Verband der Diagnostica-Industrie e.V.

Laborarzt-Erhebung 2001: Patienten baden Budgetierung aus

Düsseldorf/Frankfurt (ots) - Finanzieller Druck und enge Budgetgrenzen auf die niedergelassenen Ärzte behindern bei den gesetzlich Krankenversicherten unverändert die optimale Krankheitserkennung und -kontrolle. Zu diesem Ergebnis kommen der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) und der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) nach der Auswertung der von ihnen gemeinsam durchgeführten Laborarzt-Erhebung 2001. Wie die Verbände heute (10.05.2002) in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, verharre die Zahl der von niedergelassenen Ärzten veranlassten Speziallaboruntersuchungen des EBM-Kapitels OIII noch immer 34 Prozent unter dem Niveau von 1998. Nach den Berechnungen des VDGH wurden im Jahr 2001 rund 49 Millionen Speziallaboruntersuchungen (Kapitel OIII) durchgeführt. 1998 waren es noch 75 Millionen gewesen. Der absolute Tiefpunkt war im zweiten Halbjahr 1999 mit einem Rückgang von 48 Prozent erreicht worden. Im Jahr 2000 lag die Untersuchungszahl bei 45 Millionen. Die Laborarzt-Erhebung zeige deutlich, dass die 1999 eingeführten niedrigen Abrechnungssätze des sogenannten Labor-EBM in Kombination mit der unveränderten Budgetierung laborärztlicher Leistungen zu einer Verunsicherung der niedergelassenen Ärzte geführt hätten, die auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden. Beide Verbände verwiesen auf die gegensätzliche Entwicklung der Untersuchungszahlen in Frankreich. In Deutschland wie Frankreich sei 1998 noch auf 100 000 Versicherte ungefähr dieselbe Zahl von Laboruntersuchungen entfallen. Während die Zahl der Untersuchungen in Frankreich seither leicht gestiegen sei, liege sie in Deutschland 34 Prozent unter dem damaligen Niveau. VDGH und BDL fordern daher von der Politik wie von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die Chancen der Labormedizin für die Diagnose und die optimale Therapiekontrolle endlich anzuerkennen, die den Patienten Leid und den Krankenkassen Kosten ersparten. Um der Bevölkerung die Bedeutung der Labordiagnostik vor Augen zu führen, kündigten beide Verbände ihre Unterstützung des ersten "Deutschen Labortags" und des "Tags des offenen Labors" an, die vom Verband der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD) initiiert wurden. Zum "Deutschen Labortag" werden am 5. Juni Politiker und Fachleute in Berlin erwartet. Zum "Tag des offenen Labors" laden am 8. Juni in vielen deutschen Städten die Laborärzte zur Besichtigung ihrer Laboratorien ein und bieten kostenlose Tests an. Rückfragen an: VDGH Verband der Diagnostica-Industrie e.V. Thomas Postina Telefon: 069/24 27 85 65 Telefax: 069/23 66 50 E-Mail:presse@vdgh.de Berufsverband Deutscher Laborärzte e.V. Telefon: 0211/13 23 63 Telefax: 0211/13 25 22 Diese Pressemitteilung ist auch im Internet abrufbar unter: www.vdgh.de Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von über 80 Unternehmen. Sie stellen zur Diagnose menschlicher Krankheiten entsprechende Untersuchungssysteme und Reagenzien her. Die Unternehmen erwirtschaften in Deutschland einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. ots Originaltext: VDGH Verband der Diagnostica-Industrie e.V. Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de VDGH Verband der Diagnostica-Industrie e.V. Münchener Straße 49 60329 Frankfurt am Main Tel.: 069/230267 Fax: 069/236650 E-Mail: vdgh@vdgh.de Original-Content von: Verband der Diagnostica-Industrie e.V., übermittelt durch news aktuell

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