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\047Capital\047-Interview mit Günter Netzer zur Fußball-EM: TV-Übertragungsrechte der nächsten EM kosten mehr als 500 Mio. Mark

Köln (ots) - Internet-Berichterstattung gehört die Zukunft / Bei Spieler-Transfersummen ist die Grenze des Wahnsinns noch nicht erreicht Die TV-Übertragungsrechte der nächsten Fußball-Europameisterschaft werden ein vielfaches der zur EM 2000 von den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten gezahlten Summe von 26 Millionen Mark betragen. Wie der Geschäftsführer der Schweizer CWL-Telesport und ARD-Länderspiel-Kommentator Günter Netzer gegenüber 'Capital' bestätigte, schätzt er den Preis "jenseits der 500 Millionen Mark-Grenze". Netzer bezeichnete diese Summe im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 13/2000 vom 15. Juni 2000) als einen "marktgerechten Preis, den die öffentlich-rechtlichen Anstalten für den kommenden Wettbewerb zahlen müssen, wenn man bedenkt, das für zwei Fußballweltmeisterschaften schon 2,8 Milliarden Franken bezahlt wurden." In der Zukunft rechnet Netzer mit einer wachsenden Bedeutung der Online-Berichterstattung über Fußball-Ereignisse. Die von der Springer-/Kirch-Agentur Sport 1 für die Online-Rechte der abgelaufenen Fußball-Bundesliga-Saison gezahlten 50 Millionen Mark hält Netzer "für die richtige Entscheidung - auch zu einem solchen Preis". Die Investoren könnten damit zwar im Augenblick kein Geld verdienen, doch müsste man "rechtzeitig den Fuß in der Tür haben", um künftig Geschäfte machen zu wollen. Die dramatisch steigenden Spieler Transfersummen hält Netzer für ausgesprochen kritisch. Gegenüber 'Capital' sagte Netzer, "die Grenze des Wahnsinns ist leider immer noch nicht erreicht." Die zur Zeit kursierenden Angebote von umgerechnet 100 Millionen Mark- für einen Top-Profi-Fußballer verurteilt Netzer als "unmoralisch" und einen "Verstoß gegen die guten Sitten". Obwohl viele Beteiligte denken würden, dass es gar nicht mehr wahr sein könne, "fahren wir alle mit Vollgas gegen die Wand und keiner traut sich, zuerst zu bremsen". Es müsse wahrscheinlich erst einen großen Verein treffen, bevor alle anderen wach werden. ots Originaltext: 'Capital' Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Rudolf Kahlen, Redaktion 'Capital', Tel. 0221/4908-271 Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

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