Bertelsmann Stiftung

Studie: Führungsdefizite bei Krankenhausärzten
Anforderungen an leitende Mitarbeiter im Krankenhaus der Zukunft

    Münster/Gütersloh (ots) - 55 Prozent der Chefärzte sind in den
Augen ihrer Mitarbeiter keine guten Führungskräfte. Nicht ganz so
schlecht wie die Chefärzte kommen die Verwaltungschefs der Kliniken
davon: 43 Prozent fallen bei den Mitarbeitern als Führungskräfte
durch. Die Zahlen sind Ergebnisse einer Studie des Centrums für
Krankenhaus-Management (CKM) in Münster, das von der Bertelsmann
Stiftung getragen wird. Über 3.000 Mitarbeiter in Krankenhäusern und
Reha-Kliniken in ganz Deutschland wurden gefragt, wie es um die
Führungsfähigkeit von Ärzten, Pflegekräften und Betriebswirten
bestellt ist.
    
    83 Prozent der Mitarbeiter sind der Ansicht, dass die
Führungskräfte viel zu wenig über die täglichen organisatorischen
Hemmnisse sowie über zwischenmenschliche Probleme bei der
Zusammenarbeit wissen. Dadurch würde es oft zu Fehlentscheidungen
kommen, die an sich vermeidbar gewesen wären. 63 Prozent der
Befragten bemängeln, dass insbesondere die Chefärzte Besprechungen
schlecht leiten. Die Sitzungen seien oft langwierig und würden ohne
greifbare Ergebnisse enden.
    
    Für Prof. Wilfried von Eiff vom CKM steht fest: "Führung ist der
zentrale Erfolgsfaktor in jedem Unternehmen, egal ob in der
Autoindustrie, im Einzelhandel oder im Krankenhaus." Seiner Ansicht
nach müssen sich Krankenhäuser dringend um Fortbildungen ihres
Führungspersonals in Kommunikation, Moderation und
Problemlösungsfähigkeit bemühen. Auf die Dauer mache sich dies sicher
bezahlt.
    
    Nach der Umfrage ist kein bestimmtes Einzelmerkmal Indikator für
eine dauerhaft erfolgreiche Führungskraft - vielmehr macht ein
gesamtes Bündel von Eigenschaften den Führungserfolg aus. 53 Prozent
der befragten Mitarbeiter geben die Fachqualifikation als besonders
wichtiges Kriterium an. Gemeint ist damit, dass eine auf Dauer
akzeptierte Führungskraft mindestens in einem Teilgebiet des ihr
unterstellten Verantwortungsbereichs die fachlich beste Kraft der
Abteilung sein sollte. Gleichzeitig sollte sie aber auch die Größe
besitzen, andere Mitarbeiter zu fördern. Als Ideal wird angesehen,
wenn sich die Fachqualitäten von Chef und Mitarbeitern ergänzen. Fast
genauso wichtig erachten die Befragten Kommunikations- und
Entscheidungsfähigkeit der Führungskräfte, gefolgt von Kooperations-
und Coachfähigkeit.
    
    
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Prof. Wilfried von Eiff,
CKM,
Telefon: 0 251 / 83 31-440

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