Bertelsmann Stiftung

Anregungen von Patienten werden in Krankenhäusern zu wenig genutzt
Centrum für Krankenhausmanagement entwickelt System für Patientenideen

    Münster/Gütersloh (ots) - Patienten im europäischen Ausland
bringen sechsmal häufiger Vorschläge für eine bessere Organisation im
Krankenhaus ein als deutsche Patienten. Nach einer Studie des
Centrums für Krankenhausmanagement (CKM) in Münster liegt dies vor
allem an regelmäßigen individuellen Befragungen und standardisierten
Fragebögen in den ausländischen Krankenhäusern. Prof. Wilfried von
Eiff, Geschäftsführer des von der Bertelsmann Stiftung und der
Westfälischen Wilhelms-Universität Münster getragenen CKM: "Anders
als häufig noch in Deutschland hat das europäische Ausland den
mündigen Patienten entdeckt, der mit seinen Anregungen und seiner
Kritik ernst genommen wird."
    
    Befragt wurden Krankenhäuser aus 13 Ländern, die sich am
"Krankenhaus-Benchmarking" des CKM beteiligen. "Das Ergebnis hat
gezeigt, dass eine konsequente Nutzung von Patientenideen den
Organisationsablauf in Krankenhäusern erheblich verbessern kann", so
von Eiff. Das CKM hat die gelungensten Beispiele aus dem
"Krankenhaus-Benchmarking" zum Vorbild genommen und ein neues System
entwickelt: das sogenannte "Patienten-Ideen-Management" (PIM), mit
dessen Hilfe kreative Patientenideen effektiv genutzt werden können.
Von Eiff: "Durch das PIM-Konzept des CKM sollen Unzufriedenheit und
Beschwerden von Patienten von vornherein vermieden werden."
    
    Auch das interne Vorschlagswesen wird nach der Studie des CKM im
Ausland wesentlich intensiver praktiziert als in Deutschland.
Immerhin wird dieses wichtige Instrument zur Verbesserung von
Organisation und Führung in Krankenhäusern aber zumindest von den
Pflegekräften in Deutschland mehr und mehr genutzt: sie liefern gut
doppelt so viele Vorschläge zur Verbesserung des Arbeitsumfeldes wie
die Ärzte und die Verwaltung. "Unternehmenskultur als sogenannter
,weicher Faktor' ist tatsächlich der härteste Erfolgsfaktor eines
jeden Krankenhauses", sagt von Eiff. Zur Unternehmenskultur zähle der
Umgang mit Kritik und Anregungen von Patienten und Mitarbeitern
ebenso wie die Delegation von Verantwortung und leistungsorientierte
Anreizmechanismen.
    
    "Durch ein intelligentes Weiterentwickeln von Bestleistungen
lassen sich Fehler vermeiden, die andere bereits gemacht haben",
erläutert von Eiff das Konzept des "Krankenhaus-Benchmarkings"
(http://www.hospital-benchmarking.de) der Bertelsmann Stiftung. Unter
der Schirmherrschaft von Liz Mohn, Präsidiumsmitglied der Bertelsmann
Stiftung, ist mittlerweile ein weltweites Kompetenznetzwerk von
beispielhaften Gesundheitseinrichtungen aufgebaut worden. Innerhalb
der vergangenen 18 Monate haben sich bereits über 30 Krankenhäuser
aus Australien, Südafrika und den USA sowie aus fast allen
europäischen Ländern zusammengeschlossen.
    
    
ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung
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Rückfragen an:
Prof. Wilfried von Eiff,
CKM,
Telefon: 0 251 / 83 31 44 0
Volker Heitkamp,
Bertelsmann Stiftung,
Telefon: 0 52 41 / 81 - 40 136


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