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Bundeswirtschaftsminister Werner Müller im ,Capital'-Interview: Wirtschaftsminister Müller geht gegen "schmutzigen" Importstrom vor

    Berlin/Köln (ots) -
    
    Müller: Wenn die Industrie sich nicht zur Selbstkontrolle
verpflichtet, wird ein Gesetz nachhelfen.
    
    Trotz heftiger Proteste der Industrie will
Bundeswirtschaftsminister Werner Müller den Import von sogenanntem
schmutzigen Strom, der in osteuropäischen Kraftwerken mit
unzureichenden Umweltstandards produziert wird, regulieren. In einem
Interview mit dem Wirtschaftsmagazin ,Capital' (Ausgabe 24/2000, EVT
16. November) sagte Müller, deutsche Importeure wie EON oder RWE
sollten in "ihre Bezugsverträge reinschreiben, welche Standards bei
der Stromproduktion zu beachten sind." Der Wirtschaftsminister sagte
weiter: "Sie sollten sich dazu verpflichten, so wie sie sich
freiwillig verpflichtet haben, keine Teppiche aus Kinderarbeit zu
beziehen." Notfalls muss laut Müller "ein Gesetz nachhelfen - eine
Regelung ist notwendig".
    
    Zur Begründung wählte Müller gegenüber ,Capital' das Beispiel
Kohle: "Unsere Kohlekraftwerke betreiben Abgasreinigung, die zwei bis
drei Pfennige pro Kilowattstunde kostet. Osteuropäische Kraftwerke,
die darauf verzichten, können den Strom an der Grenze entsprechend
billiger anbieten." Wenn deutsche Importeure diesen Strom kaufen,
habe das einen "Doppeleffekt", klagte Müller. "Sie tragen dazu bei,
schmutzige Kraftwerke am Netz zu halten - und innerhalb der EU werden
umweltfreundliche Kraftwerke stillgelegt, weil sie nicht mit den
Dumpingpreisen mithalten können." Der Minister wählte deftige Worte:
"Deutschland darf nicht zur Kloake für schmutzigen Strom werden."
    
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Mobil 0173/604 93 00
oder
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