Bertelsmann Stiftung

Steigende Arbeitsbelastung führt zu einer Zunahme chronischer und psychosomatischer Krankheiten
Studie der Bertelsmann Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung verdeutlicht Erfolg eines betrieblichen Gesundheitsmanagements

    Gütersloh/Braunschweig (ots) - Steigender Druck am Arbeitsplatz
führt zu einer Zunahme chronischer und psychosomatischer
Erkrankungen. Jeder zweite leide immer oder häufig unter starkem
Termin- und Leistungsdruck, hieß es auf einer Konferenz der
Bertelsmann Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung in Braunschweig.
Rund 100 Teilnehmer diskutierten, wie der Druck auf die Arbeitnehmer
durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement vermindert und der
Krankenstand gesenkt werden kann.
    
    Liz Mohn, Beiratsmitglied der Bertelsmann Stiftung: "Der
Handlungsbedarf ist groß. Bei einer repräsentativen Befragung gab
fast die Hälfte an, dass Stress und Arbeitsdruck zugenommen haben."
Gleichzeitig sei ermittelt worden, dass zwei Drittel der Befragten
einen klaren Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Beschwerden und
den Arbeitsbedingungen sehen. Dadurch würden sich neue Aufgaben für
den Arbeitsschutz ergeben und auch für die Führung von Unternehmen.
Liz Mohn: "Wichtig ist vor allem eine partnerschaftliche
Unternehmenskultur - motivierte Mitarbeiter sind seltener krank."
    
    Anhand zahlreicher Praxisbeispiele wurde auf der Konferenz die
Bedeutung des Gesundheitsmanagements als Wettbewerbsfaktor
herausgestellt: Gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen senken die
Krankenstände in den Betrieben und unterstützen gleichzeitig die
Motivation und Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer. Bei VW z.B. hat
ein systematisches Gesundheitsmanagement wesentlich dazu beigetragen,
dass die Gesundheitsquote von 91,7 Prozent in 1988 auf knapp 96
Prozent in 1999 gestiegen ist. Die Einsparung dabei ist erheblich:
Nach Aussagen des Unternehmens verbessert sich die
Kostenproduktivität um die gleiche Prozentzahl wie die
Gesundheitsquote. Bei VW können so bereits bei einer um nur ein
Prozent gestiegenen Gesundheitsquote rund 90 Millionen Mark im Jahr
eingespart werden.
    
    Nachzulesen sind Beispiele für gelungenes Gesundheitsmanagement in
dem neuen Handbuch "Erfolgreich durch Gesundheitsmanagement -
Beispiele aus der Arbeitswelt", das die Bertelsmann Stiftung und die
Hans-Böckler-Stiftung herausgegeben haben. Es wendet sich
insbesondere an Führungskräfte und Personalverantwortliche,
Betriebsärzte und Arbeitssicherheitsexperten, Arbeitnehmervertreter
sowie Gesundheitsexperten auf außerbetrieblicher Ebene. Die beiden
Stiftungen setzen sich seit 1992 mit zahlreichen Projekten dafür ein,
das Interesse an einem zeitgemäßen und effektiven betrieblichen
Gesundheitsmanagement zu stärken. Auch geht es ihnen darum, den engen
Zusammenhang zwischen partnerschaftlichen Führungsstrukturen und der
Senkung krankheitsbedingter Ausfallzeiten hervorzuheben.
    
    
ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Rückfragen an:
Ulrike Craes, Telefon: 0 52 41 / 81-73 56
Literatur: Bertelsmann Stiftung,
Hans-Böckler-Stiftung (Hrsg.):
Erfolgreich durch Gesundheitsmanagement -
Beispiele aus der Arbeitswelt,
Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2000

Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Bertelsmann Stiftung

Das könnte Sie auch interessieren: