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Bertelsmann Stiftung stellt Empfehlungen zur Internet-Regulierung vor / Berliner Konferenz zur Zukunft des Internet

Berlin (ots) - Die Bertelsmann Stiftung hat heute in Berlin einen Empfehlungskatalog für zukunftsfähige Regulierungsmodelle im Internet vorgestellt. "Das Internet ist ein globales öffentliches Gut mit erheblicher gesellschaftlicher Relevanz, das es durch internationale Regelungen zu schützen gilt", betonte Dr. Ingrid Hamm, Leiterin des Bereichs Medien der Bertelsmann Stiftung, auf der gemeinsam mit der Friedrich Ebert Stiftung ausgerichteten Konferenz "Internet Governance: Wer regiert das Internet?". In ihren Empfehlungen weist die Bertelsmann Stiftung darauf hin, dass ein Alleingang einer nationalen Regierung bei der Internet-Regulierung nicht sinnvoll sei, da das Internet nur als globale Einheit funktioniere. Internet-Industrie, Nutzer sowie Nichtregierungsorganisationen hätten gemeinsam die Verantwortung für das weltweite Netz zu übernehmen. Dabei müsse einerseits darauf geachtet werden, dass die Computer technisch miteinander kompatibel sind. Andererseits müsse gewährleistet werden, dass das Internet für alle zugänglich ist. "So viele Menschen wie möglich sollten unabhängig von Landes- und Gruppenzugehörigkeit Zugang zum Internet erhalten. Es sollten aber auch demokratische und ethisch-moralische Grundstandards gesichert sein", unterstrich Axel Schmidt-Gödelitz von der Friedrich Ebert Stiftung. Um die Sicherheit im weltweiten Netz zu erhöhen, empfiehlt die Bertelsmann Stiftung den Einsatz von Verschlüsselungstechniken. Die Bertelsmann Stiftung hat Best-Practice-Beispiele von Internet-Regulierungsmodellen untersucht. "Das interessanteste Experiment ist die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN). Hier ist bei der Verwaltung der Internet-Adressen ein neuartiges Selbstregulierungsmodell entstanden", erläuterte Ingrid Hamm. Mit den At-Large-Membership-Wahlen im Oktober 2000 habe ICANN außerdem einen ersten Versuch unternommen, alle Internetnutzer einzubeziehen und damit ein global legitimiertes Regulierungsmodell zu schaffen, ergänzte Projektleiter Dr. Marcel Machill von der Bertelsmann Stiftung. Ein solches Lösungsmodell lasse sich auf andere Bereiche des Internet übertragen. Als ein weiteres Beispiel für verantwortliche Selbstregulierung wurde die gemeinnützige Non-Profit-Organisation "Internet Content Rating Association" (ICRA) genannt. ICRA entwickelt zur Zeit ein universell einsetzbares Filtersystem, das auf einer freiwilligen Klassifizierung der Inhalte-Anbieter beruht und dem User ermöglicht zu entscheiden, welche Inhalte auf seinem Bildschirm erscheinen dürfen und welche ausgeblendet werden sollen. Den Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung zur Internet-Regulierung (http://www.democratic-internet.de/berlin2001/) liegen Erfahrungen aus der intensiven Begleitung des Entstehungsprozesses von ICANN zugrunde sowie Berichte und Analysen international führender Experten u.a. der Harvard University (USA), der Oxford University (Großbritannien), des GMD-Instituts für Medienkommunikation (Deutschland) und des Center for Democracy and Technology (USA). ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen an: Dr. Marcel Machill, Telefon: 0 52 41 / 81-73 50 E-Mail: Marcel.Machill@Bertelsmann.de Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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