Eisai

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) stellt Ausmaß des Zusatznutzens des Arzneimittels für seltene Erkrankungen Lenvima® (Lenvatinib) fest

Hatfield, England (ots/PRNewswire) - Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den patientenrelevanten Zusatznutzen von Lenvima® (Lenvatinib) bei der Behandlung von Patienten mit Radiojod-refraktärem differenziertem Schilddrüsenkarzinom (RAI-refraktärem DTC) bestätigt. Dieser Entscheidung war die Veröffentlichung der Nutzenbewertung des G-BA zu Lenvatinib am 1. Oktober 2015 vorausgegangen.

"Eisai begrüßt die positive Entscheidung des G-BA, mit der die Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens von Lenvatinib bei Patienten mit RAI-refraktärem DTC in Deutschland erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Erstattungsfähigkeit für Patienten in Deutschland, die an dieser schwer behandelbaren Form des Krebses leiden, bleibt unberührt", kommentierte Gary Hendler, President und CEO, Eisai EMEA, und President, Eisai Oncology Global Business Unit.

"Die Entscheidung des G-BA über das Ausmaß des Zusatznutzens von Lenvatinib ist ein äußerst wichtiges Ergebnis, insbesondere, da es in dieser Situation so wenige Behandlungsoptionen gibt", kommentierte Professor Christoph Reuter von der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Die Beurteilung des Zusatznutzens von Lenvatinib basierte auf Daten aus einer aktualisierten Auswertung der SELECT-Studie, bei der Lenvatinib im Vergleich zu Placebo das Gesamtüberleben bei Patienten mit progredientem, Radiojod-refraktärem differenziertem Schilddrüsenkarzinom (RAI-refraktärem DTC) signifikant verbessert (HR = 0,53; 95%-KI: 0,34-0,82, nominaler p-Wert = 0,0051).1 Daten aus der SELECT-Studie zeigten auch, dass in der Lenvatinib-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe eine Verbesserung des progressionsfreien Überlebens von 3,6 auf 18,3 Monate (Hazard Ratio für Progression oder Tod = 0,21; 99%-KI: 0,14-0,31, p-Wert = 0,001) verzeichnet werden konnte.2 An der Studie nahmen 392 Patienten in mehr als 100 Studienzentren in Europa, Nord- und Südamerika und Asien teil. Sie wurde von Eisai in Zusammenarbeit mit der SFJ Pharmaceuticals Group durchgeführt.2

Zwar ist das Schilddrüsenkarzinom relativ selten, aber in den vergangenen Jahrzehnten ist die Inzidenz der Erkrankung in ganz Europa rasch gestiegen.3,4 2012 wurden in Deutschland 5.229 Fälle verzeichnet.3 Schilddrüsenkrebs ist die häufigste maligne Erkrankung des endokrinen Systems und tritt mit einem Verhältnis von 2 zu 1 bei Frauen häufiger als bei Männern auf.5

Lenvatinib wurde bereits in den Vereinigten Staaten, Europa, Japan und der Schweiz für die Behandlung des refraktären Schilddrüsenkarzinoms zugelassen; in Südkorea, Kanada, Singapur, Russland, Australien und Brasilien ist die Zulassung beantragt. Lenvatinib erhielt in verschiedenen Ländern den Status eines "Arzneimittels für seltene Erkrankungen" (Orphan Drug), so z.B. in Japan für die Behandlung des Schilddrüsenkarzinoms, in den USA für die Behandlung des follikulären, medullären, anaplastischen und metastasierenden oder lokal fortgeschrittenen papillären Schilddrüsenkarzinoms sowie in Europa und der Schweiz für die Behandlung des follikulären und des papillären Schilddrüsenkarzinoms.

Der von Eisai entdeckte und entwickelte Wirkstoff Lenvatinib ist eine orale Therapie mit einem spezifischen Inhibitionsprofil essentieller Rezeptortyrosinkinasen (RTK). Lenvatinib hemmt u.a. die Vascular-Endothelial-Growth-Factor-Rezeptoren 1-3 (VEGFR), die Fibroblastenwachstumsfaktor-Rezeptoren 1-4 (FGFR), den Platelet-Derived-Growth-Factor-Rezeptor (PDGFR) sowie die Rezeptortyrosinkinasen RET und KIT. Somit ist Lenvatinib möglicherweise der erste Tyrosinkonaseinhibitor (TKI), der gleichzeitig FGFR 1-4 und VEGFR 1-3 inhibiert.6 Darüber hinaus erfolgt die Bindung von Lenvatinib bei der Kinaseinhibition über einen neuen, sogenannten Typ-V-Bindungsmodus, der sich vom Bindungsmodus anderer bekannter TKI unterscheidet.7,8

Die Entwicklung von Lenvatinib unterstreicht Eisais Unternehmensphilosophie human health care (hhc), die zum Ziel hat, innovative Lösungen zur Prävention und Therapie von Krankheiten und zum Schutz der Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt bereitzustellen. Eisai engagiert sich im Therapiegebiet der Onkologie und widmet sich den noch nicht erfüllten medizinischen Bedürfnissen von Patienten und deren Angehörigen.

Hinweise für die Redaktion

Der neue Bindungsmodus (Typ V) von Lenvatinib7,8

Die Kinaseinhibitoren werden in Abhängigkeit von ihrer Bindungsstelle und der Konformation, die die jeweilige Kinase im Komplex mit ihnen einnimmt, in verschiedene Typen eingeteilt (Typ I bis Typ V). Die meisten zurzeit zugelassenen Tyrosinkinaseinhibitoren sind entweder Typ-I- oder Typ-II-Inhibitoren. Strukturuntersuchungen mittels Röntgenkristallografie haben jedoch ergeben, dass die Kinaseinhibition durch Lenvatinib über einen neuen Bindungsmodus (Typ V) erfolgt, der sich vom Bindungsmodus der bisher verfügbaren Kinasehemmer unterscheidet. Darüber hinaus wurde durch kinetische Analysen gezeigt, dass Lenvatinib die Kinaseaktivität schnell und wirksam inhibiert, was - so wird vermutet - eine Folge des neuen Bindungsmodus sein könnte.

Über die SELECT-Studie2

Bei der Studie SELECT (Study of (E7080) LEnvatinib in Differentiated Cancer of the Thyroid) handelte es sich um eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie, in der Lenvatinib (24 mg) einmal täglich versus Placebo verabreicht wurde. In die Studie wurden 392 Patienten an mehr als 100 Studienzentren in Europa, Nord- und Südamerika und Asien aufgenommen. Sie wurde von Eisai in Zusammenarbeit mit der SFJ Pharmaceuticals Group durchgeführt.

Die Studienteilnehmer wurden nach Lebensalter (<=65, >65 Jahre), Region sowie dem Kriterium "maximal 1 vorangegangene gegen VEGFR gerichtete Therapie" stratifiziert und im Verhältnis 2:1 randomisiert, um entweder Lenvatinib oder ein Placebo zu erhalten (24 mg/Tag, 28-Tage-Zyklus). Das mediane Progessionsfreie Überleben (PFS; primärer Studienendpunkt) betrug mit Lenvatinib 18,3 Monate und 3,6 Monate bei Placebo. Die sekundären Endpunkte der Studie waren die Gesamtansprechsrate (objective response rate, ORR), das Gesamtüberleben (OS) und die Verträglichkeit. Die Gesamtansprechrate betrug in der Lenvatinib-Behandlungsgruppe 64,8%. Der Anteil der Patienten mit kompletter Remission (Complete Response, CR) betrug 1,5% (4 Patienten) in der Lenvatinibgruppe und Null in der Placebogruppe. Der Anteil der Patienten mit partieller Remission (PR) betrug 63,2 % (165 Patienten) in der Lenvatinibgruppe und 1,5% (2 Patienten) in der Placebogruppe. Die mediane Dauer der Exposition betrug 13,8 Monate bei Lenvatinib und 3,9 Monate bei Placebo, und die mediane Zeit bis zur Remission unter Lenvatinib betrug 2,0 Monate. Der mediane OS-Wert wurde noch nicht erreicht.

Die sechs häufigsten unerwünschten Ereignisse beliebigen Schweregrades in Zusammenhang mit der Anwendung von Lenvatinib waren Bluthochdruck (67,8%), Durchfall (59,4%), Müdigkeit (59,0%), verminderter Appetit (50,2%), Gewichtsverlust (46,4%) und Übelkeit (41,0%). Folgende unerwünschte Nebenwirkungen >=Grad 3 (Common Terminology Criteria of Adverse Events, CTCAE) traten auf: Bluthochdruck (41,8%), Proteinurie (10,0%), Gewichtsverlust (9,6%), Müdigkeit (9,2%), Durchfall (8,0%) und verminderter Appetit (5,4%).

Über Schilddrüsenkrebs

Als Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom) wird ein maligner Tumor im Gewebe der Schilddrüse, welche am Hals unterhalb des Kehlkopfs in der Nähe der Luftröhre liegt, bezeichnet.9 Er tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf, zumeist im Alter zwischen 40 und 60 Jahren.10

Schilddrüsenkrebs betrifft in Europa jährlich mehr als 52.000 Menschen.3 Die Inzidenz von Schilddrüsenkrebs ist im vergangenen Jahrzehnt signifikant angestiegen, und zwar um 69% bei Männern bzw. 65% bei Frauen.11 Die am häufigsten auftretenden Formen des Schilddrüsenkrebses sind das papilläre und das follikuläre Karzinom (einschließlich Hürthle-Zell-Karzinom), die als differenzierte Schilddrüsenkarzinome (DTC) klassifiziert werden und etwa 90% aller Fälle ausmachen.12 Die verbleibenden Fälle werden als medullär (5-7%) oder anaplastisch (1-2%) klassifiziert.13

Während die meisten DTC-Patienten chirurgisch und mit Radiojodtherapie kausal therapiert werden können, ist die Prognose für Patienten, die auf die Behandlung nicht ansprechen, schlecht.14 Für diese schwer zu behandelnde, lebensbedrohliche und behandlungsrefraktäre Form von Schilddrüsenkrebs gibt es nur begrenzte Behandlungsoptionen.13

Über Eisai Co., Ltd.

Eisai ist ein führendes weltweit operierendes, forschungs- und entwicklungsorientiertes (F&E) Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Japan. Eisai hat sein Unternehmensleitbild wie folgt definiert: Im Mittelpunkt stehen die Patienten und ihre Angehörigen sowie die Verbesserung der Gesundheitsfürsorge - wir nennen dies unsere "human health care (hhc)"-Philosophie. Mit mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserem weltweiten Netzwerk von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Produktionsstätten und Vertriebsniederlassungen arbeiten wir an der Verwirklichung unserer hhc-Philosophie, indem wir innovative Produkte in verschiedenen therapeutischen Bereichen anbieten, in denen ein hoher ungedeckter medizinischer Bedarf besteht, wie etwa der Onkologie und der Neurologie.

Als global operierendes, pharmazeutisches Unternehmen engagieren wir uns gemäß unseres Unternehmensleitbilds für Patienten überall auf der Welt - durch Investitionen und Beteiligungen an partnerschaftlichen Initiativen zur Verbesserung des Zugangs zu Arzneimitteln in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Weitere Informationen zu Eisai Co., Ltd. finden Sie unter http://www.eisai.com .

Literatur

 1. Guo M et al. Overall survival gain with lenvatinib vs. placebo in
    131I-refractory differentiated thyroid cancer: An updated 
    analysis. 18th ECCO - 40th ESMO European Cancer Congress, Vienna,
    Austria September 2015
 2. Schlumberger M et al. Lenvatinib versus placebo in radioiodine 
    refractory differentiated thyroid cancer. NEJM2015; 372: 621-630.
    Available at http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406470
    Accessed: June 2015
 3. EUCAN Thyroid Cancer Factsheet2015. 
 http://eu-cancer.iarc.fr/EUCAN/Cancer.aspx?Cancer=35. Accessed: 
    December 2015
 4. Kilfoy BA et al. Cancer Causes Control. 2009 Jul; 20(5):525-31
 5. Butterfly Thyroid Cancer Trust. About Thyroid Cancer. Available 
    at: http://www.butterfly.org.uk/about.htmAccessed: June 2015
 6. Matsui J, et al. Int J Cancer 2008; 122:664-671
 7. Okamoto K, et al. Distinct Binding Mode of Multikinase Inhibitor 
    Lenvatinib Revealed by Biochemical Characterization. ACS Med. 
    Chem. Lett 2015; 6:89-94
 8. Newbold K et al. Phase 3 study of (E7080) Lenvatinib in 
    Differentiated Cancer of the Thyroid (SELECT): Results and 
    subgroup analysis of patients from Europe. Presented as a digital
    poster at ETA 2014.
 9. National Cancer Institute at the National Institute of Health. 
    Available at:http://www.cancer.gov/cancertopics/pdq/treatment/thy
    roid/Patient/page1/AllPages#1
10. Brito J et al. BMJ 2013; 347
11. Cancer Research UK. Thyroid cancer incidence statistics. 
    Available at:http://www.cancerresearchuk.org/cancer-info/cancerst
    ats/types/thyroid/incidence/uk-thyroid-cancer-incidence-statistic
    s Accessed: September 2015
12. Gild M et al. Multikinase inhibitors: a new option for the 
    treatment of thyroid cancer. Nature Reviews Endocrinology. 2011; 
    7: 617-624
13. Thyroid Cancer Basics. 2011. Available at: http://www.thyca.org .
    Accessed: June 2015
14. Pacini F et al. ESMO Guidelines Working Group. Ann Oncol. 2012;23
    (suppl 7):vii110-vii119. 

Pressekontakt:

Eisai
Cressida Robson / Ben Speller
+44-(0)7908-314-155/+44(0)7908-409416
Cressida_Robson@eisai.net
Ben_Speller@eisai.net

Tonic Life Communications
Alex Davies / Callum Hairel
+44-(0)7720-496-472 / +44-(0)7867429637
Alex.davies@toniclc.com
Callum.Haire@toniclc.com
Original-Content von: Eisai, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Eisai

Das könnte Sie auch interessieren: