Bertelsmann Stiftung

Höhere Effizienz und geringere Kosten durch Behörden-Kooperation

Gütersloh (ots) - Bertelsmann Stiftung veröffentlicht Studie über Zusammenarbeit von Arbeits- und Sozialämtern Rund 90 Prozent aller Arbeits- und Sozialämter halten eine intensivere Kooperation für dringend notwendig. Bisher führe die gemeinsame Zuständigkeit der Ämter zu Doppelarbeit und damit zu hohen Personal- und Verwaltungskosten, so eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Zudem würden Hilfeempfänger mit kaum mehr zu durchschauenden Regelungen konfrontiert. Der größte Veränderungsbedarf wird in der gegenwärtigen Praxis des Datenaustausches gesehen: 92 Prozent der Ämter stufen einen besseren Austausch von personenbezogenen Daten als außerordentlich wichtig ein. Nur so könnten die Hilfsinstrumente der Ämter angemessen genutzt werden. Die Studie plädiert für eine Initiative des Gesetzgebers, um die bestehenden Hindernisse beim Datenschutz aus dem Weg zu räumen. Anlass für die Untersuchung, an der sich 167 Arbeits- und 340 Sozialämter beteiligten, ist die zunehmende Zahl Langzeitarbeitsloser. Von rund 4 Millionen Arbeitslosen waren 1999 etwa 1,4 Millionen Menschen länger als ein Jahr arbeitslos und somit zum Teil ergänzend oder ausschließlich auf Sozialhilfe angewiesen. Dadurch kommt es bei einer wachsenden Zahl von Fällen zu gleichzeitigen Leistungen beider Behörden mit dem jeweils damit verbundenen Aufwand. Ansätze zu einer Zusammenarbeit zwischen den Ämtern gibt es bereits: Nach der Studie haben 83 Prozent der Arbeitsämter und 60 Prozent der Sozialämter damit angefangen, Beratung, Vermittlung und Qualifizierung von Arbeitslosen an Dritte, z.B. Beschäftigungsgesellschaften, zu delegieren. 70 Prozent der Arbeitsämter und 57 Prozent der Sozialämter finanzieren einzelne Maßnahmen gemeinsam und 77 Prozent der Arbeitsämter öffnen ihre Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen mittlerweile auch für Sozialhilfeempfänger. Um die künftige Zusammenarbeit der Arbeits- und Sozialämter zu optimieren, empfiehlt die Studie, Dritte bei der Arbeitsberatung und -vermittlung noch stärker einzubeziehen. Die Arbeit dieser Agenturen müsse leistungsabhängig finanziert und durch genaue Zielvereinbarungen kontrollierbar sein. Außerdem rät die Untersuchung den Ämtern, gemeinsame Anlauf- und Beratungsstellen einzurichten sowie einen Vertrag zu schließen, der die Kooperation für alle Beteiligten transparent und verbindlich macht. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: http://www.stiftung.bertelsmann.de/publika/download/texte/wirtsch.htm ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen an: Frank Frick, Telefon: 0 52 41 / 81 72 53 Helga Hackenberg, Telefon: 0 52 41 / 81 74 05 Literatur: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Kooperation statt Konkurrenz - Zur Zusammenarbeit von Arbeits- und Sozialämtern, Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2000 Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Das könnte Sie auch interessieren: