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"Capital-Elite-Panel" zur Konjunktur-Entwicklung und Regierungspolitik: Top-Manager kündigen massive Sparprogramme und Personalabbau an

    Köln (ots) - Führungsspitzen rechnen erst 2010 oder später mit Ende der Talfahrt / Konjunkturpessimismus so ausgeprägt wie noch nie / Krise auch heilsam / Gute Noten für die Große Koalition / Steinbrück beim Krisenmanagement dominierender als Merkel

    In Deutschlands Unternehmen stehen drastische Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen bevor. Das geht aus einer aktuellen Umfrage unter 609 repräsentativ ausgewählten Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung hervor, die das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) für das Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 01/2009, EVT 18. Dezember) regelmäßig durchführt. Rund zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Top-Manager berichten demnach von bereits beschlossenen oder geplanten Sparprogrammen in ihren Betrieben. 37 Prozent sagen, dass es in ihren Unternehmen "Pläne gibt, Personal abzubauen". Zudem befürwortet knapp die Hälfte (47 Prozent) "vorsorglich massive Sparprogramme". 72 Prozent fürchten, dass es erst 2010 oder später "mit der Wirtschaft wieder aufwärts" geht. Lediglich zwei Prozent rechnen im nächsten halben Jahr mit Besserung. "Der Konjunkturpessimismus der Führungsspitzen ist so ausgeprägt wie noch nie in zwei Jahrzehnten Elite-Panel", resümiert Allensbach-Chefin Renate Köcher.

    Trotz der überwiegend pessimistischen Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist eine knappe Mehrheit (58 Prozent) der befragten Top-Manager der Meinung, "dass die deutsche Wirtschaft die Rezession gut bewältigen wird". Gut ein Drittel (37 Prozent) befürchtet dagegen einen "nachhaltigen Schaden" für die Wirtschaft. "Die meisten Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht", äußerte Bayer-Vorstandschef Werner Wenning gegenüber 'Capital'. 91 Prozent der Führungs-Elite erwartet zudem, "dass die Krise auch eine heilsame Wirkung" haben wird. "Ich hoffe, dass ein neuer Realismus einzieht", sagte Münchener-Rück-Vorstandschef Nikolaus von Bomhard. "Bei Eigenkapitalrenditen von 25 Prozent ist den Investoren aus den Augen geraten, dass dafür erhebliche Risiken in Kauf genommen werden mussten."

    Große Mehrheit lobt Bundesregierung für Reaktion auf die Finanzkrise

    Gute Noten geben die Top-Entscheider der Bundesregierung: 59 Prozent finden sie "stark genug" - einen besseren Wert erzielte diese bei der im "Capital-Elite-Panel" regelmäßig erhobenen Frage in den vergangenen 15 Jahren nur drei Mal. Mehr als vier von fünf Befragten (84 Prozent) sind der Meinung, dass "die Bundesregierung richtig auf die Finanzkrise reagiert hat". Sogar 93 Prozent der Führungskräfte bescheinigen der Großen Koalition, dass das Rettungspaket für die Banken "eine richtige Maßnahme" war. "Wie der Rettungsschirm über Parteigrenzen hinweg in Rekordzeit organisiert wurde, verdient allerhöchsten Respekt", sagte Telekom-Chef René Obermann zu 'Capital'. Das kürzlich beschlossene erste Konjunkturpaket findet allerdings nicht ungeteilte Zustimmung: 43 Prozent sind der Ansicht, es hätte "umfangreicher ausfallen müssen". Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Spitzenmanager hätten lieber eine Steuersenkung gesehen.

    Angela Merkel ist für 80 Prozent eine "starke Kanzlerin"

    Das insgesamt positive Urteil über die Große Koalition schlägt sich auch bei der Bewertung der handelnden Personen nieder: Angela Merkel halten 80 Prozent für eine "starke Kanzlerin" - der zweitbeste Wert seit ihrem Amtsantritt. Allerdings läuft ihr Peer Steinbrück derzeit den Rang ab: 45 Prozent der Führungskräfte in der Wirtschaft sehen in ihm "die dominierende Person beim Krisenmanagement" - von Merkel sagen das lediglich 32 Prozent. Unter den befragten Spitzenpolitikern kommen beide auf einen Wert von 42 Prozent. Verlierer im aktuellen "Capital-Elite-Panel" ist SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier: Ihm bescheinigen nur noch 59 Prozent aller Befragten, er habe "das Zeug, Bundeskanzler zu werden". Im Sommer waren es noch 70 Prozent.

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