Bertelsmann Stiftung

Familienministerin Bergmann: Thema "Alter" stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken
Expertenkommission der Bertelsmann Stiftung formuliert Ziele der Altenpolitik

    Gütersloh/Berlin (ots) - "Ich hoffe, dass Fragen des Alters und
des Alterns künftig stärker in den Fokus der öffentlichen
Aufmerksamkeit gerückt werden", so die Bundes-ministerin für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christine Bergmann, in ihrem
Grußwort zur ersten Sitzung der Expertenkommission "Ziele in der
Altenpolitik" in Berlin. Eine erfolgreiche Seniorenpolitik sei
dringend auf die Zusammenarbeit zwischen Politik und nichtstaatlichen
Akteuren, zwischen Wirtschaft, Initiativen und engagierten
Seniorinnen und Senioren angewiesen.
    
    Die Kommission, die von der Bertelsmann Stiftung ins Leben gerufen
wurde, will Handlungsempfehlungen zu verschiedenen Fragestellungen
des Alters und Alterns formulieren und diese an die zuständigen
Politikerinnen und Politiker weitergeben. Für die Arbeit in der
hochrangig besetzen Kommission unter Leitung von Prof. Dr. Andreas
Kruse von der Universität Heidelberg konnten führende Wissenschaftler
aus Geriatrie und Gerontologie sowie Experten aus Politik, Verwaltung
und Verbänden gewonnen werden.
    
    "Der demografische Wandel der bundesdeutschen Gesellschaft macht
ein Umdenken in der Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik
notwendig", so Liz Mohn, Mitglied im Präsidium der Bertelsmann
Stiftung und Initiatorin der Expertenkommission. Die Folgen dieser
demografischen Veränderungen würden die große Herausforderung für die
soziale, gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung der kommenden
Jahrzehnte. Bereits heute leben rund 10.000 Hundertjährige und fast
450.000 Neunzigjährige in Deutschland. Die durchschnittliche
Lebenserwartung, die heute bei neugeborenen Mädchen 81 Jahre beträgt
und bei neugeborenen Jungen 74 Jahre, wird bis 2050 um sechs bis
sieben Jahre ansteigen. Im Jahr 2030 wird der Anteil der über
60-Jährigen auf 35 Prozent angestiegen sein.
    
    Die Kommission wird innerhalb der nächsten fünf Jahre zweimal
jährlich zusammenkommen und dabei unter anderem zu folgenden
Schwerpunkten konkrete Forderungen an die Altenpolitik stellen:
gesellschaftliche Nutzung der Stärken des Alters, sinnvolle
Prävention von Alterserkrankungen, neue Leitbilder für eine humane
Pflege, Förderung und Erhaltung der Selbstständigkeit der älteren
Menschen sowie Rahmenbedingungen für ein altersgerechtes Wohnen. Bei
dem ersten Treffen in Berlin geht es heute um die Leistungsfähigkeit
älterer Arbeitnehmer und um die Möglichkeiten eines größeren
freiwilligen Engagements im Alter.
    
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