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Ersatzkassen, AOK und Ärzteschaft fahren massive Kampagne gegen "Billig-Krankenkassen"

    Köln (ots) -
    
    'Capital': Krankenkassen setzen wechselwillige Versicherte mit
fadenscheinigen Argumenten unter Druck / Ärzte verdienen entgegen
ihren Behauptungen an BKK-Mitgliedern besser als an AOK-Versicherten
    
    Die Ersatzkassen, AOK und Teile der Ärzteschaft machen massiv
Front gegen die Konkurrenz der Betriebskrankenkassen (BKK), die
derzeit auf Grund ihrer niedrigen Beitragssätze starken Zulauf
verzeichnen. Die Kritiker werfen den BKK vor, attraktive Mitglieder
abzuwerben und zu geringe Arzthonorare zu zahlen. Doch die Vorwürfe
sind haltlos. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin 'Capital' in
seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe (Nr. 2/01, EVT 11.1.2001).
Die Stimmungsmache in Fachzeitschriften, TV-Beiträgen,
Wartezimmer-Aushängen sowie in Briefen an Mitglieder dienen dem
Zweck, wechselwillige Patienten von der Kündigung abzuhalten.
BKK-Patienten müssten demnach beim Arzt längere Wartezeiten in Kauf
nehmen und bestimmte Leistungen selbst zahlen.
    
    Besonders die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) machen geltend,
die BKK zahlten eine zu niedrige Kopfpauschale - der Betrag, den die
Kassen pro Jahr und pro Kopf an die KV überweisen, die das Geld an
die Ärzte verteilen. Die Mediziner fürchten dadurch langfristig
Honorareinbrüche. In Wahrheit zahlen die BKK mit 846 Mark pro
Mitglied durchschnittlich zehn Prozent mehr als die AOK (776 Mark)
und sieben Prozent mehr als die Arbeiter-Ersatzkassen (789 Mark).
Lediglich die Angestellten-Ersatzkassen entrichten mit 874 Mark einen
drei Prozent höheren Satz, so 'Capital'.
    
    Die Ersatzkassen werfen den BKK vor, sie würden junge, gesunde
Mitglieder abwerben. Dies führe dazu, dass die Ersatzkassen und die
AOK auf den Kosten intensiven Problemfällen sitzen blieben. Laut
'Capital' verschweigen die Verantwortlichen dabei jedoch, dass
Krankenkassen mit einem höheren Anteil von Alten und Armen mit
Zahlungen aus dem Milliarden schweren Risikostrukturausgleich
entschädigt werden. Darüber hinaus hat sich die Versichertenstruktur
nach Angaben des Verbands der Angestellten Krankenkassen (VdAK) seit
1997 kaum verändert. Auch die zuständige Aufsichtsbehörde, das
Bundesversicherungsamt kann ,Capital' zufolge keine Rosinenpickerei
erkennen.
    
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Wolfgang Ludwig,
Redaktion 'Capital'
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