NEUSTART gemeinnützige GmbH

Widerrufsquote in der Bewährungshilfe signifikant gesenkt: Jährliche Einsparungen in Höhe von 500.000 Euro für das Land Baden-Württemberg (mit Bild)

Widerrufsquote in der Bewährungshilfe signifikant gesenkt: Jährliche Einsparungen in Höhe von 500.000 Euro für das Land Baden-Württemberg (mit Bild)
Die Bewährungshilfe-Widerrufsquote in Prozent (Vergleich 2004 zu 2007) in Deutschland und ausgewählten Bundesländern. Quelle: Statistisches Bundesamt (Hg.): Rechtspflege. Bewährungshilfe 2004 und 2007. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/NEUSTART ...

Stuttgart (ots) - Seit 2004 sinkt die Anzahl von Widerrufen in der Bewährungshilfe des Landes Baden-Württemberg kontinuierlich auf ein bislang unerreichtes Niveau; für den Haushalt des Landes entstehen damit jährlich Einsparungen von rund 500.000 Euro, die maßgeblich dazu beitragen, frei werdende Gelder in die Intensivbetreuung der aktuell 22.000 Bewährungshilfeklienten zu investieren.

Widerrufsquote: zentraler Indikator für den Erfolg der Bewährungshilfe

Ein zentraler Indikator für den Erfolg der Bewährungshilfe ist die Prozentzahl an Bewährungshilfeunterstellungen, welche jährlich - bemessen an der Gesamtzahl beendeter Bewährungshilfeunterstellungen - durch Widerruf beendet werden. Widerrufe werden von Richtern wegen neuer Straftaten oder bei erheblichen Verstößen gegen Auflagen und Weisungen ausgesprochen, wenn die Gefahr neuer Straftaten besteht. In der Regel führt der Widerruf zur Inhaftierung des rückfälligen Straftäters, die mit hohen Kosten für die Gesellschaft verbunden ist.

Widerrufsquote in den Jahren 2004-2009 von 21,5 % auf 18,5 % gesenkt

In Baden-Württemberg hat sich die Anzahl von Widerrufen in den Jahren 2004 bis 2009 um 285 auf 1.882 (Stand: 31.12.2009) reduziert: Die Widerrufsquote verringerte sich damit von 21,5 % (Stand: 31.12.2004) auf 18,5 % (Stand: 31.12.2009); aktuell liegt sie mit 18,2 % sogar noch unter dem Wert des Vorjahres. Diese Tendenz ist umso erfreulicher, als Baden-Württemberg im Bundesvergleich seit über fünf Jahren signifikant unter den Durchschnittswerten liegt.

Widerrufsquote in Baden-Württemberg weit unter dem Bundesschnitt

In den Jahren 2004 bis 2007 wurde offensichtlich, dass der bundesweite Referenzwert - eine Widerrufsquote von 26,3 % - weit über jenem in Baden-Württemberg liegt. Vergleichbare Bundesländer wie Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen weisen im gleichen Zeitraum eine steigende oder stagnierend hohe Widerrufsquote auf. So ist beispielsweise in Bayern ein Anstieg von rund 1,5 Prozentpunkten auf 28,34 % zu konstatieren, wohingegen sich Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit einer nahezu unveränderten Widerrufsquote von 29 % konfrontiert sehen. Eine Ausnahme bildet Hessen, das seine Widerrufsquote in den Jahren 2004 bis 2007 von 27,33 % auf 20 % senken konnte.

Jährliche Einsparungen für das Land von rund 500.000 Euro

Eingedenk der Tatsache, dass Baden-Württemberg bei 285 Unterstellungen, die nicht durch Widerruf beendet wurden, darauf verzichten konnte, Bewährungshilfeklienten zu inhaftieren, entstehen dem Land erhebliche Ersparnisse. Angenommen, diese 285 Unterstellungen im Jahr 2009 hätten im Durchschnitt zu einer Haft von 180 Tagen geführt, wären dem Land jährlich zusätzliche Kosten in Höhe von rund 500.000 Euro entstanden, da ein Hafttag/Person mit 10 Euro zu veranschlagen ist. Im Gegensatz hierzu verursacht ein Bewährungshilfeklient nur Kosten in Höhe von 2,65 Euro/Tag. "Volkswirtschaftlich betrachtet ist der Nutzen ungleich höher als die Einsparungen von 500.000 Euro nahelegen. Unter Berücksichtigung sämtlicher Fixkosten, wie z.B. Verwaltungs- und Gebäudekosten, belaufen sich die Kosten pro Hafttag/Person sogar auf 80 Euro", so Volkmar Körner, Geschäftsführer der NEUSTART gemeinnützige GmbH. "Auch die gesellschaftlichen Implikationen der Bewährungshilfe dürfen nicht vergessen werden. Jede verhinderte Straftat trägt maßgeblich dazu bei, den gesellschaftlichen Frieden zu stabilisieren, indem Bürgerinnen und Bürger nicht neuerlich Opfer von Straftaten werden", betont Volkmar Körner.

Übertragung in freie Trägerschaft: Ein Fortschritt, der sich auszahlt - volkswirtschaftlich und sozial

Die ausgesprochen geringe Anzahl von Widerrufen in der Bewährungshilfe Baden-Württembergs wäre ohne die organisatorische Restrukturierung durch NEUSTART kaum möglich geworden. Betreute vor Beginn der Übertragung in freie Trägerschaft ein Bewährungshelfer noch 96 Klienten, konzentriert sich heute die Betreuung eines professionellen Sozialarbeiters auf 78 Klienten, die damit eine intensivere Betreuung und mehr Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Probleme erhalten. Überdies werden die hauptamtlichen Bewährungshelfer von 400 Ehrenamtlichen unterstützt, die sich auf die Betreuung von 700 Klienten konzentrieren, deren Problematik weniger schwerwiegend ist. "Verbindliche Qualitätsstandards und Maßnahmen zur Qualitätssicherung, aber auch moderne EDV, verbesserte Arbeitskonditionen, fachliche Beratung und Anleitung, und - nicht zuletzt - ein exemplarisches Fortbildungsprogramm bilden das Fundament unseres Erfolgs, der sich daran messen muss, Rückfallkriminalität zu vermeiden. Auch die enge Vernetzung mit Kooperationspartnern in allen Regionen Baden-Württembergs trägt dazu bei, die Arbeit der Bewährungshilfe weiter zu optimieren", resümiert Volkmar Körner.

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