Bertelsmann Stiftung

Bertelsmann Stiftung und AOL Time Warner Foundation fordern mehr Einsatz für Medienkompetenz

Berlin (ots) - Stiftungen legen Handlungsempfehlungen für das 21. Jahrhundert vor - Bundeskanzler Schröder, spanischer Ministerpräsident Aznar, ehemalige US-Außenministerin Albright und EU-Kommissare diskutieren Lösungen auf "21st Century Literacy Summit" Die Potenziale von Informationstechnologien und neuen Medien in Bildung, Politik und Arbeitswelt müssen systematisch und nachhaltig genutzt werden. Das fordern die Bertelsmann Stiftung und die AOL Time Warner Foundation. Auf ihrer gemeinsamen Konferenz haben Gerd Schulte-Hillen, stellvertretender Präsidiumsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, und Steve Case, Vorsitzender der AOL Time Warner Foundation und Vorstandsvorsitzender von AOL Time Warner, heute das Kommuniqué "21st Century Literacy" an Bundeskanzler Gerhard Schröder übergeben. Das Papier führt internationale Modellprojekte auf, die zeigen, wie Medienkompetenz erfolgreich gefördert werden kann. Nach Ansicht von Bundeskanzler Gerhard Schröder ist Medienkompetenz eine der entscheidenden Schlüsselqualifikationen im 21. Jahrhundert: "Medienkompetenz eröffnet bessere Chancen für berufliches und privates Vorankommen in einer vernetzten Welt. Mit den digitalen Technologien umzugehen lernen, ist eine Aufgabe, die von der ganzen Gesellschaft gelöst werden muss. Schulen, Universitäten, Unternehmen und die Politik müssen hierzu ihren Beitrag leisten." 300 Politiker, Wirtschaftsvertreter, Medienexperten und Wissenschaftler - darunter der spanische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident José Maria Aznar, die ehemalige amerikanische Außenministerin Madeleine Albright sowie die EU-Kommissare Viviane Reding und Erkki Liikanen - diskutieren noch bis zum 8. März auf dem "21st Century Literacy Summit" in Berlin die Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Bildung Rasante technologische Entwicklung und Globalisierung erfordern, dass Wissen ständig auf den neuesten Stand gebracht werden muss. "Niemand sollte annehmen, dass unsere Fertigkeiten aus Schule und Ausbildung morgen noch den Anforderungen genügen. Lebenslanges Lernen muss zum neuen Standard in der Bildung werden", betont Gerd Schulte-Hillen. Beide Stiftungen drängen darauf, dass Medienkompetenz als vierte Kulturtechnik zu Lesen, Schreiben und Rechnen hinzu kommen muss. Damit sei nicht nur das Bedienen von Computern gemeint; in Zukunft werde vor allem die Fähigkeit entscheidend sein, Informationen suchen, bewerten und produktiv nutzen zu können - genau dies werde aber an Schulen und Universitäten noch zu sehr vernachlässigt. "Im Zeitalter der Konvergenz hat das Internet stärker als je zuvor die Macht, Menschen wirklich einzubeziehen. Bildung wird von einer passiv genutzten Einbahnstraße zum interaktiven Lernerlebnis, das Menschen in aller Welt zusammenführt", sagt Steve Case. "Wenn wir den Menschen Medienkompetenz für das 21. Jahrhundert mitgeben wollen, brauchen wir entschlossene und mutige Entscheidungsträger mit einer klaren Vision." Arbeitswelt Auch im Arbeitsalltag wird Medienkompetenz zur Kernkompetenz. Unternehmen setzen den Umgang mit neuen Medien schon heute als selbstverständlich voraus. Dieser Erwartung stünden aber kaum entsprechende Aus- und Fortbildungsangebote gegenüber. In ihrem "White Paper" fordern die Stiftungen daher, dass Schulungen nicht nur technische Kenntnisse, sondern auch ein kritisches Medienverständnis vermitteln müssen. Die Zeit sei reif für eine breit angelegte Qualifizierungsoffensive der Wirtschaft - mit unternehmenseigenen Trainingscentern, virtuellen Lerngemeinschaften oder Firmen-Universitäten. Politik und öffentliches Leben Das Internet kann Verwaltung und Politik an die Bürger herantragen. Die Neuen Medien ermöglichen dem Staat, seine Dienste nutzerfreundlich und bürgerorientiert anzubieten. Zudem können politische Entscheidungsprozesse transparenter als bisher gestaltet werden. "Allerdings", so Dr. Ingrid Hamm, Bereichsleiterin Medien bei der Bertelsmann Stiftung, "nutzen selbst die besten der von uns weltweit untersuchten Modellprojekte erst wenige Potenziale von E-Government." Die Stiftungen fordern nachdrücklich dazu auf, den Staat mit Hilfe von E-Government und E-Democracy transparenter zu machen und damit die Bürgergesellschaft zu stützen. Projekt und Initiatoren Mit dem "21st Century Literacy Summit" starten die Bertelsmann Stiftung und die AOL Time Warner Foundation einen transatlantischen Dialog zur Informationsgesellschaft. Die 1977 gegründete gemeinnützige Bertelsmann Stiftung (www.bertelsmann-stiftung.de) greift gesellschaftliche Probleme auf, entwickelt Lösungsmodelle mit Experten aus Wissenschaft und Praxis und versucht diese Modelle in ausgewählten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu verwirklichen. Die Bertelsmann Stiftung versteht sich als operative, konzeptionell arbeitende Organisation. Die 2001 gegründete AOL Time Warner Foundation (www.aoltwfoundation.org) versucht, das Potenzial von Medien zu nutzen, um im öffentlichen Interesse die Gesellschaft voranzubringen. Die Stiftung engagiert sich in ihren Projekten vor allem darin, Kindern das notwendige Rüstzeug für das 21. Jahrhundert mitzugeben und die Bürgergesellschaft zu fördern. Hinweis: Das "White Paper: 21st Century Literacy in a Convergent Media World" findet sich zum Download unter http://www.21stcenturyliteracy.org. Rückfragen an: Dr. Marcel Machill, Projektleiter Medienpolitik, Bertelsmann Stiftung Telefon: 0 52 41 / 81-81 350, E-Mail: marcel.machill@bertelsmann.de Dr. Ingrid Hamm, Leitung Bereich Medien, Bertelsmann Stiftung Telefon: 0 52 41 / 81-81 125, E-Mail: ingrid.hamm@bertelsmann.de Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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