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"Capital-Elite-Panel" zum Start der neuen Bundesregierung und zur Konjunktur 2010: Top-Entscheider sind von Schwarz-Gelb enttäuscht

Hamburg (ots) - "Kontroversen waren schädlich" / Kritik an Steuersenkungen / Schäuble wird am meisten zugetraut / Zu Guttenberg könnte erster CSU-Kanzler werden / Zuversicht für die Konjunktur / Kritik an Bankern und Boni / "Allgemeine Kreditklemme" Die neue Bundesregierung hat in Deutschlands Chef-Etagen bereits in den ersten Monaten viel Kredit verspielt. Wie aus der Neuauflage des "Capital-Elite-Panels" hervorgeht, sind 63 Prozent der Top-Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung vom Start der schwarz-gelben Koalition enttäuscht. Lediglich 29 Prozent der im Auftrag des Wirtschaftsmagazins 'Capital' (Ausgabe 1/2010, EVT 17. Dezember) vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) befragten 549 repräsentativ ausgewählten Führungsspitzen zeigten sich zufrieden. Zwar glauben 60 Prozent der Top-Entscheider, dass die Bundesregierung stark genug zum Handeln ist, aber nur 48 Prozent urteilen, dass ihre derzeitige Politik das Land voranbringt. Das sind vier Prozentpunkte weniger als nach dem Start der großen Koalition im Jahr 2005. "Die Kontroversen zwischen Union und FDP waren schädlich", resümiert Allensbach-Chefin Prof. Dr. Renate Köcher. An Bundeskanzlerin Angela Merkel prallen die Querelen allerdings ab: 69 Prozent halten Sie für eine "starke Kanzlerin". Weiterer Hoffnungsträger der neuen Bundesregierung ist laut 'Capital' Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Ihm trauen 91 Prozent eine gute Arbeit zu, bei Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sind es nur 26 Prozent. Der Zuspruch für Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist ungebrochen: 87 Prozent trauen ihm eine gute Arbeit zu und 70 Prozent halten es für möglich, dass er der erste CSU-Bundeskanzler wird. Kritisch sieht die Elite die angepeilten Steuersenkungen. Die Pläne für 2010 halten 49 Prozent der befragten Führungsspitzen für falsch. Weitere Steuerentlastungen im Jahr 2011 beurteilen 78 Prozent als unrealistisch. Andere Vorhaben der Regierung finden dagegen breite Zustimmung so etwa die Verlängerung des Kurzarbeitergelds (88 Prozent), die längeren Laufzeiten für Kernkraftwerke (78 Prozent), eine obligatorische Zusatzversicherung für den Pflegefall (77 Prozent) und die stärkere Förderung der grünen Gentechnik (68 Prozent). Das Betreuungsgeld halten dagegen nur 37 Prozent für einen guten Vorschlag, 58 Prozent sehen das komplett anders. Die Konjunktur erholt sich - aber der Aufschwung bleibt moderat Die wirtschaftlichen Aussichten beurteilt das "Capital-Elite-Panel" so positiv wie seit dem Sommer 2007 nicht mehr. 61 Prozent aller Befragten glauben, dass es in den kommenden sechs Monaten mit der Konjunktur aufwärts geht. Außerdem beurteilen 62 Prozent der Manager aus der Wirtschaft die Auftragslage in ihrem Unternehmen als "gut" oder "sehr gut". Im Juni dieses Jahres waren es lediglich 39 Prozent. Trotzdem erwarten 20 Prozent in ihrem Unternehmen Personalabbau, während 13 Prozent neue Arbeitskräfte einstellen wollen. Insgesamt dürfte die wirtschaftliche Erholung aber eher moderat ausfallen, denn nur ein Fünftel der Befragten rechnet mit einem kräftigen, dauerhaften Aufschwung. Zum Risiko wird aus Sicht der Elite dabei die Geldversorgung: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) konstatieren in Deutschland eine allgemeine Kreditklemme. Allerdings fühlen sich fast drei Viertel (73 Prozent) der Unternehmen bisher nicht direkt von ihr betroffen. Äußerst distanziert zeigt sich die Elite gegenüber dem aktuellen Verhalten im Finanzsektor: 82 Prozent der deutschen Führungsspitzen sind der Meinung, die Banken hätten nichts aus der Finanzkrise gelernt. Und 75 Prozent halten hohe Boni für nicht erforderlich, um Mitarbeiter zu halten und erfolgreich zu sein. ------ Das "Capital-Elite-Panel" ist Deutschlands exklusivste Führungskräfte-Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach für das Wirtschaftsmagazin 'Capital' seit mehr als 20 Jahren bei Führungskräften aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zweimal im Jahr durchführt. Unter den 549 Befragten sind 77 Vorstände aus Konzernen mit mehr als 20.000 Beschäftigten, 24 Ministerpräsidenten und Minister, sowie die Leiter von 25 Bundesbehörden. Die Befragung lief vom 24. November bis 7. Dezember 2009. Pressekontakt: Claudio de Luca, Redaktion G+J Wirtschaftsmedien Berlin, Tel. 030/220 74-202, E-Mail: deluca.claudio@guj.de Hinweis für Redaktionen: Die Charts des IfD Allensbach können unter presse@publikom.com angefordert werden. Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

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