januar 2012 - Die Euro-Krise wirkt sich auf die Finanzierung des Ausbaus der Energienetze positiv aus. Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 2/2012, EVT 19. Januar) erklärte der scheidende Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth: "In mancherlei Hinsicht hilft uns die Schuldenkrise sogar. Investitionen in Energienetze erscheinen privaten Investoren verglichen mit Staatsanleihen mancher Euro-Länder oder Aktien zunehmend als solide und sichere Anlagen - mit neun Prozent Rendite. Sie gewinnen an Attraktivität." Es sei bereits gelungen, langfristig orientierte Anleger wie Pensionsfonds und Versicherungen ins Boot zu holen: "Das ist für den Netzausbau ideal."
Kurth zeigte sich gegenüber 'Capital' optimistisch, dass der Zeitplan für die Energiewende eingehalten werden kann: "Wir kommen mit den Vorbereitungen für die Planung etwa für die neuen Stromtrassen sehr gut voran." Allerdings stehe noch "ein großer Stresstest" bevor, wenn die Politik über die Vorschläge entscheiden muss. Was ihn störe sei, "dass manche so tun, als könne man die Energiewende mit lockerer Hand vollziehen". Zuversichtlich zeigte sich Kurth für die spätere Durchsetzung der Pläne vor Ort: "Wir laufen nicht in ein zweites Stuttgart 21 hinein".
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