Pioneer Medical Devices

Billig versus nachhaltig: Kommt die Trendwende im Krankenhaus-Einkauf?
Sparpotenziale im Krankenhaus-Einkauf nahezu ausgereizt
Nachhaltigkeit gewinnt, so die Bilanz des 7. Beschaffungskongresses

Billig versus nachhaltig: Kommt die Trendwende im Krankenhaus-Einkauf? / Sparpotenziale im Krankenhaus-Einkauf nahezu ausgereizt / Nachhaltigkeit gewinnt, so die Bilanz des 7. Beschaffungskongresses
Billig versus nachhaltig: Kommt die Trendwende im Krankenhaus-Einkauf? Sparpotenziale im Krankenhaus-Einkauf nahezu ausgereizt. Nachhaltigkeit gewinnt, so die Bilanz des 7. Beschaffungskongresses der Krankenhaeuser 2015. Foto: Simone M. Neumann. Auf dem Podium v.l.n.r.: Andreas Haak, Robert Schrödel, Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Wolfgang ...

Berlin (ots) - Mit der Einführung der Fallpauschalen (DRG) begann ein Trend, der bis heute die Einkaufslandschaft in deutschen Krankenhäusern prägt: Vom Tupfer über Nahtmaterial bis hin zum komplexen Medizinprodukt - alles soll möglichst billig sein. 90 Prozent der deutschen Krankenhäuser haben sich deshalb großen Einkaufsgemeinschaften angeschlossen, die - getrieben vom hohen Kostendruck - eine rigorose Preispolitik verfolgen. Doch der Billigeinkauf der letzten Jahre stößt offenbar an seine Grenzen, wie auf dem 7. Beschaffungskongress in Berlin am 2. und 3. Dezember zu hören war.

Einkäufer vom Kostendruck getrieben

Für Krankenhäuser werde es immer schwieriger, noch Einsparpotenziale bei den Sachkosten zu heben, meinte etwa Dr. Peter Magunia von der Beratungsfirma Roland Berger im Eröffnungsplenum am 2. Dezember. Dabei sei der Kostendruck keineswegs kleiner geworden. Der Gesundheitsökonom Prof. Wilfried von Eiff von der Universität Münster formulierte das Problem noch deutlicher. "Der preisorientierte Einkauf hat das Ende seiner Wirksamkeit erreicht, die Einsparpotenziale sind weitgehend ausgeschöpft", erklärte von Eiff vor rund 300 Kongressteilnehmern.

Einer Roland-Berger-Studie zufolge sehen dennoch 70 Prozent der Geschäftsführer von Krankenhäusern weiterhin Einsparpotenziale im Einkauf von medizinischem Sachbedarf. Möglicherweise, weil ihnen der Kostendruck im Nacken sitzt, denn immerhin schreibt fast die Hälfte der Häuser rote Zahlen. Laut Magunia wird der Druck dann an die Einkaufsabteilungen weitergegeben. "Wir sind Getriebene", bekannte die Chef-Einkäuferin der Paul-Gerhardt-Diakonie Sabine Köchling. In der Nachhaltigkeit liegen noch Kosteneinsparpotenziale Ausgerechnet ein Medizinproduktehersteller wollte das Ende eines ökonomischen Einkaufs so nicht bestätigen, wobei zwischen billig und ökonomisch ein ganz wesentlicher Unterschied besteht. Es gebe durchaus noch Einsparpotenziale bei den Sachkosten, meinte Robert Schrödel, Vorstand der Pioneer Medical Devices AG. Allerdings nur, wenn man eingetretene Pfade verlasse. "Wir müssen weg von der Geiz ist Geil Mentalität und stattdessen anfangen, in Produktlebenszyklen zu denken", sagte Schrödel. So könne man mit einem hochwertigen Medizinprodukt, das mehrmals aufbereitbar und wiederverwendbar sei, am Ende rund ein Drittel der Kosten sparen, auch wenn der eigentliche Einkaufspreis teurer sei. "Der kurzfristige Blick auf den Preis hat zu fatalen Qualitätseinbußen geführt", erläuterte Schrödel anhand von Fotodokumentationen, auf denen unter anderem ein verrosteter Shaver für die Orthopädie eines namhaften amerikanischen Herstellers "Made in China" zu sehen war. Dass so ein Produkt kaum wiederverwendet werden kann, sieht jeder Laie. "Das billigste Produkt wird am Ende das teuerste sein", erklärte Schrödel.

Mit seinem Plädoyer für mehr Nachhaltigkeit rannte der Pioneer-Chef bei den Einkäufern offene Türen ein. Viele geben zu, dass der Aspekt eines nachhaltigen Einkaufs bisher keinerlei Rolle gespielt habe. Lebensdauer oder Reparaturfähigkeit seien ebenso zugunsten des Preises vernachlässigt worden wie ethische Aspekte, zu denen etwa Patientensicherheit, Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter oder das medizinische Outcome gehörten. "Einen ethischen oder nachhaltigen Einkauf haben wir nicht auf dem Schirm", sagte die Beschaffungsexpertin Sabine Köchling. "Aber ich verspreche Ihnen, wir werden dazu eine Anspruchshaltung formulieren."

Löst also ein auf Nachhaltigkeit bedachter Einkauf die bisherige Billigpreis-Einkaufspolitik ab? Aus Sicht des Gesundheitsökonomen Wilfried von Eiff ist ein solcher Trend bereits in zarten Anfängen erkennbar. "Der Lebenszykluskostenansatz gewinnt als Entscheidungskriterium zunehmend an Bedeutung", sagte er. Doch es sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. "Einem Geschäftsführer müssen Sie erst einmal erklären, warum ausgerechnet das teurere Mehrweg-Produkt in der Gesamtsicht preiswerter sein soll als das billige Einmal-Produkt."

Robert Schrödel von Pioneer Medical Devices nannte viele gute Argumente - angefangen bei der Qualität und Patientensicherheit bis hin zur Ökologie und Ökonomie. Sein vor zehn Jahren gegründetes Unternehmen stellt nicht nur Medizinprodukte her, sondern bietet auch die qualitätsgesicherte Wiederaufbereitung in zwei Spezialanlagen an. Mit mehr als 3.500 validierten Verfahren bereitet Pioneer eigene und fremde Medizinprodukte so auf, dass sie hygienisch und funktional einem neuwertigen Produkt entsprechen. Dafür gibt es sogar eine Garantie. Laut Schrödel funktioniert das aber nur, wenn auch die Qualität stimmt. Kommen Billigmaterialien wie bei dem besagten Shaver zum Einsatz, ist eine seriöse Wiederaufbereitung eben nicht möglich - auch wenn es der Klinikkonzern gerne möchte. "Unser Kunde hat das eingesehen und ist nun auf einen Shaver umgestiegen, der sich viermal wiederverwenden lässt", berichtete der Pioneer-Vorstand. "Unterm Strich bedeutet das eine Kostenersparnis von 35 Prozent."

Ökologie kann zum Wettbewerbsvorteil werden

Ganz von den ökonomischen Vorteilen abgesehen leisten Mehrweg-Medizinprodukte auch einen Beitrag zur Ökologie. Dr. Silke Bustamante, Professorin für Dienstleistungsmanagement an der Fachhochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, meinte, der ökologische Aspekt werde mehr und mehr zum Wettbewerbsvorteil. "Wer sich heute als Green-Hospital bekennt, kann damit auch bei den Patienten punkten", sagte sie. "Das bringt allen einen Vorteil, zumal Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch sind."

Während viele Hersteller die Aufbereitung zunehmend durch Konstruktionstricks erschweren, weil sie um ihre Absatzzahlen fürchten, geht Pioneer den umgekehrten Weg. Der Berliner Medizintechnikhersteller entwickelt gemeinsam mit seiner Tochter Rudolf Medical sogenannte Hybrid-Produkte. Das sind Medizinprodukte, die begrenzt mehrwegfähig sind, aber zu komplex für eine Aufbereitung in der ZSVA eines Krankenhauses sind. Bei den Hybrid-Produkten ist die Wiederaufbereitung einschließlich der erforderlichen Logistikleistung im Anschaffungspreis enthalten. Schrödel bezifferte die Einsparpotenziale auf bis zu 50 Prozent.

Renaissance der Wiederaufbereitung

"Wenn wir in langfristigen Kosten denken, kommen wir um nachhaltige, lebenszyklusorientierten Konzepte nicht drum herum", fasste Wilfried von Eiff in der Abschlussveranstaltung zusammen. Wiederaufbereitung und Reparaturfähigkeit erlebten gerade eine Renaissance, meinte er. Weitere Trends mit Kosteneinsparpotenzial sieht der Gesundheitsökonom in der Standardisierung von Prozessen und neuen Vertragsmodellen zwischen Herstellern und Krankenhaus, die den gesamten Versorgungsprozess umfassen. Dazu gehören etwa pay-per-use-Angebote und Risk-Sharing-Modelle. "Aber", sagte von Eiff, "Prozessveränderungen müssen kommuniziert werden. Die Menschen müssen mitgenommen werden. Und da ist noch ein großes Defizit zu erkennen." Die Pioneer Medical Devices AG versorgt seit vielen Jahren Krankenhäuser, Medizinische Versorgungszentren und Spezialpraxen mit innovativen Medizinproduktelösungen, die vom Produkt-Tracking, über die Spezialaufbereitung und Just-in-time-Belieferung bis hin zur Finanzierung reichen. Das Unternehmen versteht sich als der führende Highend-Spezialist für Kosteneinsparungen bei medizinischen Leistungserbringern, die gleichzeitig ihre Leistung und Qualität steigern möchten.

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Jana Schrödel - Ein Service der delta-crm GmbH für die Pioneer 
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