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30 Jahre "Capital Kunstkompass": Sigmar Polke zum zweiten Mal an der Spitze

    Köln (ots) -
    
    Richter, Naumann, Trockel wiederum auf Platz 2 bis 4, Pipilotti
Rist steigt auf den 5. Rang / Drei Deutsche unter den Top 5 / Chris
Ofili mit dem größten Sprung nach oben / 13 neue Künstler unter den
Top 100
    
    Nach seinem ersten Platz im letzten Jahr führt Sigmar Polke die
Rangliste der 100 berühmtesten Gegenwartskünstler auch in diesem Jahr
an. Auf dem zweiten bis vierten Platz folgen wie 1999 Gerhard
Richter, der Amerikaner Bruce Naumann und Rosemarie Trockel. Damit
rangieren drei deutsche Künstler im aktuellen "Capital Kunstkompass",
der seit 1970 vom Wirtschaftsmagazin 'Capital' jährlich ermittelt
wird, unter den Top 5.
    
    Der "Capital Kunstkompass", 1970 von Willi Bongard aus der Taufe
gehoben und seit seinem Tod von Linde Rohr-Bongard fortgeführt, stieß
anfangs bei Künstlern und Galeristen auf viel Skepsis. Während Jean
Tinguely sogar aus der Liste "ausgemerzt" sein wollte, sah Gerhard
Richter, seit vielen Jahren im Kompass vertreten, das Ranking
gelassener: "Der Kunstkompass ist ein schönes Spiel." Die anfängliche
Aufregung hat sich inzwischen gelegt, der "Capital Kunstkompass" ist
nach 30 Jahren bei Galeristen und Künstlern akzeptiert.
    
    Das Führungsquartett aus Polke, Richter, Naumann und Trockel
verzeichnete 1999/2000 ebenfalls den größten Gesamtzuwachs nach
Punkten. Gleich um fünf Ränge auf Platz 5 verbesserte sich mit einem
Plus von 7000 Punkten die Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist.
Sie kletterte binnen kürzester Zeit im Ranking nach oben, denn erst
1998 platzierte sie sich überhaupt unter den Top 100. Die Iranerin
Neshat Shirin führt nicht nur die Newcomer-Liste des Jahres an,
sondern liegt auch bei den Punktesiegern auf dem siebten Platz. Sie
verbesserte sich um über 100 Plätze, was ihren derzeitigen Status als
Star des Kunstbetriebs widerspiegelt. In ihren Foto- und
Videoarbeiten erzählt sie vom Spannungsfeld zwischen Männern und
Frauen im Islam. Unter den Künstlern, die 1999 und 2000 die größten
Sprünge im "Capital Kunstkompass" machen konnten, befinden sich
allein elf Auf- und Wiedereinsteiger.
    
    Neben Neshat Shirin platzierten sich zwölf weitere Künstler wieder
oder zum ersten Mal in der Liste der 100 Besten. Newcomer sind Mariko
Mori (Platz 63), Maurizio Cattelan (Platz 65), Jason Rhodes (Platz
71), Andreas Slominski (Platz 79), Jorge Pardo (Platz 91), Pierre
Huyghe (Platz 96) und Chris Ofili, der den größten Sprung überhaupt
hinlegte und sich von Platz 279 auf Platz 98 vorschob. Die mit Kot
beschmierte "Holy Virgin Mary" des in Manchester lebenden Ofili
sorgte für einen Skandal, als der New Yorker Bürgermeister Rudolph
Giuliani dem Aussteller Brooklyn Museum schockiert die Zuschüsse
strich, letztendlich aber vor Gericht verlor. Erneut in den "Capital
Kunstkompass" stiegen der Arte-Cifra-Vertreter Francesco Clemente
(Platz 69), die Konzeptualistin Sophie Calle (Platz 85), der
Holzbildhauer Stephan Balkenhol (Platz 87), der Zero-Künstler Günther
Uecker (Platz 90) und die Malerin Marlene Dumas (Platz 97) ein.
    
    Das Ranking des "Capital Kunstkompass" errechnet sich aus
Einzelausstellungen in rund 180 internationalen renommierten Museen
und Kunstinstituten, der Beteiligung an über 150 bedeutenden
Gruppenausstellungen in den letzten zwölf Monaten und Rezensionen in
international bedeutenden Kunstmagazinen. Er ist seit 30 Jahren
Orientierungshilfe und Informationslieferant zu den Trends und
Konstanten im internationalen Kunstmarkt und erleichtert damit
Investitionen und fungiert als wichtige Entscheidungshilfe für
diejenigen, die Kunst auch als Form der Geldanlage betrachten.    

ots Originaltext: Capital
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Für Rückfragen:
Linde Rohr-Bongard,
Redaktion 'Capital',
Tel. 0221/41 70 00,
Fax  0221/42 19 76

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