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"Capital": Siemens-Dementi wackelt
Gab der Siemens-Konzern der CDU neun Millionen Mark, weil Kohl bei DDR-Deals die Augen zudrückte ?

Köln (ots) - Der Berliner Untersuchungsausschuss verfolgt ein neues Motiv für Millionenspenden der Siemens AG an die CDU. Der Ausschussvorsitzende Volker Neumann sagte gegenüber dem Wirtschaftsmagazin "Capital": "Wir prüfen, ob Siemens aus Dankbarkeit für Riesengewinne aus dem DDR-Geschäft an die CDU spendete." Über mögliche dubiose DDR-Deals mit Siemens-Technologie war Altkanzler Helmut Kohl informiert. Er ließ die Fälle, bei denen das DDR-Embargo gebrochen wurde, jedoch auf sich beruhen und gab Siemens sogar die Möglichkeit, Spuren zu verwischen. Das geht aus einem bislang unveröffentlichten Brief des Chefs des Bundesnachrichtendienstes Hans-Georg Wieck an das Kanzleramt vom 26. Februar 1990 hervor, aus dem "Capital" in seiner neuen Ausgabe (12/2000 vom 31. Mai 2000) zitiert. Danach wurden von der DDR "vor allem Technologie und Anlagen von Siemens in bedeutendem Umfang beschafft" - unter anderem "für die Fertigung von Ein-Megabit-Chips". Seit Februar 2000 behauptet der frühere CDU-Generalbevollmächtigte Uwe Lüthje, Siemens habe zwischen 1984 und 1992 acht bis neun Millionen Mark an die CDU gespendet. Siemens dementiert dies. Doch die von der CDU beauftragten Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young erklärten jetzt gegenüber "Capital", sie hätten Lüthjes Version "zum Teil verifiziert" und nichts gefunden, was ihr widerspricht. Die Wirtschaftsprüfer sind am 9. Juni Zeugen vor dem Untersuchungsausschuss. ots Originaltext: "Capital" Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Dr. Joachim Müller, Capital Büro Berlin, Tel: 030/202 24-290 oder 0173/604 93 00. Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

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