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EU-Kommissar Günther Verheugen nimmt gegenüber 'Capital' zur Erweiterung der EU Stellung

Köln (ots) - "Wenn wir die vorhandenen Mittel flexibel nutzen, wird eine Änderung der Agenda 2000 auch beim Beitritt weiterer vier Länder nicht notwendig sein" / Geographische Grenzen eines zukünftigen Europas umfassen potenziell auch die Länder des Balkan-Stabilitätspaktes / Ukraine wird nicht die Tür vor der Nase zugeschlagen Nach Ansicht von EU-Kommissar Günther Verheugen, zuständig für die Erweiterung, muss auch bei zehn Beitritten die mittelfristige Finanzplanung der Agenda 2000 nicht notwendigerweise geändert werden. "Die vier Länder, die theoretisch aufschließen können (Litauen, Lettland, Slowakei und Malta), haben zusammen gerade einmal zehn Millionen Einwohner. Das wäre kein unlösbares Problem", sagte Verheugen im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital'. Zudem ständen schon ab 2002 Beitrittsmittel zur Verfügung, die zunächst garantiert nicht gebraucht würden. "Wenn wir diese Mittel flexibel nutzen, müssen wir die Agenda 2000 nicht ändern." Gegenwärtig sieht die auf sechs neue Länder-Beitritte ausgelegte Agenda 2000 150 Milliarden Mark bis 2006 vor. Die endgültigen geographischen Grenzen der EU seien seiner Meinung nach klar, so Verheugen gegenüber 'Capital' weiter: "Neben den 13 Staaten der derzeitigen Erweiterungsrunde gehören dazu die Länder des Balkan-Stabilitätspakts. Diese sieht der Rat als potenzielle Kandidaten an." Zu einem möglichen späteren Beitritt der Ukraine wollte sich Verheugen nicht festlegen. Es gebe Fragen, die man jetzt nicht beantworten könne. "Ich möchte nicht die Verantwortung dafür tragen, der Ukraine die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Aber ich möchte auch nicht Hoffnungen wecken, die das Land vielleicht nie erfüllen kann." Verheugen wehrte sich im ,Capital'-Interview vehement gegen Vorwürfe, die Kommission verzögere den Beitritt der Kandidaten bewusst: "Nach nur zwei Jahren Verhandlungen sprechen wir mit Tschechien, Ungarn, Slowenien, Estland und Zypern über alle beitrittsrelevanten Themen. "Ein solches Tempo hat es bei früheren Beitrittsrunden nicht gegeben, obwohl damals der Umfang des Gemeinschaftsrechts wesentlich geringer war." Die Bundesrepublik Deutschland sei der Hauptnutznießer des Zugewinns an Sicherheit und Stabilität in Europa, fügte der EU-Kommissar hinzu. "Wir erzielen mit allen Ländern Handelsbilanzüberschüsse. Was das an zusätzlichen Steuern und Arbeitsplätzen bedeutet, können Sie sich ausrechnen." ots Originaltext: Capital Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Norbert Mühlberger, Redaktion ,Capital' Tel. 0221/4908-164, Fax 0221/4908-391 Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

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